FC Bayern: Oliver Kahn startet ins neue Amt - das sind seine ersten großen Herausforderungen

Eine neue Zeitrechnung beginnt. Mit dem 1. Juli 2021 startet Oliver Kahn in seine Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG. Als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge tritt er dabei in große Fußstapfen, die er aber nicht stur ablaufen will. Kahn will dem FC Bayern seine eigene Handschrift verpassen. Das sind seine ersten großen Herausforderungen.

Bayern-Boss Oliver Kahn

Fotocredit: Getty Images

Seit eineinhalb Jahren ist Oliver Kahn Mitglied des Vorstandes, nun steht er selbigem auch offiziell als Vorsitzender vor.
Der ehemalige Weltklassetorwart ist der neue starke Mann beim FC Bayern. Als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge, der mit Abschluss der abgelaufenen Spielzeit seinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender verkündete, ist er der Mann, der den Klub in Zukunft führen soll, die mindestens so glorreich ist wie die Gegenwart.
"Man muss nicht in den Fußstapfen weiterlaufen, sondern auch mal den einen oder anderen neuen Weg gehen. Wir sind jetzt alle gefordert, diesen Verein auch in Zukunft so erfolgreich zu gestalten und ihn Stück für Stück auch weiterentwickeln", sagte Kahn am Montag auf der Pressekonferenz zu seinem Amtsbeginn voller Tatendrang und machte damit deutlich, dass er dem Klub, bei dem er 14 Jahre lang selbst im Tor stand, mit einer eigenen Duftmarke versehen will.
Der 52-Jährige habe sich "den neuen FCB" 1,5 Jahre lang anschauen können, was ihm "sehr gutgetan" habe, ergänzte Präsident Herbert Hainer - und Kahn bestätigte umgehend: "Ich glaube, ich habe das Rüstzeug, diese Position jetzt auszufüllen."
Gleich zu Beginn seiner Amtszeit muss sich der "Titan" in schwierigen Zeiten großen Herausforderungen stellen. Auf rund durch eineinhalb Jahre Coronapandemie.
Die wirtschaftliche Komponente ist jedoch nur eine Baustelle, die der Vizeweltmeister von 2002 nun zu beackern hat.
Das sind Kahns erste große Aufgaben.

FC Bayern: Topspieler halten und dabei wirtschaftlich vernünftig bleiben

Der FC Bayern hat früh reagiert, mit Dayot Upamecano und Omar Richards Ersatz für das scheidende Defensiv-Duo David Alaba und Jérôme Boateng besorgt. Die Kaderplanung ist jedoch noch längst nicht abgeschlossen.
"Mit dem aktuellen Kader ist es möglich, die Champions League zu gewinnen", verdeutlichte Kahn auf der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung bestimmt - doch wer sagt, dass der Kader nicht noch geschwächt wird, schließlich stehen einige Topspieler der Münchener bei finanzkräftigen Topklubs auf der Liste.
Da wären zum einen Leon Goretzka (Vertrag bis 2022) und Kingsley Coman (Vertrag bis 2023). Beide gehören zu den absoluten Leistungsträgern des Rekordmeisters und sollen daher auch mit neuen, langfristigen Verträgen ausgestattet werden. Man sei grundsätzlich "in guten Gesprächen", sagte Kahn, doch die Verhandlungen um einen neuen Vertrag gestalten sich zumindest bei Flügelflitzer Coman kompliziert. Der Franzose, der sich mit seinem Tor im Champions-League-Finale 2020 gegen PSG (1:0) in die bajuwarischen Geschichtsbücher schoss, soll deutlich mehr Geld fordern als bislang vonseiten seines Arbeitgebers offeriert.
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Kahn gibt Update: Das ist der Stand bei Goretzka und Coman

Quelle: Perform

Eine Situation, die den FC Bayern an die Verhandlungen mit dem Alaba-Lager erinnern dürfte. Auch der Österreicher bewegte sich mit seinem Wunschgehalt in Sphären, in die der FC Bayern nicht vorstoßen wollte. Am Ende wechselte Alaba zu Real Madrid.
"Der FC Bayern wird sich immer bei jedem Profi strecken, aber nie das Gesamtgefüge gefährden", sagte Salihamidzic dem "Kicker". Kahn erneuerte diese Philosophie mit folgenden Worten: "Bei uns gibt es eine Grenze. Wir wissen, dass diese Spieler absolute Leistungsträger sind, die auch entsprechend bezahlt werden wollen. Aber wir haben unsere Grenzen klar definiert."
Heißt: Kahn schließt einen neuen Fall Alaba. "Bei Alaba hat man gesehen, dass wir ab einem gewissen Betrag nicht mehr bereit sind, mitzugehen", erläuterte Kahn und schob nach: "Ich bin aber sehr, sehr optimistisch, denn wir haben ein großartiges Paket, das wir anbieten können. Bei uns haben Spieler immer die Chance, große Titel zu gewinnen und eine Ära mitzuprägen."
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Kahn verrät: Das sind meine größten Herausforderungen als Bayern-Boss

Quelle: Perform

Dieses Paket bestmöglich zu verkaufen - darum wird es für Kahn nun gehen.

