Nach dem Triple ist vor der Saison.

Erfolg ist im Profifußball wichtig, aber extrem kurzlebig. Das galt schon immer, in diesem Jahr jedoch besonders. Und ganz besonders für den FC Bayern.

Bundesliga
Flick: "Werden einige Spieler verlieren"
26/08/2020 AM 16:47

Coronabedingt gibt es für den deutschen Rekordmeister und aktuellen europäischen Titelträger nämlich zwischen der Spielzeit 2019/20 und 2020/21 fast keine Zeit zum Durchschnaufen.

Schon am 11. September steigen die Bayern nach einem kurzen Power-Urlaub für den Großteil des Kaders wieder voll ins Training ein. Wenige Tage später eröffnet man die neue Spielzeit - auf eigenen Wunsch hin - mit einem Heimspiel gegen Schalke 04.

Auch deshalb ging der Blick der Verantwortlichen schon in der Stunde des Triumphs von Lissabon nach vorne. Während die aktuelle Mannschaft noch den Sieg über Paris Saint-Germain begoss, dachte besonders Hans-Dieter Flick an das neue Team. Und das durchaus sorgenvoll.

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Flick braucht frische Kräfte

In einem Interview mit der "Zeit" betonte der Trainer: "Wenn ich mit diesem Kader weiterarbeiten könnte, das wäre schön. Aber das ist nun mal nicht der Fall." Schon oft hatte er in den vergangenen Wochen auf einen möglichen Aderlass hingewiesen.

"Ich habe keine Angst vor dem, was kommt", sagte der 55-Jährige nun. Seine Mannschaft werde jedoch "einige Spieler verlieren, die enorme Qualitäten haben", betonte Flick, "das müssen wir auffangen."

Bis zu sieben Triple-Sieger könnten den FC Bayern in der aktuell laufenden Wechselperiode verlassen. Zu viel für den - ohnehin kleinen - Kader.

Fragezeichen hinter Boateng und Perisic - sonst fast alles klar

Die Abgänge der ausgeliehenen Alvaro Odriozola und Philippe Coutino zu ihren Stammvereinen Real Madrid und FC Barcelona sind längst spruchreif. Auch bei Thiago, der seinen Lebensmittelpunkt gern nach Liverpool verlagern möchte, und Sven Ulreich stehen die Zeichen auf Abschied.

Doppel-Triple-Sieger Javi Martinez hat keine Zukunft mehr an der Säbener Straße. Er sucht nach einem geeigneten Klub, der die von Bayern geforderten zehn Millionen Euro auf den Tisch legt.

Auch bei Jérôme Boateng stellt sich die Situation ähnlich dar. Kommt ein annehmbares Angebot, würde der Verein dem Ex-Nationalspieler keine Steine in den Weg legen. Flick möchte auf lange Sicht mit Niklas Süle und David Alaba - der kurz vor einer Vertragsverlängerung steht - in der Innenverteidigung agieren.

Und dann wäre da noch Ivan Perisic, der fest verpflichtet werden soll. Das Paket aus Ablösesumme und gefordertem Gehalt ist derzeit aber noch deutlich zu hoch.

Trainer des FC Bayern München: Hansi Flick (mitte)

Fotocredit: Getty Images

Vier Neuzugänge sind schon da - Flick will mehr

Zwar hat die Führungsriege des Rekordmeisters um Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic mit den Verpflichtungen von Leroy Sané, Alexander Nübel, Tanguy Nianzou und der Rückkehr von Adrian Fein schon für den einen oder anderen Ersatz gesorgt. Mit Inter Mailand verhandelt man obendrein über einen Transfer von Marcelo Brozovic.

Flick hofft aber auf weitere Alternativen.

Der Coach hätte gern noch einen Rechtsverteidiger im Team. Auch einen Außenstürmer wünscht er sich. Diese Forderung dürfte bei einem eventuellen Abschied Perisics an Dringlichkeit gewinnen.

Bayern-Bosse sehen "interne Neuzugänge"

Vorstandsboss Rummenigge ist in dieser Sache nicht unbedingt Flicks Meinung. "Auch für den Trainer gilt: 'Wünsch dir was' können wir uns in Zeiten von Corona finanziell nicht leisten", sagte er der "AZ".

Die Bosse rechnen anders. Sie sehen die Langzeitverletzten Corentin Tolisso und Lucas Hernández als "interne Neuzugänge".

Das Transferfenster ist noch bis zum 5. Oktober geöffnet. Bis dahin dürfte es lebhafte Diskussionen über mögliche weitere Bayern-Transfers geben - extern sowie intern. Flick hat nämlich noch lange nicht genug.

Er ist zwar schon eine Vereinsikone, aber eben erst seit neun Monaten im Amt. Flick will mehr.

"Klar könnte ich sagen: Jetzt habe ich viel erreicht. Jetzt lehne ich mich mal zurück. Aber das entspricht nicht dem Anspruch, den ich an mein Leben habe", sagt er.

Flick weiß um die Größe der Herausforderung. "Es gibt einen schönen Satz: 'Erfolg ist kein Besitz. Er ist nur gemietet.' Und die Miete ist jeden Tag fällig."

Um sie zu bezahlen, braucht er neue Stars...

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