Der FC Bayern München befindet sich mitten in den Kaderplanungen für die kommende Saison. Zwei Transfers stehen bereits fest. Mit Dayot Upamecano und Omar Richards verstärken zwei Verteidiger den Kader des Rekordmeisters.
Besonders der Wechsel des jungen Engländers wirft aber durchaus Fragen auf. Denn Richards spielte bis zuletzt beim englischen Zweitligisten FC Reading.
Nun kommt der 23-Jährige ablösefrei und ohne Erstligaerfahrung als Ersatzmann von Linksverteidiger Alphonso Davies zum FC Bayern.
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Hat Richards vielleicht das Zeug, um mehr als eine Alternative zu sein? Oder ereilt ihn ein ähnliches Schicksal wie Bouna Sarr oder Marc Roca, die nach ihren Wechseln keine Rolle im Bayern-Kader spielen?

Omar Richards soll nicht der nächste Flop werden

Der Linksverteidiger geht jedenfalls mit großer Vorfreude an seine neue Aufgabe heran. "Mein Wechsel zum FC Bayern ist eine große Ehre für mich. Ein Traum wird wahr! Es erfüllt mich mit Stolz, das traditionsreiche Trikot von einem der weltweit größten Vereine tragen zu dürfen", erklärte Richards auf der vereinseigenen Homepage der Münchener. Er wolle dazu beitragen, möglichste viele Titel zu holen.
Sportvorstand Hasan Salihamidzic traut dem jungen Engländer durchaus auch eine größere Rolle zu. Der 44-Jährige meinte: "Omar ist ein technisch feiner Spieler für die linke Defensive. Er findet gute Lösungen im Spiel nach vorne, ist sehr aufmerksam und wir trauen ihm zu, eine gute Rolle für unsere Mannschaft zu spielen."
Einen weiteren Einkaufsflop wird Salihamidzic sicherlich vermeiden wollen. Bereits die Transfers von Sarr und Roca zahlten sich nicht wirklich aus. Der Unterschied zu Richards ist bei den beiden aber, dass sie nicht ablösefrei zu den Münchenern kamen. Für Sarr überwies der FC Bayern acht Millionen Euro an Olympique Marseille, für Roca wurden sogar neun Millionen Euro an Espanyol Barcelona fällig.
Vor allem vom 29-jährigen Franzosen wurde als Alternative auf der Rechtsverteidigerposition wohl deutlich mehr erwartet. Immerhin kam er als gestandener Erstligaspieler aus Frankreich nach München. Roca ist immerhin erst 24 Jahre alt und dürfte noch mehr Zeit erhalten.

Pierre-Emile Hojbjerg (links; Tottenham Hotspur) im Zweikampf mit Omar Richards (FC Reading)

Fotocredit: Imago

Zweite Chance beim FC Reading genutzt

Auch dem sechs Jahre jüngeren Richards kann man zumindest noch ein gewisses Entwicklungspotential zusprechen. Der gebürtige Londoner kündigte bereits an: "Ich bin der Typ Spieler, der sich immer verbessern will. Nachdem ich mit den Verantwortlichen bei Bayern gesprochen habe, wusste ich, dass dies der Ort ist, an dem ich mich als Spieler entwickeln und mein Spiel auf das nächste Level bringen kann." Auch einige Einsätze in der zweiten Mannschaft der Münchener sind zu erwarten, um mehr Spielpraxis zu erhalten.
Beim FC Reading gehörte Richards zum Stammpersonal. Alleine in der vergangenen Spielzeit absolvierte er 42 Saisonspiele für den Zweitligisten. Insgesamt stand der 23-Jährige seit seinem Profidebüt vor vier Jahren 104 Mal für Reading auf dem Platz. Angesichts seiner Geschichte ist bereits diese Leistung durchaus bemerkenswert. Denn im Alter von 15 Jahren wurde Richards beim FC Fulham aussortiert.
In Reading bekam er aber noch eine Chance, nicht selbstverständlich, wie er selbst einmal auf der Klub-Homepage anmerkte: "Damals wusste ich nicht, wohin es im Fußball für mich gehen würde."
Vor allem Trainer David Dodds dürfte er dankbar sein. Denn dieser beorderte den Youngster vor einigen Jahren von der Offensive auf die linke Verteidigerseite. Dort konnte sich Richards schließlich durchsetzen. Auch Jaap Stam, von 2016 bis 2018 Trainer beim FC Reading, fand lobende Worte für den Londoner: "Omar ist ein Linksverteidiger mit jeder Menge Qualität am Ball, Speed und gutem Auge für die Offensive. Das sind Attribute, die jede Mannschaft der Welt sucht."
Nun führt ihn sein Weg also wirklich zu einem der weltweit besten Klubs. Bis 2025 läuft Richards Vertrag beim FC Bayern. Er sollte somit genügend Zeit haben, um mögliche Zweifel an seiner Person auszuräumen.
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