Die Entscheidung, sein Amt niederzulegen sei "über mehrere Wochen gereift". Grundsätzlich sei aber jetzt der richtige Zeitpunkt, denn "es endet das Geschäftsjahr und es beginnt eine neue Spielzeit, für die Oliver Kahn die Verantwortung dann auch von Beginn an tragen soll".
Auch die Umstände seien für den 65-Jährigen perfekt gewesen: "Ausgerechnet in meinem letzten Spiel als Vorstands-Chef schafft Robert Lewandowski sein historisches 41. Tor in der letzten Minute, anschließend gibt es die Schale – schöner geht es doch nicht zum Abschied für mich!"
Auch Noch-Trainer Hans-Dieter Flick habe ihn bei der Entscheidung bestärkt: "Neuer Trainer, neue Saison, neuer Vorstandschef - das ist ein sauberer Schnitt. Mir war ganz wichtig zu gehen, solange es schön ist", so Rummenigge weiter. "Wir haben sieben Titel in den vergangenen zwölf Monaten gewonnen, sind mit Herbert Hainer, Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Julian Nagelsmann hervorragend für die Zukunft aufgestellt und stehen wirtschaftlich in Europa von allen Klubs am besten da."
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Sein vorzeitiger Abschied habe jedoch nichts mit den Querelen zwischen Flick und Salihamidzic zu tun. Er äußerte sich zur Kritik am Sportvorstand: "Was die Transfers betrifft, hat er sich selbst die Messlatte manchmal vielleicht etwas zu hochgelegt. Ich muss ihn da auch in Schutz nehmen, denn Uli Hoeneß und ich hatten auch nie eine 100-Prozent-Quote bei den Transfers. Außerdem kommt mit Nagelsmann jetzt 'sein' Trainer. Das wird seine Position stärken."

Rummenigge über den Umbruch beim FC Bayern

Neben Rummenigge werden auch Flick, David Alaba, Javi Martínez, Jérôme Boateng, Hermann Gerland und Miroslav Klose kommende Saison nicht mehr beim FC Bayern sein.
Über den Umbruch sagte der 65-Jährige: "Ich meine das nicht negativ, aber wir alle sind am Ende ersetzbar, das gilt für Spieler und Trainer genau wie für mich. Es wird etwas Neues entstehen, und der FC Bayern wird weiter Erfolg haben. Da sollte sich die Konkurrenz jetzt keine allzu großen Hoffnungen auf einen Einbruch machen."
Im Interview verriet er auch, was seine besten Transfers in seiner Zeit beim deutschen Rekordmeister waren: "Manuel Neuer 2011 für rund 20 Millionen Euro, Robert Lewandowski 2014 sogar ablösefrei – hinten der beste Torwart der Welt, vorne der beste Stürmer der Welt. Das war die Basis für die besten zehn Jahre der Vereinsgeschichte."
Der Verkauf von Toni Kroos an Real Madrid im Jahr 2014 war hingegen "sportlich schmerzhaft", doch mit 30 Millionen Euro sei es wirtschaftlich wichtig gewesen. "Es gibt Phasen, da ist auch Bayern München darauf angewiesen, dass etwas in die Kasse kommt. Genauso war es leider jetzt auch bei Alaba, der ein wunderbarer Junge ist. Das Gesamtpaket hätte aber einfach den Rahmen gesprengt", erklärte Rummenigge.

Rummenigge spricht über seine Zukunft

Der ehemalige Profi äußerte sich auch zu seinen Zukunftsplänen. Er wolle vor allem seiner Frau etwas zurückgeben, die ihm seit über 40 Jahren den Rücken freigehalten habe. "Wir fahren nach dem EM-Spiel gegen Frankreich nach Sylt in unser Haus und freuen uns beide auf den ersten Sommer-Urlaub ohne Transfer-Telefonate", erzählte er.
Generell freue er sich, dass er in Zukunft mehr Zeit seiner Familie widmen kann: "Meine sechs Enkel können noch nicht ganz glauben, dass ihr Opa jetzt wirklich mehr Zeit für sie hat."
Aber nach seinem Urlaub werde er natürlich auch seine Verantwortung im UEFA-Exekutivkomitee wahrnehmen.

Rummenigges Wunsch für den FC Bayern

Einen Wunsch will sich Rummenigge kommende Saison bei Bayern trotzdem noch erfüllen: "Auf der Südtribüne stehen und zwischen den Fans ein Spiel erleben."
Und der 65-Jährige hat auch noch einen Wunsch für den deutschen Rekordmeister: "2023 ein Champions-League-Triumph beim nächsten Finale dahoam!"
Denn die Final-Niederlage 2012 in München gegen den FC Chelsea "ist meine einzige Wunde, die noch nicht verheilt ist…"
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