Leroy Sané haftet ein gewisses Image an. Groß waren die Diskussionen, als er 2019 mit einer 4.500 Euro teuren Lammfelljacke bei der Nationalmannschaft erschien. Aus heutiger Sicht bereut der 25-Jährige die Entscheidung, vor allem weil er sich falsch verstanden fühlt, wie er im Interview mit dem "Spiegel" erklärte.
"Sie können gern mal zu mir nach Hause kommen und nachsehen, ob da wirklich Diamanten, Goldketten und solches Zeug rumliegen. Nichts davon besitze ich. Trotzdem stecken mich die Leute in diese Bling-Bling-Schublade", sagte der Offensivspieler.
Er habe sich gefragt, "was ich vielleicht falsch gemacht habe. Ich war jemand, der vor allem in jungen Jahren erst einmal gegen die Wand laufen musste, auch wenn es wehtat."
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Er habe aber auch gegen Vorurteile anzukämpfen, wie das Beispiel mit den Klamotten zeigt: "Ich glaube, nie zuvor haben Medien so im Detail ausgerechnet, wie teuer die Sachen eines Nationalspielers bei der Anreise waren. Ich habe schon das Gefühl, dass auf mich anders geschaut wird als auf andere."

Nichtnominierung für WM 2018 belastete Sané

Auch sportlich hatte Sané es nicht immer leicht. Dass ihn Bundestrainer Joachim Löw kurz vor der WM 2018 aus dem Kader strich, habe ihn schwer getroffen. Ein klärendes Gespräch habe es bis heute nicht gegeben, sagte Sané: "Eigentlich haben wir das nie wirklich vertieft." Dennoch sei das Verhältnis zu Löw immer sehr gut gewesen. Inzwischen ist er wieder fester Teil der DFB-Elf.
Auch zu Pep Guardiola wurde Sané zwischenzeitlich nicht das beste Verhältnis bescheinigt. Dem widersprach der Flügelspieler aber deutlich: "Noch so ein Vorurteil. Pep und ich hatten ein gutes Verhältnis." Vielmehr schwärmte Sané von den Trainerfähigkeiten des Spaniers. Dieser habe ihn "auf ein völlig neues Niveau" gehoben.
"Vor allem durch die Arbeit an Kleinigkeiten: Mit welchem Fuß nehme ich den Ball in welcher Situation wie an? Mit welcher Aktion öffne ich den Raum am besten? Das sagen dir auch andere Trainer, aber er hat das wirklich jeden Tag wiederholt, bis ich irgendwann ein kleines Männchen im Ohr mit seiner Stimme hatte, das mir gesagt hat, was wann wie zu tun ist.
Insbesondere vom Willen, sich ständig zu verbessern, habe Sané profitiert: "Er hört nicht auf, wenn er sieht, dass man sich verbessert hat. Er sucht sich dann etwas Neues, an dem er unermüdlich mit dir arbeitet. Wenn ich nicht nach Manchester gewechselt wäre, hätte ich wohl nicht dieses Niveau erreicht".
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