Nach dem Duell in der Champions League gegen Lazio Rom, rotierte FCB-Trainer Hansi Flick nur wenig - einzig Eric Maxim Choupo-Moting rutschte neu in die Startelf, begann auf dem Flügel für Kingsley Coman. Jamal Musiala startete auf der Position von Thomas Müller, der nach seiner Corona-Infektion wieder in den Kader zurückkehrte und auf der Bank Platz nahm.
Die Kölner, die auf wichtige Punkte im Abstiegskampf hofften, starteten ebenfalls mit nur einem Wechsel in der Startelf. Salih Özcan begann auf der Doppelsechs neben Ellyes Skhiri vor einer Dreierkette in der Abwehr, die sich gegen den Ball zu einer Fünferkette formierte mit Ismail Jakobs und Marius Wolf auf den Außenpositionen.
Der deutsche Rekordmeister startete dominant und druckvoll, drängte die Kölner früh in die eigene Hälfte und ging auf den schnellen Führungstreffer. Die Gäste hielten allerdings gut dagegen, standen kompakt und lösten sich immer wieder spielerisch aus den Zwängen der Münchner. Offensiv ging hingegen nur wenig bei den Kölnern.
Bundesliga
Neuhaus zum FC Bayern? Berater äußert sich
VOR 2 STUNDEN
In der 18. Minute war der Druck der Münchner schließlich zu hoch, Leon Goretzka führte den Ball in der rechten Strafraumhälfte, behielt die Übersicht und flankte die Kugel auf den zweiten Pfosten. Choupo-Moting lief ein, kam aus fünf Metern zum Kopfball und verwandelte problemlos ins linke Eck.
Die Münchner machten offensiv und kombinationssicher weiter, legten in der 33. Minute nach. Wieder war Goretzka Assistgeber, erneut war es eine starke Vorlage. Der Mittelfeldmann bekam den Ball in zentraler Position 22 Meter vor dem Tor, ließ Rafael Czichos mit einer Bewegung stehen, zog in den Strafraum ein und spielte den Querpass auf Robert Lewandowski. Aus elf Metern halbrechter Position blieb der Pole eiskalt und verwandelte zu seinem 27. Saisontor.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs schien nach der Führung bereits alles entschieden, doch die Münchner erlaubten sich in der 49. Minute einen folgeschweren Abwehrfehler. Der Defensivverbund verpasste es bei einem Kölner Angriff einen offenen Ball an der Strafraumgrenze zu klären. So schnappte sich Skhiri die Kugel, drang in den Strafraum ein, blieb vor Manuel Neuer eiskalt und lupfte den Ball aus neun Metern ins Tor.
Die Münchner schwächelten nach dem Anschlusstreffer, Köln wurde stärker, sodass Flick mit einem Doppelwechsel reagierte. Thomas Müller und Serge Gnabry feierten ihre Comebacks in der 64. Minute. Nur 30 Sekunden nach dem Wechsel setzte Müller den ersten Akzent, spielte einen Flachpass aus dem Zentrum in den Strafraum auf Lewandowski, der aus 15 Metern aus der Drehung abzog und ins rechte Eck traf (65.).
In der 75. Minute hatten die Kölner die große Chance, den Abstand erneut zu verkürzen. Neuer kam nach einem weiten Ball auf der rechten Offensivbahn aus dem Kasten, ging in den Zweikampf und verlor diesen gegen den eingewechselten Dominick Drexler. Der Kölner hatte freie Bahn, brachte den Ball aus 18 Metern rechter Position auf das leere Tor und traf nur den linken Torpfosten.
Sieben Minuten später sorgten die Münchner für die Entscheidung. Leroy Sané setzte den eingewechselten Lucas Hernández in der linken Strafraumhälfte in Szene, der Franzose legte flach quer. Am zweiten Pfosten war Gnabry zur Stelle und grätschte die Kugel zum 4:1 über die Linie.
Vier Minuten später schnürte Gnabry seinen Doppelpack. Erneut flankte Goretzka punktgenau aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum. Am zweiten Pfosten kam Gnabry aus kurzer Distanz zum Kopfball und vollendete problemlos.

