FC Bayern-Trainer Hansi Flick stellte seine Elf im Vergleich zur Champions League-Partie gegen Atlético Madrid auf insgesamt sieben Positionen um. Unter anderem verteidigte David Alaba auf der linken Abwehrseite für den am Oberschenkel verletzten Lucas Hernández. Niklas Süle bildete zusammen mit Jérôme Boateng das Duo in der Innenverteidigung. Zudem startete Leroy Sané, Serge Gnabry saß zunächst nur auf der Bank.

Auf der Gegenseite setzte RB-Coach Julian Nagelsmann auf frische Kräfte. Justin Kluivert und Amadou Haidara begannen auf den Flügeln, Dani Olmo und Yussuf Poulsen blieben von Beginn an draußen - auch Kevin Kampl saß auf der Bank.

Bundesliga
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Die Roten Bullen begannen aggressiv, offensiv und sehr zielgerichtet, setzten die Münchner in den Anfangsminuten erheblich unter Druck – unter anderem traf Marcel Sabitzer bereits in der 2. Minute die Latte nach einem Schuss aus 18 Metern.

Der deutsche Rekordmeister leistete sich immer wieder Aussetzer im Aufbau- und Defensivspiel, lud die Leipziger so zu guten Offensivaktionen ein. In der 19. Minute mündete ein RB-Konter im 1:0 für die Gäste. Emil Forsberg schickte Christopher Nkunku auf die Reise, Manuel Neuer grätschte 20 Meter vor dem Tor am Ball vorbei, der Angreifer schob ein.

Das Münchner Spiel stockte - vor allem im letzten Drittel fehlte es an Varianz und Spielschnelligkeit. Erst mit der Einwechslung des Youngsters Jamal Musiala, der für den angeschlagenen Javi Martínez in der 25. Minute ins Spiel kam, wurden die Hausherren stärker und zwingender.

Fünf Minuten nach seiner Einwechslung besorgte der 17-jährige Musiala höchstselbst den Ausgleich. Kingsley Coman bediente Musiala, der Offensivmann zog aus 18 Metern ab und versenkte den Ball unhaltbar im rechten Eck (30.).

Der Münchner Druck nahm weiter zu, in der 34. Minute brach die RB-Defensive erneut ein. Robert Lewandowski eröffnete den Angriff mit einem Tunnel gegen Dayot Upamecano, Coman spielte direkt weiter auf Thomas Müller, der aus acht Metern ins linke Eck verwandelte.

Nur 120 Sekunden später befand sich die Bayern-Abwehr offensichtlich noch im Feier-Modus, Amadou Haidara spielte derweil den Pass in die rechte Strafraumhälfte auf Kluivert, der die Ruhe behielt und den Ball flach ins linke Eck schoss – 2:2 (36.).

Auch der zweite Durchgang begann furios. In der 48. Minute erlaubten sich die Münchner einmal mehr eine Auszeit in der Defensive, Angeliño flankte den Ball von der linken Seite in die Mitte und fand Forsberg, der zwischen Süle und Boateng ungedeckt aus fünf Metern einköpfte.

Leipzig zog sich in der Folge immer weiter zurück, stellte taktisch um und setzte vermehrt auf schnelles Umschaltspiel. Die Münchner rannten an - jedoch selten mit Erfolg. In der 75. Minute war das anders. Musiala passt auf Coman, der den Ball von der rechten Seite in die Mitte flankte. Müller stand fünf Meter vor dem Tor richtig und köpfte ein zum 3:3-Endstand.

10. Spieltag: Ergebnisse

Die Bundesliga-Tabelle

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Wir müssen auf der einen Seite zufrieden sein. Wichtig war, dass wir das Spiel nicht verloren haben. Es war ein wildes Spiel. Wir haben einige einfache Tore bekommen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir häufiger mal wechseln müssen. Wir haben aber auch drei Tore geschossen und sind zweimal zurückgekommen. Das Pensum, das wir jetzt seit fast einem Jahr haben, ist einfach Wahnsinn."

Flick nach Topspiel verärgert: "Tore zu leicht bekommen"

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wenn man die erste Halbzeit gesehen hat, hatten wir riesige Möglichkeiten. Wir haben es ganz gut gespielt, in der Art und Weise, wie wir es machen wollten. Die Qualität der Bayern ist manchmal einfach sehr, sehr gut. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, wir nehmen den Punkt mit."

Musiala beeindruckt auch Nagelsmann: "Schwer zu greifen"

Thomas Müller (FC Bayern München): "Dass wir zurückkommen können, wussten wir auch schon vor dem Spiel. Dass wir aktuell leider auch oft zurückkommen müssen, wissen wir auch nicht erst seit heute. Am Ende können und müssen wir damit leben. Insgesamt ist es okay und auch gut, dass wir Tabellenführer bleiben. Wir haben aktuell Problemchen, der Kader ist stark belastet, aber damit müssen wir umgehen und deswegen - wie in so einem Spiel - es gibt immer wieder Rückschläge und die wird es auch weiterhin geben."

Emil Forsberg (RB Leipzig): "Es war ein echtes Topspiel. Zwei Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollten. Wir haben es super gemacht, viel umgesetzt von dem, was wir wollten. Wir wollten schnell hinter die Kette kommen - haben wir auch gut gemacht. War geil, auf dem Platz stehen zu dürfen."

"Es war geil!" Die Reaktionen zum Spektakel zwischen Bayern und Leipzig

Der Tweet zum Spiel:

Das Topspiel machte seinem Namen alle Ehre.

Das fiel auf: Back to the Roots

Alaba ersetzte den angeschlagenen Hernández auf der linken Abwehrseite der Münchner – eine Position, die der Österreicher zwar nicht liebt, doch auf der er sich zu einem Weltklasse-Spieler entwickelte. Der 28-Jährige war bis zuletzt in der Innenverteidigung als Chefverteidiger gesetzt, gegen Leipzig vertraute Flick Alaba auf der Position, "die er kennt". Wie gut er sie kennt, bewies der Defensivakteur im Topspiel. Die linke Seite war gerade in der ersten Halbzeit die Münchner Aktive, immer wieder spielte Alaba gefährliche Pässe links in die Tiefe oder flankte in der Offensive in den Strafraum. Er war Taktgeber – und das nicht in der Zentrale. Eine wichtige Erkenntnis, die auch Flick nicht entgangen sein wird. Die Kehrseite der Medaille allerdings: innen war Bayern anfällig.

Die Statistik: 16

Die Defensive ist die große Baustelle der Münchner. In dieser Saison kassierten die Münchner in der Bundesliga 16 Gegentore – nach nur zehn Spieltagen. In der vergangenen Spielzeit waren es insgesamt 32 Treffer, die die Münchner hinnehmen mussten.

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