Borussia Dortmund startete schwungvoll in die Partie. Weil Schalke in der Anfangsphase zu passiv in den Zweikämpfen war, konnte der BVB immer wieder druckvoll Richtung Strafraum ziehen. Vor allem Jadon Sancho machte viel Tempo.
In der siebten Minute verlor Benjamin Stambouli den Ball in der Vorwärtsbewegung, Erling Haaland passte zu Sancho auf der linken Seite – dessen Schuss aus der Nahdistanz im Strafraum war zu unplatziert. Kurz danach beraubte sich Haaland aufgrund einer schwachen Ballannahme in aussichtsreicher Position einer guten Abschlussmöglichkeit (9.).
Doch nach einer Viertelstunde stabilisierten sich die Schalker in der Defensive. Dortmund fand jetzt nicht mehr so einfach zum Strafraum, die Knappen fuhren den einen oder anderen Konter. Doch es fehlte die Präzision. Der erste Rückschlag für Schalke war die verletzungsbedingte Auswechslung von Torhüter Ralf Fährmann, der wegrutschte, als er einen Rückpass wegschlagen wollte, und sich an der Bauchmuskulatur verletzte.
Bundesliga
Nach Morey-Verletzung: Zorc äußert sich zu Transferplänen
VOR 12 STUNDEN
Die nächsten beiden Nackenschläge waren zwei Gegentore. In der 42. Minute verlor Stambouli am eigenen Strafraum den Ball an Mateu Morey, Sancho schoss rechts oben ins Tor. Kurz danach flankte Sancho auf den ziemlich freistehenden Haaland im Strafraum, der kunstvoll per Seitfallzieher ins linke untere Eck schoss.
Nach Wiederanpfiff war Schalke die bessere Mannschaft und erspielte sich dank eines schwungvollen Angriffs einige Torraumszenen. Beste Szene dieser Phase war der Schuss an den linken Pfosten von Suat Serdar (50.), auch Matthew Hoppe hatte eine gute Chance, nachdem er Mats Hummels im Strafraum den Ball abgenommen hatte (53).
Doch es fehlte die letzte Konsequenz und Raphaël Guerreiro zog dem Schalker Spiel den Stecker. Nach einem Konter spielte er mit Marco Reus im Strafraum einen Doppelpass und schob den Ball in die lange Ecke (60.).
Damit war die Partie entschieden, die Schalker ließen die Köpfe hängen und gingen kaum noch in die Zweikämpfe. So konnte Dortmund locker im Mittelfeld kombinieren. Einer dieser Angriffe führte zum 4:0. Sancho steckte auf den eingewechselten Jude Bellingham im Strafraum durch, der passte ins Zentrum, wo Haaland ins leere Tor einschob (79.). Damit war die deutliche Derby-Packung perfekt.

Die Stimmen zum Spiel:

Christian Gross (Trainer Schalke 04): "Es war eine ganz bittere Sache, gegen den Erzrivalen so hoch zu verlieren. Es war ein Spiel, das komplett gegen uns lief. Mit dem Ausfall von Mustafi mussten wir umstellen, dann fiel auch noch Ralf Fährmann aus. Wir haben nicht gut verteidigt, wir hatten wenig Ballbesitz. Wir glauben bis zum vielleicht bitteren Ende, dass er noch möglich ist. Wir werden fighten, alles versuchen."
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Wir sind hierher gekommen, um den Derbysieg einzufahren, das ist uns gelungen. Die Art und Weise, wie wir die Tore herausgespielt haben, macht uns sehr zufrieden. Wie wir in Sevilla und hier aufgetreten sind, ist natürlich das, was wir uns vorstellen. Aber wir sind in einem Prozess, das wird dauern, da wird es Rückschläge geben, das braucht Zeit."
Emre Can (Borussia Dortmund): "Wir wollten heute ein Zeichen setzen, jeder weiß, was das Spiel für die Fans bedeutet. Wir wollten die drei Punkte holen, hier kämpfen. Das haben wir glaube ich gut gemacht. Wir haben einen guten Plan, wenn jeder die Extra-Schritte macht, sind wir stark. Das müssen wir aber in jedem Spiel zeigen. Schalke ist ein großer Verein, es wäre schade für den Ruhrpott, wenn es keine Derbys mehr geben würde. Ich hoffe, sie bleiben in der Liga."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Schalke hat nicht mit Selbstbewusstsein gespielt, in der ersten Halbzeit haben wir das noch zu selten ausgenutzt. Das 1:0 hat uns unheimlich viel Auftrieb gegeben. Das zweite Tor war sensationell. In der zweiten Halbzeit war es wichtig, dass wir drangeblieben sind. Mit dem 3:0 war es dann gegessen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Glück- und chancenlos

Natürlich ist Schalke von der individuellen Qualität der Spieler, von der Zusammenstellung des Kaders und der ganzen Spielanlage dem Rivalen Borussia Dortmund deutlich unterlegen. Es kommt aber bei Schalke zu allem Unvermögen auch Pech hinzu.
Innenverteidiger Shkodran Mustafi war für die Startelf vorgesehen, konnte aber wegen muskulärer Probleme kurzfristig nicht mitwirken, Torwart Ralf Fährmann musste wegen einer Bauchmuskelverletzung in der 31. Minute ausgewechselt werden – und in der Schalker Drangphase traf Suat Serdar nur den Innenpfosten.
Um ein besseres Ergebnis brachten sich die Schalker dann aber natürlich schon selbst. Zweimal verlor Benjamin Stambouli an Mateu Morey am eigenen Strafraum den Ball. Einen dieser Ballgewinne nutzte der BVB für den Führungstreffer.

Die Statistik: 17

Die Treffer von Erling Haaland waren bereits sein 16. und 17. Saisontor in der Bundesliga. Der 20-jährige Norweger ist in bestechender Form, das Zusammenspiel mit Jadon Sancho funktioniert sehr gut, auch in der Champions League hat Haaland schon acht Tore erzielt.
Was für ein Unterschiedsspieler Haaland für den BVB ist und wie groß der Unterschied zwischen Dortmund und Schalke ist, zeigt die Zahl 17. Denn während der Norweger 17 Saisontore auf dem Konto hat, haben alle Schalker in dieser Saison gemeinsam 15 Tore erzielt. Auf Schalke gehen langsam aber sicher die Lichter aus.
Das könnte Dich auch interessieren: Drei Dinge, die im Topspiel auffielen: Was ist nur mit Süle los?

Haaland nach Barcelona? Koeman äußert sich zu Gerüchten

Bundesliga
Läuft Leipzig dem BVB den Rang ab? Zorc reagiert genervt
VOR 13 STUNDEN
Bundesliga
BVB hofft auf Haaland gegen Leipzig, schwere Diagnose bei Morey
VOR 16 STUNDEN