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FC Bayern muss auf Davies und Hernández verzichten: Wie sieht Nagelsmanns neue Abwehr aus?
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Publiziert 14/07/2021 um 01:21 GMT+2 Uhr
Mit Alphonso Davies und Lucas Hernández fallen zwei Stammverteidiger des FC Bayern verletzungsbedingt aus. Durch die Abgänge von David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martínez fehlt weitere Tiefe im Münchener Kader. Doch die Bayern-Bosse wollen im Sommer keine weiteren Transfers tätigen. Wie geht Julian Nagelsmann in der Defensive also in seine erste Saison?
Julian Nagelsmann (mitte) und Omar Richards (links)
Fotocredit: Imago
Seit knapp einer Woche trainiert Julian Nagelsmann beim FC Bayern mit seiner neuen Mannschaft. Einige Nationalspieler dürfen aktuell noch ihren Urlaub genießen.
Die komplette Mannschaft wird dem jungen Coach daher erst Ende Juli zur Vefügung stehen. Länger verzichten muss Nagelsmann aber auf zwei Stammspieler: Alphonso Davies und Lucas Hernández.
Beide verletzten sich bei ihren Nationalmannschaften und fehlen wochenlang. Den Bundesliga-Start und die erste Runde im DFB-Pokal werden Davies (Außenbandriss im linken Sprunggelenk) und Hernández (Meniskus-OP) sicher verpassen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic rechnet bei beiden frühestens mit einer Rückkehr Mitte August.
Somit muss Nagelsmann gleich zum Saisonstart seine Abwehr neu aufstellen. Die Münchener kommen noch vor Beginn der neuen Spielzeit in Bedrängnis.
Julian Nagelsmann vertraut wohl Frankreich-Duo
Besonders Hernández als Nebenmann von Neuzugang Dayot Upamecano war fest in der Defensive eingeplant. Die vom ehemaligen Leipzig-Coach bevorzugte Dreierkette hätte wohl aus dem französischen Trio Hernández, Upamecano und Benjamin Pavard bestanden. Für Davies wäre dann vermutlich der offensivere Part auf der linken Seite geblieben.
Aber auch in einer Viererkette - in München wurde zuletzt unter Hansi Flick im 4-2-3-1-System gespielt - hätten beide Stars eine entscheidende Rolle gespielt. Hinzu kommen die Abgänge von David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martínez, die die Bayern-Defensive weiter ausdünnen. Auch die Zukunft von Niklas Süle, dessen Vertrag 2022 ausläuft, ist nicht geklärt. Immerhin hieß es zuletzt, dass der deutsche Nationalspieler wohl bis 2023 verlängert, um sich und dem Klub Zeit zu verschaffen.
In den Plänen von Nagelsmann könnte Süle aber eher Backup sein. Youngster Tanguy Nianzou wird wohl vorerst neben Upamecano den Platz von Hernández in der Innenverteidigung einnehmen. Der Bayern-Coach ließ in den letzten Einheiten in dieser Formation trainieren. Bereits im ersten Testspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag in Villingen (16:00 Uhr) könnte daher der 19-Jährige auflaufen.
Omar Richards kann auf schnelle Chance hoffen
Generell kündigte Nagelsmann bereits an, in München sehr variabel zu spielen, ohne jedoch das gesamte Bayern-System "auf den Kopf stellen" zu wollen. Besonders wichtig wird dabei Upamecano, den der 33-jährige Coach schon aus Leipzig kennt. Vom 22-Jährigen erwarte man, "dass er von hinten lautstark seine Kommandos gibt. Das brauchen wir, und das weiß er auch", erklärte Salihamidzic am Dienstag.
Durch die Verletzungen wird auch der zweite Abwehr-Neuzugang Omar Richards schnell seine Chance erhalten. Denn der gebürtige Londoner, der ablösefrei vom englischen Zweitligisten FC Reading kommt, ist aktuell der einzige fitte nominelle Linksverteidiger.
"Ich arbeite hart im Training und sauge alle Informationen auf. Ich bin bereit, sobald sie mich brauchen", sagte Richards am Dienstag. Salihamidzic schwärmte: "Er ist ein Spieler mit feiner Ballkontrolle. Er hat eine feine Technik und ein gutes Dribbling und Passspiel. In der Defensive steht er sehr gut."
Nagelsmann mache viel "mit ihm individuell". Es sei aber auch klar, dass es von der englischen zweiten Liga zum Bundesliga-Branchenprimus ein Sprung sei. "Er will sich entwickeln. Wir sind uns sicher, dass wir an ihm sehr viel Freude haben werden", meinte Salihamidzic.
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Omar Richards spielt seit Kurzem für den FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Hasan Salihamidzic schließt Transfers aus
Diese Vorschusslorbeeren kann Richards wohl schon in den Testspielen rechtfertigen. Denn die Münchener haben keinerlei Pläne, noch auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, wie der Bayern-Sportvorstand am Dienstag betonte.
Die Verletzungen von Davies und Hernández seien "wirklich überschaubar" und dauerten "nicht ein halbes oder ganzes Jahr, sondern einige Wochen", meinte Salihamidzic: "Diese werden wir versuchen zu überbrücken."
Der Kader sei zudem defensiv sehr gut besetzt. Der 44-Jährige stellte klar: "Wir haben mittlerweile viele gute und junge Abwehrspieler, die sie ersetzen und den Konkurrenzkampf annehmen werden. Deshalb sehe ich da keine Probleme." Upamecano und Richards haben somit keine andere Wahl: Sie müssen von Beginn an ihre Rolle beim FC Bayern übernehmen.
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