Der LIGAstheniker: Teelicht für Lewandowski, Benimmkurs für Sané

LIGAstheniker Thilo Komma-Pöllath verteilt in seinem Weihnachtsblog Gechenke an die Bundesliga-Prominenz. Besonders freuen dürfen sich in diesem Jahr Leroy Sané, Robert Lewandowski, Union-Coach Urs Fischer und der FC Schalke 04. Allerdings sind die Präsente des LIGAsthenikers durchaus mit Vorsicht zu genießen, zumal auch Michael Wendler irgendwie noch mitmischt.

Bayern-Goalgetter Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

Liebe Fußballfreunde,
wie jedes Jahr verteile ich an Weihnachten auch diesmal an diejenigen Geschenke, die sich in besonderer Weise auf meinen Wunschzettel gespielt haben.
Und nur dass wir uns nicht missverstehen: Das muss nicht zwangsläufig etwas Gutes bedeuten für die Beschenkten:
Der FC Schalke firmiert offiziell noch als Fußballverein, zum nächsten Lockdown im Januar 2021 wird ein Corona-Soforthilfepaket nach 04 benannt.
Das hat das Finanzministerium beschlossen.

100 Milliarden Euro für Schalke

Drei Trainer, vier Punkte und 35 Gegentore, Tabellenplatz 18 und 240 Millionen Euro Schulden sind für den Bund Grund genug, sich zinsgünstig die nächsten 100 Milliarden Euro am Finanzmarkt zu besorgen.
Wichtig: Der gesamte Betrag in Höhe der 100 Milliarden Euro kommt dem FC Schalke zu Gute, damit Spielergehälter, ein halbes Dutzend Ex-Trainer, Gazprom und Tönnies' Fleischverarbeitungsarmee endlich mal anständig bezahlt werden können.
Finanzminister Scholz geht davon aus, dass im März eine nächste Soforthilfe nötig wird, da völlig unklar ist, mit was Schalke in Zukunft je Geld verdienen will. Das erklärt schon der Volksmund: "Die Knappen". Ich habe Sportdirektor Jochen Schneider angeboten, das Ausfüllen des Formulars zu übernehmen, damit nichts in pro-russischen Kanälen im Aufsichtsrat versickert.

Wendler treibt Sané die Drecksbälle aus

Einen Benimmkurs, den die Volkshochschule Treuchtlingen anbietet, habe ich für einen der smartesten Kicker des Landes eingebucht.
Unter dem Hashtag #Ichreißerstdasmaulwiederaufwennichauchwasgeleistethabe wird Kursleiter Michi Wendler dem menschgewordenen Sanéschnittchen Leroy Aziz Sané erklären, warum man sich nicht öffentlich über "Drecksbälle, ey" der Kollegen mokiert (abgehört im Spiel gegen Leipzig), wenn man selbst noch keinen einzigen zählbaren Drecksball zu Bayerns diesjährigen Glanztaten beigesteuert hat.
Allmählich begreift man, warum Jogi Löw dieses ambitionslos herumschlurfende Million Dollar Baby nicht bei der Nati haben wollte. Hätte nie gedacht, dass ich dem schönen Jogi in der Zuspätphase seines Natiwerks noch einmal recht geben würde.

Löw: Hauptsache der Pony sitzt

Apropos Jogi. Für den Weihnachtstag habe ich ihm - private booking - einen Friseurtermin bei Udo Walz eingebucht. Spitzen schneiden von 8:00 bis 12:00 Uhr. Ich kann ihn nicht mehr sehen, wenn er sich im TV-Studio im Sekundentakt den viel zu langen, perfekt geföhnten Pony mit seinen perfekt manikürten Nivea-Händen aus der Stirn wischt, wo er doch eigentlich sagen soll, warum Deutschland kickt wie die Thekentruppe vom Schumanns.
Dass Jogi sich standhaft weigert, der Öffentlichkeit eine Erklärung abzugeben, kann nur mit der Aerosol-Omertá des DFB zusammenhängen. Steuerrazzia, gekauftes Sommermärchen, Natiniedergang - wir decken den Mundschutz des Schweigens über unsere skandalöse Geschäfts- und Personalpolitik! Hauptsache der Pony sitzt! Wie bitte, Udo Walz ist schon tot?

