Beim VfL gab es nach dem 1:0-Auswärtssieg in Bielefeld zwei Änderungen: Denis Zakaria und Ramy Bensebaini ersetzten Patrick Herrmann sowie Oscar Wendt. Bei den Bayern gab es drei personelle Wechsel: Serge Gnabry fehlte verletzt (Bluterguss), Jerome Boateng und Corentin Tolisso rotierten auf die Bank. Dafür starteten Douglas Costa, Niklas Süle und Leon Goretzka.
Die Hausherren machten im klassischen 4-3-3 die Räume sehr kompakt und ließen die Bayern nicht ins Spiel kommen. Robert Lewandowski und Thomas Müller hingen völlig in der Luft – doch nach 20 Minuten stand es dennoch 1:0 für den amtierenden Meister. Florian Neuhaus ging mit der Hand im Strafraum zum Ball im Stile eines Basketballspielers, Schiedsrichter Harm Osmers nahm den VAR zur Hilfe und entschied folgerichtig auf Strafstoß, den Robert Lewandowski zu seinem 20. Saisontreffer verwandelte. Danach hatten die Bayern mehr Sicherheit in ihrem Spielaufbau, bei Gladbach lahmte das Offensivspiel, vor allem über die Flügel ging wenig. Nach dem 2:0 durch Leon Goretzka (26.) gingen die Münchner sogar auf den dritten Treffer, für die Borussia bahnte sich ein Unheil an.
Nach einer halben Stunde ging jedoch ein Ruck durch die Hausherren, die fortan mutiger agierten und früh die Bälle eroberten. Lars Stindl schickte zwei Mal mit jeweils einem Weltklasse-Pass Jonas Hofmann auf die Reise. Der Ex-Dortmunder blieb vor Manuel Neuer nervenstark und besorgte mit seinem Doppelpack (35./45.) noch den Ausgleich in einer aufregenden und teilweise hektischen ersten Hälfte.
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Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag: Florian Neuhaus machte seinen Fehler mit einem fulminanten Schuss in den rechten Winkel wieder gut und drehte das Spiel für seine Farben (49.). Im weiteren Spielverlauf blieben die Gastgeber ihrer Linie treu, während Bayern mehr vom Spiel hatte, jedoch Tempo, Spielwitz und Durchschlagskraft vermissen ließ. Generell tat sich der Rekordmeister in der Offensive sehr schwer, die beiden Treffer waren nicht herausgespielt. In Summe war dies einfach zu wenig gegen eine starke Gladbacher Mannschaft.
In der Schlussphase erspielten sich die Münchner eine Reihe von Standards, doch Gladbach köpfte alles weg. Mit Mann und Maus verteidigte die Borussia die knappe Führung und hatte in den Schlussminuten das nötige Glück. Matthias Ginter klärte einen Kopfball von Süle auf der Linie und rettete so den Sieg im Bundesliga-Klassiker (90.+1).

Stimmen zum Spiel

Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Wir sind überglücklich, es war ein harter Fight. Nach dem 0:2 hatte uns wohl keiner mehr auf der Rechnung. Die zwei Tore haben wir so erzielt, wie wir es uns vorstellten. Super, dass wir direkt nach der Pause in Führung gehen. Am Ende war es ein harter Kampf in der Defensive, aber das gehört gegen die Bayern dazu."
Thomas Müller (Bayern München): "Wir haben die ersten 30 Minuten dominiert und kontrolliert, auch mit einem ruhigeren Spielaufbau. Gladbach hat eher gewartet, hat das Zentrum verdichtet, dadurch waren sie in der ersten halben Stunde etwas passiv. Doch sie haben unsere Ballverluste eiskalt bestraft und gedreht. Viel mehr Chancen hatten sie ja nicht. Bei den tiefen Bällen waren wir heute gut, doch wir haben den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren. Aus unserer Überlegenheit haben wir im zweiten Durchgang zu wenig gemacht."

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Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach): "Es war sehr wichtig heute, vor allem nach dem Rückstand. Wir sind nicht gut reingekommen, haben uns das anders vorgestellt. Der Elfmeter war eine blöde Aktion von mir, total unglücklich. Ich bin super happy, dass ich noch das Tor erzielt habe. Nach dem 0:2 hatten wir nichts mehr zu verlieren, wir sind mutiger in die Zweikämpfe und haben früher attackiert."
Leon Goretzka (Bayern München): "Wir verlieren zwei Mal den Ball, wo wir ihn nicht verlieren dürfen und schon steht es 2:2. Wir haben den Gegner heute drei Mal eingeladen und dann läufst du nur hinterher. In der zweiten Halbzeit hatten wir hier und da etwas Pech. Wir bekommen aktuell viel zu viele Gegentore. Wir wollten heute unbedingt mal in Führung gehen. Die ersten 30 Minuten waren die besten seit Langem. Das Spiel nach 2:0 dann noch so herzugeben, tut natürlich weh."

Tweet zum Spiel

Jonas Hofmann war gegen den Meister on fire und zeigte, dass er nach monatelanger Verletzungspause schon wieder der Alte ist. Mit seinem Doppelpack konnte er das 2:0 ausgleichen, das 3:2 durch Florian Neuhaus bereitete Hofmann gekonnt vor.

Das fiel auf

Jonas Hofmann ist wieder in Form: Knapp zwei Monate fehlte Jonas Hofmann wegen eines Muskelbündelrisses. In Bielefeld feierte der Nationalspieler sein Comeback, gegen die Bayern schenkte Marco Rose ihm das Vertrauen. Hofmann zahlte es mit zwei Treffern und einer Vorlage zurück. Der Ex-Dortmunder war Dreh- und Angelpunkt, harmoniert prächtig mit Lars Stindl. Beachtenswert auch seine Coolness, die er bei seinen beiden Treffern im Eins-gegen-Eins mit Manuel Neuer zeigte.

Statistik zum Spiel: 10

Die Bayern können nicht mehr zu Null. Das Spiel in Gladbach war das zehnte Bundesligaspiel in Folge, in denen der Meister mindestens einen Gegentreffer hinnehmen musste. Für den Rekordmeister gab es zuletzt vor knapp zehn Jahren eine Niederlage nach 2:0-Führung. Am 5. Februar 2011 siegte Köln mit 3:2 gegen die Bayern.
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