David Alaba und Thomas Müller werden, davon ist inzwischen auszugehen, wohl einen neuen Rekord aufstellen.
Gelingt es dem FC Bayern, die komfortable Tabellenführung ins Ziel zu bringen, haben die beiden Profis jeweils zehn deutsche Meisterschaften gewonnen.
Alaba und Müller schafften beide über die Junioren und die zweite Mannschaft den Sprung in den A-Kader und erlebten 2010 erstmals, wie sich so eine Titel-Bierdusche beim Rekordmeister anfühlt und welchen Blick man vom Rathausbalkon hat.
Bundesliga
Boateng-Zukunft bei Bayern: Gespräche stehen an
26/01/2021 AM 10:01
Nun gehen die beiden Bayern-Stars auf ihre letzte, gemeinsame Etappe in München.
Denn Alaba wird in der Saison 2020/2021 ein anderes Trikot tragen. Man müsse "damit rechnen, dass er den Verein verlässt", macht sich Flick keine Illusionen mehr, den Österreicher doch noch vom Verbleib überzeugen zu können.
Die zuletzt nicht immer sattelfeste Abwehr braucht also mittelfristig einen neuen Chef, der neben sportlicher Klasse Qualitäten im Spielaufbau und gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringt. Eurosport.de beleuchtet die Kandidaten für die Alaba-Nachfolge und gibt an, wie hoch der Alaba-Faktor ist:

Lucas Hernández - der Interne

Flick bevorzugt in der Innenverteidigung einen Rechts- und einen Linksfuß, um im Spielaufbau flexibler zu sein. Hernández wäre also der passende Nachfolger für Alaba - und spielt bereits im Verein. Der Franzose kam im Sommer 2019 für 80 Millionen Euro zum Rekordmeister und zeigte sich zuletzt stark verbessert.
Trotz seiner enormen Fähigkeiten tat sich der 24-Jährige mitunter schwer, seinen Platz in der Mannschaft zu finden. Dennoch bringt der "flexible Abwehrspieler, der sowohl auf der linken Abwehrseite als auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann, alles mit, um Alabas Nachfolge anzutreten", sagte Eurosports Taktik-Experte in seiner Analyse.
Das Passspiel des Weltmeisters ist ebenso druckvoll wie genau, den nächsten Pass hat Hernández in der Regel schon bei Ballannahme im Kopf.

Lucas Hernández

Fotocredit: Getty Images

Luft nach oben hat der Defensivspezialist noch in Sachen Leader-Qualiltäten. Als lauter Antreiber und Kommandogeber, wie Flick sich das von einem Abwehrchef gewünscht, fiel Hernández in seinen eineinhalb Jahren in München noch nicht auf. Mit 24 Jahren ist der Franzose aber noch in seiner Entwicklung. "Ich traue es ihm zu", bejahte Flick entsprechend auch die Nachfrage, ob er sich Hernández als Alaba-Nachfolger vorstellen kann.
Alaba-Faktor: 80 Prozent

Dayot Upamecano - der Externe

Als Flick unlängst in einer Presserunde im Hinblick auf die Personalie Alaba betonte, dass "man einen anderen Spieler holen muss, wenn ein Spieler mit der Qualität den Verein verlässt", dachten wohl die meisten sofort an Dayot Upamecano. In der Tat hat der Leipziger Innenverteidiger das Interesse der Bayern geweckt.
"Wir werden uns natürlich damit befassen", gab Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei "Bild" unumwunden zu, schränkte aber auch ein, dass Upamecano in Sachen Transfers nicht der einzige Spieler sei, über den man nachdenke.

Dayot Upamecano (RB Leipzig)

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Der 22-Jährige gilt als eines der größten Innenverteidiger-Talente in Europa, entsprechend gibt es Gerüchte um einen Wechsel zu internationalen Schwergewichten wie dem FC Liverpool und Manchester United. Wollen die Bayern den Franzosen an die Säbener Straße locken, müsste sie indes tief in die Tasche greifen.
Nach Informationen der "dpa" darf Upamecano seinen bis 30. Juni 2023 laufenden Vertrag bei RB nur raus, wenn ein Verein die Ausstiegsklausel von 45 Millionen Euro hinblättert. In Corona-Zeiten selbst für die Bayern ein dicker Batzen, zumal Upamecano aufgrund seiner jungen Jahre und seiner Eigenschaft als Linksfuß nicht ganz ins Profil passt.
Alaba-Faktor: 60 Prozent

Niklas Süle - der Ex-Chef

Niklas Süle legte bei den Bayern eine steile Karriere hin. 2017 heuerte der bullige 1,95-m-Hühne beim Rekordmeister an und es dauerte nicht lange, da sprengte der gebürtige Frankfurter das bewährte Weltmeister-Duo mit Mats Hummels und Jérôme Boateng in der Innenverteidigung. Die Frage lautete nicht mehr, ob Süle spielt, sondern wer neben ihm spielte. Körperliche Robustheit, Übersicht und Zweikampfstärke machten den 25-Jährigen unverzichtbar für die Bayern.

Die Bayern-Spieler Niklas Süle (l.) und Douglas Costa klatschen sich ab

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Im Oktober 2019 kam dem Nationalspieler dann ein Kreuzbandriss dazwischen. Nach einer monatelangen Pause und dem Comeback im Juli 2020 ist Süle noch immer auf der Suche nach der alten Form, dazu gab es öffentlich immer wieder Zweifel am Fitnesszustand des Bayern-Profis. Als Rechtsfuß und aufgrund seiner etwas weniger ausgeprägten Qualitäten im Spielaufbau gilt Süle in München nicht als 1a-Lösung für die Nachfolge Alabas. Wichtig wird er trotzdem für Flick, zumal ein Abschied von Boateng schon länger im Raum steht.
Alaba-Faktor: 60 Prozent

Bright Arrey-Mbi - der Langfristige

Keine Frage, für den deutschen U17-Nationalspieler käme eine tragende Rolle bei den Profis viel zu früh. Dennoch wissen die Bayern genau um das Potenzial von Arrey-Mbi, den Flick sogar schon etwas Champions-League-Luft schnuppern ließ. Gegen RB Salzburg und Lok Moskau stand er im Kader, beim 1:1 gegen Atlético Madrid 61 Minuten lang auf dem Platz.

Arrey-Mbi (FC Bayern München)

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Ansonsten reift das Talent vor allem in der Drittliga-Mannschaft der Bayern heran. Arrey-Mbi könnte aber die Zukunft gehören beim Meister, zumal er als Linksfuß einen besonderen Stellenwert für die Abwehr hätte. Und: Er konnte schon einiges lernen vom aktuellen Abwehrchef Alaba. "Die Chance für junge Spieler, sich beim FC Bayern zu zeigen, war selten größer als in diesen Wochen und Monaten, unterstrich Ende vergangenen Jahres Vorstand Oliver Kahn - und meinte damit auch ganz gezielt Bright Arrey-Mbi.
Die Parallele? Auch Alaba bestand einst 17-jährig (beim 2:3 in Florenz) in der Champions League seine Feuertaufe für die Bayern ...
Alaba-Faktor: steigend
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