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FC Bayern | Costa, Sarr und Co.: Passt der zweite Anzug besser?
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Publiziert 08/10/2020 um 16:07 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern hat seinen Kader kurz vor Transferschluss mit vier frischen Kräften aufgefüllt. Für die erste Elf ist aber keiner der Neuen vorgesehen. Vielmehr soll der zuvor zu eng und kratzend sitzende zweite Anzug nun bequemer zu tragen sein. Schneidermeister Hasan Salihamidzic ist sich sicher, dies mit Douglas Costa, Bouna Sarr, Marc Roca und Eric Maxim Choupo-Moting garantieren zu können.
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Hans-Dieter Flick hatte Verstärkungen gefordert. Mehrfach und sehr eindringlich.
Qualitativ hochwertig, aber eben zu dünn besetzt erschien dem Bayern-Trainer sein Kader. Ein Kader, der in einer zerfledderten Saison 2019/20 zwar in beeindruckender Manier das Triple gewonnen hatte. Nun - nach einigen Abgängen - zu Beginn der neuen Spielzeit aber etwas gerupft daher kam.
Nur auf den Nukleus der Champions-League-Siegermannschaft um Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Thomas Müller und Robert Lewandowski wollte sich Flick dann doch nicht verlassen. Wohlwissend, dass eine weitere Saison voller niemals dagewesener Extrembelastungen vor seinem Team liegt.
Das Fußballjahr 2020/21 begann trotz weggefallener Sommerpause verspätet und endet nach einem winterpausenfreien Ritt früher als gewohnt. Obendrauf gibt's dann eine Europameisterschaft - also vermutlich.
Bayern-A wird Erholungspausen brauchen. Voraussichtlich öfter als geplant. Deswegen wurde Bayern-B mit Costa, Choupo-Moting, Roca und Sarr gepimpt und durch einige Abgänge glattgezogen. Passt der neue zweite Anzug dem Rekordmeister nun besser?
Davon ist aus drei Gründen auszugehen.
1. Offensichtliche Löcher wurden gestopft
Es gab Positionen, die waren im Bayern-Kader schlicht und ergreifend unterbesetzt. Hinten rechts zum Beispiel klaffte in der Zweitvertretung ein solches Loch. Hinter Benjamin Pavard war nach dem Abgang von Álvaro Odriozola im Depth-Chart lange niemand mehr zu finden.
Zwar machte der 20-jährige Chris Richards seine Sache gegen Hertha BSC ganz ordentlich, auf lange Sicht wollte man ihm aber noch einen gestandenen Spieler an die Seite stellen. Gut, dass Flick bereits vorgesorgt hatte.
"Wir haben ein Vorbereitungsspiel gegen sie absolviert. Ich habe ganz gut gespielt. Ihr Trainer schätzte meine Leistung und sagte mir, er wolle mich holen", erklärte Bouna Sarr, kurz nachdem er seinen Vertrag an der Säbener Straße unterschrieben hatte. "Ihr Trainer" ist jetzt auch seiner und der 28-Jährige der neue Rechtsverteidiger-Back-up.
Auch auf den offensiven Außen bestand Handlungsbedarf. Erst recht, seit Ivan Perisic nicht langfristig verpflichtet wurde und sich Königstransfer Leroy Sané kurz nach Saisonbeginn verletzte. Durch das Dazunehmen Costas bekommen die B-Bayern eine überdurchschnittliche Flügelzange. Sollten Gnabry und Sané pausieren, drängen Kingsley Coman, Costa und Jamal Musiala auf Einsatzminuten.
Im zentralen Mittelfeld wurde die ehemalige Thiago-Planstelle mit einem jungen, entwicklungsfähigen Spieler besetzt. Marc Roca hat Potential, stellt aber keine Ansprüche. In Bayerns Zweitvertretung dürfte er neben Corentin Tolisso oder Javi Martínez zum Einsatz kommen. Ein idealer Platz, um zu reifen.
Ganz vorne hatte Joshua Zirkzee seine Chance als Lewandowski-Ersatz nicht vollends nutzen können. Diese Rolle bekommt nun Choupo-Moting.
2. Es wurde für Ordnung gesorgt
Wer ist eigentlich zweiter Torwart? Was passiert mit Kimmich, wenn Pavard ausfällt?
Auch diese - für die Spieler auf Dauer nervenden - Fragen konnten die Bayern-Bosse beantworten. Durch den Verkauf von Sven Ulreich an den Hamburger SV steht der Neuer-Vertreter in Alexander Nübel nun fest. Dem Neuzugang dürfte diese neugewonnene Klarheit bei der Eingewöhnung helfen.
Und Kimmich, der kann sich nun wieder voll und ganz seiner Aufgabe in der Schaltzentrale widmen. Hinten rechts muss er voraussichtlich so schnell nicht mehr ran.
3. Die Stimmung wurde verbessert
Das Gesamtbild aus "Rollenverständnis, Anforderungsprofil und Charakter der Kandidaten" müsse passen, erklärte Chefeinkäufer Salihamidzic die späten Bayern-Deals jüngst im "Kicker".
Auf diesem Gebiet sei er "sehr zufrieden", führte Bayerns Sportvorstand weiter aus.
Keiner der Neuen dürfte das Gefüge durcheinanderbringen. Ganz im Gegenteil. Für Costa, der im Mannschaftskreis schon während seiner ersten Bayern-Zeit sehr beliebt war, hatten sich Teile des Teams eingesetzt. Choupo-Moting gilt nicht erst seit seiner Zeit bei PSG - wo er zum inneren Zirkel der "Gang" um Neymar gehörte - als hundertprozentiger Teamplayer.
Roca und Sarr sind - genau wie Jungstar Tiago Dantas - dankbar für die Chance beim deutschen Rekordmeister.
Wie aber könnte er denn nun aussehen, der zweite Bayern-Anzug?
Natürlich ist das eine ziemlich hypothetische Überlegung. Anstellen kann man sie aber dennoch. Sollte Flick die komplette A-Elf schonen, könnte er diese Elf aufbieten (immer vorausgesetzt, es sind alle fit):
Nübel - Sarr, Boateng, Nianzou, Hernandez - Martínez, Roca - Costa, Tolisso, Coman - Choupo-Moting
Das dürfte für den ein oder anderen Punkt in der Bundesliga reichen.
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