In seinem letzten Spiel als Bayern-Trainer bot Hansi Flick die bestmögliche Startelf vor 250 Fans auf: So kamen Manuel Neuer, Benjamin Pavard und Kingsley Coman für Alexander Nübel, Niklas Süle und Leroy Sané.
Beim FC Augsburg gab es nach dem 2:0 gegen Bremen vier Wechsel in der Mannschaft: Mads Pedersen, Carlos Gruezo, Lászlo Bénes und Daniel Caligiuri kamen für Rani Khedria (Bank), Iago, Jan Morávek (beide nicht im Kader) sowie Rubén Vargas (Rotsperre) in die Startelf.
Der Rekordmeister im neuen schwarz-goldenen Auswärtstrikot drückte die Augsburger von Anfang an tief in die eigene Hälfte. So dauert es keine zehn Minuten, ehe Bayern mit 1:0 in Führung ging. Unter Bedrängnis von Coman kam Gouweleeuw nicht mehr richtig an den Ball und drückte diesen über die eigene Linie (9.).
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In der Folgezeit zeigten sich die Bayern weiter hungrig, kamen insbesondere über den linken Flügel immer wieder gefährlich vors Tor. So scheiterten Gnabry (17.) und David Alaba (21.) aus kurzer Distanz. Gnabry machte es jedoch wenige Augenblicke später besser und vollendete per Slapstick-Tor zum 2:0 (23.).
Von den bayerischen Schwaben war in der Anfangsphase nichts zu sehen – und doch hatte Augsburg plötzlich die große Chance auf den Anschlusstreffer, doch Caligiuri vergab per Foulelfmeter (26.).
Die Bayern zeigten eine bärenstarke Vorstellung und erarbeiteten sich eine Reihe klarster Torchancen. Lediglich Rafal Gikiewicz stand weiteren Treffern zunächst im weg. Der FCA-Keeper vereitelte mit starken Paraden einen Lewandowski-Treffer. Dennoch erhöhte Kimmich sehenswert auf 3:0 (33.). So bahnte sich eine Klatsche für die Gäste an. Im weiteren Verlauf wurde immer wieder Lewandowski gesucht und so folgte ein privates Duell der beiden Polen. Gikiewicz ging stets als Sieger hervor – und war dann dennoch machtlos beim 4:0 durch Coman (43.).
Augsburg stellte im zweiten Durchgang um, Weinzierl brachte mit Marek Suchy einen dritten Innenverteidiger. Am Spielverlauf sollte sich jedoch nichts ändern, dennoch hatte Augsburg nun etwas mehr vom Spiel. Natürlich sollte auch die erste Chance in den zweiten 45 Minuten Robert Lewandowksi gehören, doch Marek Suchy verhinderte den Einschlag (57.), danach setzt Gnabry einen Ball Millimeter neben den Kasten (59.).
Mit zunehmender Spieldauer konnte Augsburg das Geschehen offen gestalten, zeigte große Moral und kam prompt zu zwei Treffern. Erst erzielte André Hahn per Kopf das 1:4 aus Augsburger Sicht (67.), dann verkürzte Florian Niederlechner auf 2:4 (73.). Die Bayern agierten im zweiten Durchgang bei weitem nicht mehr so zielstrebig, sodass auch Lewandowksi nicht mehr an den Ball kam – bis zur 90. Minute. Mit der letzten Aktion der Partie legte Gikiewicz unfreiwillig für den Torjäger vor, der sich mit seinem 41. Treffer in die Geschichtsbücher der Bundesliga eintragen konnte. Ein historischer Moment sollte den perfekten Abschied für die scheidenden Bayern-Legenden bereiten. Der Torjäger nahm danach seine sechts Torjägerkanone entgegen. Noch ein Triumph fehlt RL9 auf den großen Gerd Müller.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Es ist schon etwas Besonderes, wenn Jérôme Boateng und David Alaba ausgewechselt werden, wohlwissend, dass es ihr letztes Spiel ist. Wir haben heute, vor allem in der ersten Halbzeit, nochmal ein hervorragendes Spiel gemacht. Es freut mich für Lewy, er hat lange gebraucht. Irgendwann habe ich gesagt, dass heute nichts mehr drin ist. Aber das zeichnet einen Torjäger natürlich aus. Die beiden letzten Jahre waren herausragend, die wird er nie vergessen. Diese Mannschaft ist für mich die absolute Benchmark, auch was die Zukunft betrifft. Was die Mannschaft in jedem Training, in jedem Spiel gezeigt, steht dafür, was die Mannschaft, aber auch das Team herum, geschaffen hat. Wir haben ein gutes Miteinander, eine gute Kommunikation. Ich bin mächtig stolz, diese Mannschaft begleitet zu haben."
Robert Lewandowski (FC Bayern): "Ich habe keine Worte. 90 Minuten habe ich alles versucht und dann kommt die letzte Aktion. Es war spannend bis zur letzten Sekunde, aber ich habe es geschafft. Ich bin wahnsinnig glücklich. Ich habe gesehen, dass Leroy Sané aufs Tor geschossen hat und ich wollte in der letzten Aktion dabei sein. Ich möchte mich bei meiner Mannschaft bedanken, sie haben mich heute sehr oft gesucht."
Joshua Kimmich (FC Bayern): "Es war ein Schritt in die richtige Richtung und wir alle freuen uns darauf, wenn die Fans wieder zurückkehren. Es war heute schön, dass mal wieder ein paar da waren. Als neutraler Fußball-Fan dachte ich früher auch, es wird langweilig, wenn man immer gewinnt. Aber ich kann sagen, es ist nicht so. Es war jedes Jahr hart. Es ist harte Arbeit, die dahinter steckt, jeden Tag."
Markus Weinzierl (Trainer FC Augsburg): "Ich gönne Robert Lewandowski den Rekord. Man hat heute in den ersten 45 Minuten gesehen, wie viel Spielfreude sie an den Tag gelegt haben. Wir haben in der zweiten Hälfte eine gute Reaktion gezeigt, standen besser und waren kompakter. Wir haben das System umgestellt und sind besser in die Zweikämpfe gekommen, da hatten wir vor allem in der ersten Halbzeit auf den Außen großen Probleme."
Florian Niederlechner (FC Augsburg): "Die Bayern sind mit die beste Mannschaft der Welt. Wenn man die ersten Halbzeit dann so verpennt, dann hast du keine Chance. Unser Trainer hat uns ordentlich zusammengeschissen und gemeint, dass wir so nicht auftreten können. Die Worte haben Wirkung gezeigt. Es ist ein schönes Gefühl zum Abschluss noch einmal getroffen zu haben."