Kontinuität auf der Trainerposition

Mit Julian Nagelsmann startet in diesen Tagen noch ein weiterer "Neuling" in sein Amt. Der Wechsel des 33-Jährigen von RB Leipzig zum FC Bayern wurde im Frühjahr publik und schlug hohe Wellen. Die Weltrekordsumme von bis zu 25 Millionen Euro soll der Rekordmeister für die Dienste des Trainerjuwels bezahlt haben. Eine Summe, die einerseits verpflichtet, andererseits zeigt, dass man langfristig mit Nagelsmann plant.
"Beim FC Bayern muss der Erfolg sehr schnell kommen - aber wir sind überzeugt, dass wir mit Julian Nagelsmann genau den richtigen Mann haben", freut sich Kahn auf die Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Landsberger und präzisierte die gesteckten Anforderungen an den neuen Mann an der Seitenlinie: "Der FC Bayern ist gefräßig, was die Titelambitionen anbelangt. Julian Nagelsmann ist ein junger, ambitionierter Trainer. Er kann Spieler nach vorne bringen, die man vielleicht nicht so auf dem Schirm hatte. Wir sind voll davon überzeugt, dass wir mit ihm eine neue Ära beim FC Bayern angehen werden."
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Julian Nagelsmann beim FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Nach den vergangenen drei Jahren mit zwei Trainerwechseln ist der Klubführung besonders wichtig, auch auf der Trainerposition Ruhe reinzubekommen. "Wir wollen Kontinuität auf der Trainer-Position und Julian vereinbart alle Dinge, die wir als FC Bayern in der Zukunft wollen. Auf der einen Seite den Erfolgshunger, auf der anderen Seite auch die Ausbildung junger Spieler, dass das Investment, das wir in den Campus gesteckt haben, Früchte trägt. Das wird auch im Hinblick auf die wirtschaftlichen Bedingungen in der Zukunft immer wichtiger werden."
Mit der Verpflichtung Nagelsmanns hat Kahn sein erstes Ausrufezeichen beim FC Bayern gesetzt. Nun muss er dafür Sorge tragen, dass die Beziehung zwischen Trainer und Verein eine fruchtbare wird. Dazu zählt auch zwischenmenschliche Dissonanzen, wie es sie zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Ex-Trainer Hansi Flick offenkundig gab, zu vermeiden.

Nichts als Weltklasse - bei Herren und Damen

Dass beim FC Bayern Titel oberste Priorität haben, ist nun wahrlich keine Neuigkeit. Die finanziellen Einbußen durch die Coronapandemie sowie der ohnehin existierende finanzielle Nachteil im Vergleich zu Scheichklubs wie Paris Saint-Germain und Manchester City oder anderen Topklubs aus der Premier League, die teilweise jährlich das Dreifache an TV-Geld einheimsen, führen jedoch zu der Frage: Kann der FC Bayern überhaupt auf Dauer weiter im Konzert der Großen mitspielen?
Kahn beantwortete diese Frage am Montag in aller Deutlichkeit und ohne großes Herumeiern: "Der Champions League-Sieg ist mit unserem Kader natürlich erreichbar." Der FC Bayern habe es stets geschafft, den finanziellen Wettbewerbsnachteil zu kompensieren. "Unsere unglaublich starke Erfolgskultur und Siegesfähigkeit. Das ist unser Wettbewerbsvorteil. Diesen Vorteil kann man nicht so einfach kopieren", beschwört der neue Vorstandsvorsitzende das Mia-san-Mia-Gefühl der Münchner. Es sei ihm daher "nicht bange, dass wir auch auf Basis wirtschaftlicher Vernunft, sportlich erfolgreich bleiben werden".
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Die Frauen des FC Bayern bejubeln den Gewinn der deutschen Meisterschaft

Fotocredit: Imago

Ambitionen, die nicht nur für die Männer-Mannschaft gelten, wie Hainer einwarf, denn auch im Frauen-Fußball wolle man ganz oben angreifen. "Wir wollen auch dort in die internationale Spitze. In der letzten Saison haben wir mit der Meisterschaft und dem Champions-League-Halbfinale einen großen Schritt gemacht. Auch da sind unsere Ambitionen: Verteidigung des Meistertitels und in der europäischen Spitze mitzuspielen.“
Es gilt daher zu überprüfen, inwieweit das "Mia san Mia" auch schon die DNA der Damenmannschaft prägt.
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Kahn macht Druck auf Nagelsmann: "Erfolg muss schnell kommen"

Quelle: Perform

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