Offiziell ist es noch nicht, doch die Vollzugsmeldung ist wohl nur eine Frage der Zeit: Hansi Flick wird aller Voraussicht nach die Nachfolge von Joachim Löw als Bundestrainer antreten. Möglichst noch vor der EM soll Klarheit herrschen. Flick, so heißt es, unterschreibt beim DFB ab Sommer einen Dreijahresvertrag bis zur Heim-EM 2024. Er kommt mit der Empfehlung von sieben Titeln in nicht einmal zwei Jahren als Chef-Trainer des FC Bayern.
Mit Flick geht einer, der vom Bundestrainer in spe vom Abstellgleis geholt und wieder zu einem Abwehrspieler von internationalem Format gemacht wurde. Nach zehn Jahren in München wurde der Vertrag mit Rio-Weltmeister Jérôme Boateng nicht verlängert. Wie es für den gebürtigen Berliner weitergeht, ist noch nicht bekannt.
Wohin die Reise von David Alaba geht, ist dagegen ein offenes Geheimnis. Der Österreicher wechselt zur neuen Saison wohl zu Real Madrid. Nach 13 Jahren in München sucht der Abwehrchef bei den Königlichen eine neue Herausforderung. "Ob mir äußerlich die Tränen kommen, kann ich jetzt noch nicht sagen - aber innerlich mit Sicherheit", sagte Alaba.
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Emotional wird auch das "Servus" von Javi Martínez. Der Spanier, mit 40 Millionen Euro Ablöse einst teuerster Transfer der Bundesliga-Geschichte, verabschiedet sich nach neun überaus erfolgreichen Jahren. München, sagte Martínez, sei zu einer Heimat geworden. Das "Mia san mia" verkörperte der Mittelfeldspieler auf und neben dem Platz. Wohin Martínez wechseln wird, ist offen. Im vergangenen Sommer war bereits über eine Rückkehr nach Bilbao spekuliert worden.

Piszczek verabschiedet sich vom BVB mit Pokalsieg

In den Ruhestand wechselt Sami Khedira. 15 Jahre Profifußball haben Spuren hinterlassen beim Weltmeister von 2014. Über den VfB Stuttgart führte sein Weg zu Real Madrid und Juventus Turin. Er gewann die Champions League und zahlreiche nationale Titel in Spanien und Italien. Im letzten halben Jahr seiner Karriere trug er mit seiner Erfahrung wesentlich zum Klassenerhalt von Hertha BSC bei.
Einer, der noch gar keine Lust auf die Bundesliga-Rente hat, ist Schiedsrichter Manuel Gräfe. Spieler, Trainer und Funktionäre schätzen den Berliner. Weitermachen darf er trotzdem nicht. Gräfe hat die Altersgrenze von 47 Jahren bei den DFB-Schiedsrichtern im vergangenen Sommer erreicht und muss daher nach dieser Saison aufhören. Gräfe fordert das Leistungsprinzip, sein Antrieb ist ungebrochen. Bei der EM im Sommer will er das als Schiedsrichter-Experte im Zweiten unter Beweis stellen.
Die Fans fehlen, doch einen emotionalen Abschied hat Lukasz Piszczek bereits gefeiert. Der Pole schrie und weinte vor Glück, als ihn die Mitspieler von Borussia Dortmund nach dem Gewinn des DFB-Pokals immer wieder in die Luft warfen. "Big legend", nannte ihn Starstürmer Erling Haaland. Nach elf Jahren beim BVB zieht es im Sommer zurück in seine Heimat. Er wird für seinen alten Verein LKS Goczalkowice spielen. Nur zum Spaß.

Lukasz Piszczek wird von seinen BVB-Mitspielern in die Luft geworfen

Fotocredit: Getty Images

Bender-Zwillinge beenden ihre Karrieren

Eine besondere Ehre wird Lars Bender im Zuge seines Abschied zuteil. Nach insgesamt zwölf Jahren im Klub ernannte ihn Bayer Leverkusen zum Ehrenspielführer des Klubs. Er ist der siebte Spieler der Werkself, dem diese Ehre zuteil wird. Auflaufen wird er für seine Herzensklub nicht mehr. Nach einer Meniskus-Operation wird Bender für das Saisonfinale beim BVB nicht rechtzeitig fit.
Besser stehen die Chancen da bei Zwillingsbruder Sven Bender. Dass er ausgerechnet bei seinem Ex-Klub in Dortmund noch einmal in der Bundesliga aufläuft, ist ein glücklicher Zufall. Zwei Meisterschaften und zwei Siege im DFB-Pokal gewann Sven Bender mit dem BVB. Am Samstag ist auch für ihn Schluss.
Zehn Jahre lang setzte sich Wendt in Gladbach auf der Position des Linksverteidigers gegen immer neue Konkurrenz durch, zuletzt lief ihm aber Ramy Bensebaini den Rang ab. Nun verlässt der Schwede die Borussia als ausländischer Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Wendt kehrt zu seinem Stammverein IFK Göteborg zurück, bei dem er vor 16 Jahren seine Profikarriere begonnen hatte.
Der Mainzer Kapitän hätte sich bei seinem letzten Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Dortmund ein volles Stadion gewünscht. Das war ihm nicht vergönnt. Immerhin: Latza verabschiedete sich mit der Gewissheit des Klassenerhalts. Für ihn geht es trotzdem in die 2. Liga. Latza kehr zu seinem Jugendklub Schalke 04 zurück.

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(SID)

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