Union Berlin und die Bundesligaweltspitze

Mein Trainer des Jahres ist übrigens Urs Fischer, gaaanz knapp vor David Wagner, Manuel Baum, Huub Stevens und Hansi Flick. Wie der "Hauptmann von Köpenick" die talentlosen Christopher Nachnamens Trimmel und Lenz in die Bundesligaweltspitze geführt hat, und das quasi ehrenamtlich (laut BILD verdient der Urs den prekären Ligamindestlohn von einer Million Euro/Jahr), das ist beeindruckend innovativ und solidarisch.
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Union Berlin jubelt über den Auswärtssieg beim VfB Stuttgart

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Das Finanzamt Berlin-Köpenick hat mitgeteilt, wenn man Fischer für seine derart nachhaltige Humankapitalarbeit finanziell unterstützen wolle, könne man diese Spende unter der Verwendung "eklig e.V." zur Gänze von der Steuer absetzen. Hab' ich prompt gemacht. Nen Fuffi für den Hauptmann!

Oligarch von Haidhausen? Unterste Schublade

Das liebe Geld! Hätte ich Geld und einen Garten würde ich die beiden Musterintegrationsschwaben Tanguy Coulibaly (Linksaußen) und Silas Wamangituka (Rechtsaußen) für meine ganz privaten Brot- und Spielenachmittage anheuern. Ich würde mich als Oligarch von Haidhausen mit einem Dom Pérignon bewaffnen, auf die Terrasse meines Hauses setzen und den beiden beim Coulibaly-Sein und Wamangituka-Sein zuschauen.
Die beiden könnten tun, was immer sie tun wollen, dabei könnte ich Ihnen stundenlang zusehen. Den Videozusammenschnitt des VfB beim BVB habe ich bestimmt hundertmal gesehen. Wie die beiden dem Reus, dem Sancho und dem Reyna mit dem Fußgelenk die nackten Wangen getätschelt haben, das war für mich ein beinahe jesuanisches Erweckungserlebnis.
Menschlich wäre das von mir – zugegeben - unterste Schublade, eh klar. Brot- und Gartenspiele, Oligarch von Haidhausen – geht's noch? Mein letztes Bargeld habe ich zum Glück einem ekligen Hauptmann gespendet.

So egoistisch ist Lewandowski nicht

Robert Lewandowski ist der beste Fußballer der Welt und damit auch als Mensch ab sofort erste Liga. Endlich weiß das auch der Infantino von der irrlichternden Fußball-Uno. Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass Lewy damit auch der wichtigste Pole der Welt ist. Wichtiger als Nord- und Südpol zusammen, die die Menschheit eh im Stich lassen. So egoistisch ist der Robert nicht.
Gut, er soll 2,5 Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbeigedribbelt haben, aber dafür beschenkt er uns mit seinen filigranen Tänzchen auf TikTok, wie man hört, sind die Bespieler der Social-Media-Accounts von Ronaldo und Messi blass vor Neid. Wenn Lewandowski mit seinem Rechtsschussmechanismus jetzt noch den von Polen blockierten EU-Haushalt rettet, dann ist ihm endgültig alles zuzutrauen: Corona besiegen, Klimawandel aufhalten, Trump aus dem White House ballern.
An Heiligabend werde ich nur für Lewy ein Teelicht ins Fenster stellen, damit der Welt dieser Superspreader noch lange erhalten bleibt.
Frohes Fest, Freunde!

Toni Kroos im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball

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Lewandowski überwältigt: "Ein großer Tag für mich und Bayern"

Quelle: Perform

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