Hansi Flick hat in seiner ersten Saison als Cheftrainer des FC Bayern alles gewonnen, was man gewinnen konnte. Trotzdem war der ehemalige Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft nicht satt und machte weiter, um seinen Vertrag bis 2023 zu erfüllen.
Inzwischen scheint die Zukunft des 55-Jährigen aber ungewiss. Wie die "Sport Bild" berichete, ist es nicht sicher, dass Flick auch über die Saison hinaus noch an der Seitenlinie steht.
Es gebe mehrere Punkte, die Flick ins Grübeln bringen. Ein Hauptgrund ist die Zusammenarbeit mit der sportlichen Führung. Mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic war Flick nicht immer einer Meinung. Der Bayern-Coach war nicht von allen Neuzugängen überzeugt, hätte zum Teil gerne andere Spieler verpflichtet gesehen.
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Bezeichnenderweise spielen alle acht Neuzugänge in dieser Saison keine große Rolle, selbst Top-Transfer Leroy Sané startet noch nicht richtig durch. Den Kader sehen laut des Berichts sowohl Flick als auch die Spieler selbst als schwächer an als in der Vorsaison.

Flick: Bezugsperson Rummenigge hört zum Jahresende auf

Auch beim Thema Vertragsverlängerungen hätte sich Flick andere Entscheidungen gewünscht - vor allem bei Jérôme Boateng, der unter Flick zumeist gesetzt ist (16 von 18 Bundesligaspiele in der Startelf), dessen auslaufender Vertrag nach Salihamidzics Ansicht aber nicht mehr verlängert werden soll.
Zuletzt öffnete Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wieder die Tür für eine Boateng-Verlängerung. "Jérôme spielt wieder eine gute Rolle. Dementsprechend wird man sich dieser Frage stellen müssen in einem Gespräch mit ihm", erklärte Rummenigge zuletzt der "Bild".
Genau hier liegt der entscheidende Punkt. Rummenigge gilt als erste Bezugsperson von Flick, setzte sich in der Vergangenheit immer wieder im Interesse des Trainers ein. Doch zum Ende des Jahres wird der 65-Jährige sein Amt niederlegen. Oliver Kahn rückt auf den Posten nach.
Bisher ist Kahn aber nicht so nah an der Mannschaft und am Trainer dran. Für Flick ergibt sich dadurch eine Unsicherheit über die Art und Weise der weiteren Zusammenarbeit.

Andere Trainerposten reizen Flick

Das zweite Hauptargument in Flicks Gedankenspielen sind wohl mögliche andere Trainerposten. Bei vielen seiner Arbeitgeber ging Flick schon vor Vertragsende und suchte sich neue Herausforderungen.
Nach der Triple-Saison dürften dem gebürtigen Heidelberger viele Türen offenstehen. Angebote aus der Premier League sollen ihn reizen, interessant ist aber insbesondere eine Stelle: die des Bundestrainers.
Die Zukunft von Jogi Löw nach der anstehenden EM ist mehr als offen, ein Abschied gilt als wahrscheinlichstes Szenario. Flick pflegt noch immer gute Kontakte zum DFB, hätte mit Oliver Bierhoff und Andreas Köpke zwei wichtige Vertraute und soll von der Vorstellung, Bundestrainer zu werden, angetan sein. Würde Löw im Sommer gehen, fragt der DFB sicherlich auch bei Flick an.
Zunächst wird sich der Bayern-Coach auf die Leistungen mit der Mannschaft konzentrieren. Im Sommer aber wird sich Flick dann seine Gedanken machen.
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