Die Stimmen:

Markus Gisdol (1. FC Köln): "Ich denke, wir haben einen verdienten Sieg von Bayern München gesehen - aber einen Sieg, der zu hoch ausgefallen ist. Nach dem 1:2 war das Spiel offen und wir hatten guten Ballbesitz. Auch nach dem 1:3 hatten wir die Chance zum Anschluss. Das Ergebnis gibt den Spielverlauf nicht ganz wieder."
Ellyes Skhiri (1. FC Köln): "Wir sind besser aus der Halbzeit gekommen, wir hatten einige Möglichkeiten, um ein Tor zu schießen. Aber es war schwer gegen eine sehr gute Mannschaft, in jeder Situation machen sie ein Tor. Am Ende ist es eine hohe Niederlage, natürlich sind wir enttäuscht. Aber an die zweite Halbzeit können wir anknüpfen. Wir sind schlecht gestartet, haben viele gefährliche Bälle verloren. Danach ist es perfekt für Bayern, sie können das Spiel kontrollieren und ihr Spiel spielen. Aus der ersten Halbzeit müssen wir lernen und schauen, was wir besser machen können."
Serge Gnabry (FC Bayern München): "Nach dem Anschlusstreffer war es ein bisschen brenzlig für uns. Dann haben wir wieder Wind vorne gemacht, und nach dem 3:1 ging alles wieder leichter. Wir müssen daran arbeiten, dass wir nicht so wackelige Phasen haben, da geben wir dem Gegner wieder Selbstvertrauen. 90 Minuten dominieren ist schwer, aber wir müssen das deutlich verringern, dann sind wir auch wieder stärker."

Der Tweet zum Spiel:

Süle überzeugte auf der rechten Abwehrseite der Münchner.

Das fiel auf: Erfolgs-Fans

Das Titel-Sextett, das die Münchner bei der Klub-WM perfekt machten, ist nur die höchste Ebene dessen, was der deutsche Rekordmeister forciert: Immer die Superlative im Welt- und europäischen, mindestens im deutschen Fußball zu sein. Nach der abfallenden Formkurve zu Beginn des Jahres, die im Aus im DFB-Pokal mündete, motivierte sich der Rekordmeister erfolgreich, sportlich wieder abzuliefern und eilte in der Bundesliga der Konkurrenz davon. Ein Punkt aus zwei Partien nach der erfolgreichen Klub-WM brachte Experten dann jedoch dazu, den Meisterschaftskampf wieder spannend zu reden.
Doch nach der Champions-League-Gala gegen Lazio Rom machten die Münchner auch in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln ernst, ließen die Muskeln spielen und legten nahe, dass sie selbst größter Fan ihres Erfolgs sind. Sobald den Münchnern eine abschwächende Form beigemessen wird, reagieren sie mit dominantem und erfolgreichem Fußball – so als würden sie selbst den Spannungsbogen diktieren und am Ende natürlich wieder entscheiden, wer im Titelkampf ganz vorne liegt.

Die Statistik: 3

Seit der Rückkehr nach seiner Corona-Infektion ist Goretzka in Topform und hält das Mittelfeld der Münchner mit Joshua Kimmich zusammen. Zudem setzt der Mittelfeldmann viele offensive Impulse, feierte gegen die Kölner einen Assist-Hattrick.
Das könnte Dich auch interessieren: Hausgemachtes Problem beim FC Bayern? Gut, dass Müller wieder da ist

James schießt gegen Ibrahimovic zurück: "Werde nie schweigen"

Bundesliga
"Wollte ich nicht noch mal erleben": Sané erklärt Leistungsanstieg
VOR 7 STUNDEN
Bundesliga
"Geiler Weg": Köln-Trainer schwärmt nach Remis gegen RB
VOR 9 STUNDEN