Das fiel auf: Flick ist hungrig wie an Tag eins

In seinem letzten Spiel als Bayern-Coach hätte Hansi Flick neben Alaba und Boateng auch Martínez einen Einsatz von Anfang an schenken können. Doch Flick verinnerlicht die Bayern-DNA und wollte um jeden Preis gewinnen. Daher bot der wohl zukünftige Bundestrainer die bestmögliche Startelf auf. Flick geht bis zum letzten Arbeitstag beim FC Bayern rigoros seinen Weg.

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Eine goldene Ära beim FC Bayern geht zu Ende. Mit Hansi Flick, Hermann Gerland, Miroslav Klose verlässt das Trainer-Trio den Rekordmeister. Mit David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martínez verlassen zahlreiche Titel den Verein. Das Trio prägte die erfolgreichste Phase in der Vereinsgeschichte und holte unter anderem zwei Mal das Triple. Die Saison 2019/2020 mit sechs Titeln wird unvergessen bleiben.

Die Statistik: 11

Bei all den Verabschiedungen des FC Bayern und der Rekordjagd von Robert Lewandowski geht beinahe unter, dass der FC Augsburg in der kommenden Saison in seine 11. Bundesliga-Spielzeit geht. Dies ist eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, welch (ehemaligen) Schwergewichte aus der Bundesliga abgestiegen sind in dieser Zeit. Seit Jahren kämpfen die Fuggerstädter gegen den Abstieg und schaffen immer wieder mit einfachen Mitteln den Klassenerhalt. Die Schlappe in München soll diese Leistung nicht schmälern.
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