Das furiose 8:0 zum Saisonauftakt gegen Schalke 04, das versicherte Hansi Flick mit Nachdruck, ist aus den Köpfen der Stars von Bayern München verschwunden. "Das ist nullkommanull in unseren Gedanken", sagte der sichtlich gut gelaunte Triple-Trainer vor dem Rückrundenstart am Sonntag (15:30 Uhr im Liveticker) in Gelsenkirchen.
Auch den Problemen der vergangenen Wochen, besonders die Lücken in der Abwehr, wollte Flick vor dem Duell beim Lieblingsgegner nicht zu viel Beachtung schenken. "Ich freue mich, dass wir zuletzt wieder in die Spur gekommen sind", sagte der 55-Jährige stattdessen, sein Team habe wieder zu null gespielt "und erstmals in der langen Erfolgsgeschichte des Klubs die Herbstmeisterschaft im Januar klargemacht".
Flick gibt sich nach den Zittersiegen gegen den SC Freiburg (2:1) und beim FC Augsburg (1:0) demonstrativ positiv, speziell die "Moral und die Mentalität" der Mannschaft sei top gewesen, sagte er.
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Nun will der Rekordmeister mit dem zehnten Sieg in Serie gegen die Königsblauen seinen Aufwärtstrend fortsetzen - und beim Tabellenschlusslicht ja nicht stolpern. "Die Qualität der Spieler spiegelt nicht das Tabellenbild wider", warnte Flick seine Mannschaft.

Platzverhältnisse auf Schalke bereiten Sorgen

Auch die bekannt schlechten Platzverhältnisse auf Schalke könnten zum Stolperstein werden. "Der Platz ist nicht so, wie man das in der Bundesliga sehen möchte", kritisierte Flick, da könnten immer "Dinge passieren, auf die man nicht vorbereitet ist".
Vor allem in der Defensive, die mit 25 Gegentoren in der Hinrunde gehörig wackelte. Im Sommer wird Abwehrchef David Alaba den Klub nach 13 Jahren zudem verlassen, der Vertrag von Stammspieler Jérôme Boateng läuft aus. "Wir werden uns zusammensetzen und das Ganze nochmal analysieren", sagte Flick über die Zukunft des Routiniers: "Er ist ein Spieler, der uns immer guttun kann."

Jerome Boateng will weiter unter Flick spielen

Fotocredit: SID

Übrig bleiben in der Innenverteidigung Niklas Süle, der nach einem Formtief laut Flick "auf einem sehr guten Weg" ist, und Lucas Hernández. Der 18-jährige Tanguy Nianzou, der nach seinem Wechsel von Paris St. Germain im Sommer die gesamte Hinrunde mit Muskelverletzungen zu kämpfen hatte, könnte ebenfalls eine Alternative werden.

FC Bayern wird sich mit Upamecano beschäftigen

Der Franzose benötige noch Zeit, betonte Flick, er sei aber "ein großes Talent und spricht schon Deutsch". Eine weitere Alternative spielt derzeit bei Titelkonkurrent RB Leipzig, hört auf den Namen Dayot Upamecano und soll für den Sommer eine Ausstiegsklausel von 45 Millionen Euro haben.
Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte bereits öffentlich über die Verpflichtung des 22-jährigen Franzosen nachgedacht. "Wir werden uns natürlich damit befassen, nicht nur mit dieser Personalie, sondern grundsätzlich, auf welchen Positionen wir was machen wollen und machen müssen", hatte Rummenigge bei "Bild live" gesagt.

Dayot Upamecano (links; RB Leipzig) mit Zweikampf mit Thomas Müller (FC Bayern)

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Damit könnten sich die Münchner wie schon in der Vergangenheit bei Robert Lewandowski, Mario Götze oder Leon Goretzka bei einem direkten Konkurrenten bedienen. Die Leipziger, mit vier Punkten Rückstand derzeit schärfster Verfolger, lassen sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen. "Wenn sie mich oder den Klub unruhig machen wollten, dann ist es nicht geglückt", sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann mit einem Lächeln auf den Lippen.
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