Den größeren Druck im Abstiegskampf hatten die auf Platz 17 stehenden Gäste und so waren es auch die Kölner, die mit viel Elan begannen. Der Effzeh stellte das Berliner Aufbauspiel schon früh zu und gab den Hausherren nur wenig Möglichkeiten zur Entfaltung. Die Hertha versuchte mit schnellem Umschaltspiel die Räume bei den hochstehenden Kölnern zu bespielen, zu oft fehlte es aber an der Genauigkeit im Passspiel.
Ohnehin ließen gefährliche Torraumszenen auf sich warten, da beide Mannschaften sehr körperbetont agierten und Fouls dem Spiel immer wieder den Fluss nahmen. So entstanden die ersten Torannäherungen aus Standardsituationen.
Nach einem Einwurf zog Elvis Rexhbecaj direkt ab, Alexander Schwolow reagierte aber gut und lenkte den Ball zur Ecke ab (17.). Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 30. Minute, ehe die Hertha eine gute Chance zustande brachte.
Bundesliga
Köln vor dem Abstieg: Nur noch ein Funke(l) Hoffnung
27/05/2021 AM 09:20
Dann brach Nemanja Radonjic nach einem Steilpass auf der linken Seite durch. Der Winter-Neuzugang schaffte es aber nicht, aus spitzem Winkel den Ball im Tor unterzubringen, weil Timo Horn noch den Fuß ausfuhr. In den Minuten vor der Pause kam die Hertha dann auch etwas besser ins Spiel und hatte durch Jessic Ngankam eine weitere gute Gelegenheit. Erneut war Horn mit einer Fußbabwehr zur Stelle (39.).
Nach der Halbzeitpause hatten die Kölner gleich zwei gute Gelegenheiten. Erst geriet Rexhbecaj bei einer Flanke in Rücklage und köpfte drüber (52.), dann war Ellyes Skhiri zu überrascht, dass ein Eckball bis zu ihm durchrutschte und reagierte nicht schnell genug (54.).
In der Schlussviertelstunde erhöhten die Gäste dann nochmal den Druck. Zunächst scheiterte Jakobs aus halblinker Position an Schwolow (77.). Nur zwei Minuten später schlenzte der eingewechselte Marius Wolf einen Ball am langen Pfosten vorbei (79.). Von Hertha kam praktisch nichts mehr und Köln blieb im letzten Drittel zu ungenau. Einen Aufreger gab es noch, als Skhiri nach einem Kontakt im Strafraum zu Fall kam. Für Schiedsrichter Deniz Aytekin war das aber zu wenig für einen Elfmeter (89.).
Das Remis sicherte Hertha (14., 35 Punkte) den Nicht-Abstieg. Köln (17., 30 Punkte) dagegen hat nächste Woche ein Endspiel gegen Schlusslicht FC Schalke 04 (15:30 Uhr im Liveticker) bevorstehen, bei dem der Effzeh den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand hat.
Mit einem Sieg wäre aber theoretisch noch ein Sprung auf Platz 15 möglich - je nachdem, wie Arminia Bielefeld (15., 32 Punkte) beim VfB Stuttgart und Werder Bremen (16., 31 Punkte) zuhause gegen Borussia Mönchengladbach spielen. Gut für Köln: Für den VfB und Gladbach geht es noch um Platz sieben und damit die Qualifikation für die UEFA Europa Conference League.
Bundesliga - 33. Spieltag: Ergebnisse & Tabelle

Die Stimmen:

Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Das war schon ein schwieriger Job. Ich bin sehr stolz. Die Jungs haben sich geändert und wir sind eine Mannschaft geworden. Wir haben alles gegeben - auch heute. Es war nicht einfach. Respekt an die Jungs, dass sie das am vorletzten Spieltag schon geschafft haben. Nächste Woche wollen wir auch noch ein gutes Spiel machen."
Timo Horn (1. FC Köln): "Wir haben, auch wenn Hertha uns das Leben schwer gemacht hat, versucht, nach vorne zu spielen. Wir haben die Null gehalten und uns so dieses Endspiel verdient. Wir hoffen natürlich auf ein bisschen Schützenhilfe, aber wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen und das Spiel gegen Schalke gewinnen. Dann hoffe ich natürlich, dass es zumindest für die Relegation reicht und dass wir den Verein in der Liga halten können. Das ist mein Wunsch. Es wäre grausam, wenn das nicht klappt."

Das fiel auf: Abstiegskampf per Definition

Man hat Abstiegskampf erwartet und man hat Abstiegskampf bekommen. Das Spiel war in der ersten Hälfte wahrlich kein Leckerbissen. Beiden Mannschaften gelang es nur selten, sich gefährlich vor das Tor zu kombinieren. Insbesondere den Kölnern war anzusehen, dass sie zwar wollten, aus dem Spiel heraus aber einfach keine kreativen Lösungen fanden. Stattdessen wechselten sich unnötige Ballverluste auf beiden Seiten ab, die vielen Fouls sorgten immer wieder für Unterbrechungen. In Hälfte zwei wurde es nur unwesentlich besser. Beide Teams verteidigten zwar gut, bekamen nach vorne nicht viel zustande.

Der Tweet zum Spiel:

Den meisten Jubel im ganzen Spiel gab es auf der Tribüne, als das Zwischenergebnis aus Augsburg nach Berlin durchsickerte. Durch den Bremer Rückstand waren die Berliner gesichert – ganz zur Freude von Matheus Cunha und Sami Khedira.

Die Statistik: 5

Ein Tor wollte an diesem Nachmittag einfach nicht fallen, was vor allem daran lag, dass beide Mannschaften vor dem Tor zu ungenau blieben. Hertha brachte nur einen einzigen Schuss auf den gegnerischen Kasten. Bei Köln gelangten nur vier der zwölf Schüsse auf das Tor – zu wenig, um einen Treffer zu erzielen.
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