"Man muss immer egoistisch sein, damit der Torinstinkt bleibt, aber ich versuche natürlich immer auch für die Mannschaft zu spielen. Manchmal ist Egoismus eine positive Sache", sagte der 32-Jährige nach einer weiteren Torgala - und lachte.
Es ist noch gar nicht lange her, da ist Lewandowski dieser Egoismus vorgeworfen worden. Da galt er beim Rekordmeister als Fußball spielende Ich-AG, immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Jeden Sommer wiederholten sich die Diskussionen um seine Zukunft: Bayern, so schien es, ist für einen Lewandowski nicht gut genug, Real Madrid oder der FC Barcelona sollten es bitte schon sein.
Doch inzwischen spielt Lewandowski seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund über sechs Jahre beim FC Bayern - und hat sich zum angesehenen und unverzichtbaren Topstar entwickelt. Sein Wort hat in der Mannschaft Gewicht, seine Leistungen stehen ohnehin außerhalb jeden Zweifels.
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FC Bayern: Neuer und Rummenigge adeln Lewandowski

Torgarant Lewandowski, noch bis 2023 bei den Bayern unter Vertrag, ist neben Torhüter Manuel Neuer quasi die sportliche Lebensversicherung der Münchner. Was "neu" an diesem Lewandowski sei, wurde Trainer Hansi Flick nach dem 5:0 gegen Frankfurt mit drei Lewandowski-Toren gefragt. Robert habe, antwortete Flick schmunzelnd, "um seine Auswechslung gebeten".
Ansonsten stellt Flick Woche für Woche die "Wahnsinnsqualität" seines Torjägers heraus. "Er ist der kompletteste Spieler auf diesem Planeten. Mehr als er kannst du nicht machen", sagte auch "Sky"-Experte Matthäus am Mittwochabend, nachdem Lewandowski mit seinem Doppelpack gegen den VfL (45.+1/50.) einmal mehr seine Weltklasse und Ausnahmestellung unterstrichen hatte.
"Einzigartig", nennt Kapitän Neuer seinen Kollegen, der 2020 bereits zu Deutschlands und Europas Fußballer des Jahres gekürt wurde. Er sei "wirklich froh", ergänzte der Rio-Weltmeister, "ihn in meiner Mannschaft zu haben - und nicht gegen ihn antreten zu müssen." Der Pole sei schlicht "der Beste von allen", betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Cristiano Ronaldo hin, Lionel Messi her.

Robert Lewandowski.

Fotocredit: Getty Images

Klopp lässt Knoten bei Lewandowski platzen

Die Zahlen unterstreichen die Lobeshymnen eindrucksvoll: Zum historischen Triple-Triumph in der vergangenen Saison trug Lewandowski in 47 Spielen 55 Tore bei. Damit war er bester Schütze der Liga, des DFB-Pokals und der Champions League. Gegen Wolfsburg waren es die Bundesligatore 250 und 251 im 332. Spiel - nur Klaus Fischer (268) und "Bomber" Gerd Müller (365) trafen häufiger. 18 Pflichtspieltreffer in 17 Spielen sind es auch in dieser Saison schon wieder.
Dazu kommt noch sein immenser Wert für das Team. "Er will immer. Er wollte sehr lange ganz viele Tore machen - und jetzt will er Tore machen, um Spiele mit der Mannschaft zu gewinnen. Diesen Schritt kann man nicht hoch genug loben", beschrieb Müller die positive Entwicklung des Stürmers.
2011 war Lewandowski für bescheidende 4,75 Millionen Euro von Lech Posen zum BVB gekommen - als No-Name, der sich zunächst auch bei der Borussia sehr schwer tat. Erst ein Gespräch mit Trainer Jürgen Klopp sei entscheidend für seinen Aufstieg zum Weltstar gewesen, erzählte Lewandowski unlängst: "Wir sprachen fast zwei Stunden und er hat mir erklärt, was er von mir erwartet. Nach diesem Gespräch hat alles besser funktioniert." So einfach ist das.
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(SID)

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