Leipzig hatte mit einem Sieg in Freiburg die Chance, zumindest vorübergehend die Tabellenführung in der Bundesliga zu übernehmen. Entsprechend dominant traten die Sachsen von Beginn an auf und boten trotz des bevorstehenden Achtelfinal-Rückspiels gegen Liverpool (Mittwoch, 21:00 Uhr im Liveticker) die bestmögliche Startelf auf.
Es schlichen sich aber zu viele Abspielfehler im letzten Drittel bei der Elf von Julian Nagelsmann ein, weshalb es im ersten Durchgang nur wenige Torchancen gab. Freiburg zeigte sich sehr passiv und hatte keine nennenswerten Chancen im ersten Durchgang. Die erste nennenswerte Chance für den Favoriten vergab Dani Olmo, der aber deutlich über das Tor schoss (15.).
Die Leipziger machten bis kurz vor der Pause viel zu wenig aus der eigenen Überlegenheit, kamen dann aber begünstigt durch einen Fehler der Breisgauer doch noch zur verdienten Pausenführung.
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VOR EINER STUNDE
SC-Schlussmann Florian Müller spielte einen Ball zu kurz hinten raus und brachte so Bapiste Santamria in Bedrängnis. Der Franzose verlor den Ball an Kevin Kampl, von dessen Bein das Spielgerät schließlich im Sechzehner bei Yussuf Poulsen landete. Der Angreifer behielt die Übersicht und legte quer auf den besser postierten Christopher Nkunku, der nur noch einschieben musste (41.).
Freiburg kam verbessert und vor allem mutiger aus der Kabine, doch Chancen waren weiter auf beiden Seiten Mangelware. Es dauerte eine gute Stunde bis zur nächsten Gelegenheit, doch diese gehörte erneut den Leipzigern. Wieder war es Kampl, der im Zentrum den Ball eroberte, diesmal steckte er perfekt durch auf Nkunku, der im Strafraum nochmal auf den noch besser postierten Alexander Sorloth querlegte. Der Norweger hatte dann leichtes Spiel und musste den Ball aus kurzer Distanz nur noch zum 2:0 über die Linie drücken (64.).
Freiburg war geschlagen und Leipzig legte noch einen Treffer nach, nachdem kurz zuvor der kurz zuvor eingewechselte, aber etwas zu verspielte Hee-Chan Hwang, noch eine große Chance vergab (72.), machte es nur sieben Minuten später der ebenfalls eingewechselte Emil Forsberg nach der schönsten Kombination im gesamten Spielverlauf besser. Erneut war Kampl entscheidend beteiligt, doch der finale Pass kam von Sörloth auf Forsberg, der aus rund 20 Metern überlegt zum 3:0-Endstand einschoss (79.).
Freiburg kam durch Roland Sallai immerhin noch zu einem Abschluss aus der Distanz (82.), viel mehr war es offensiv allerdings nicht. Leipzig siegte nach zuletzt drei Niederlagen in Folge in Freiburg auch in der Höhe verdient und übernimmt zumindest bis heute Abend die Tabellenführung der Bundesliga.

Die Stimmen:

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Leipzig war heute sehr gut. Wir waren aber auch gut, gerade in der ersten Halbzeit haben wir viele gute Sachen gemacht. Aber leider haben wir es nicht geschafft, gut umzuschalten. Ich bin sehr zufrieden mit der Kompaktheit und Ordnung der ersten 60 Minuten. Wenn Leipzig so spielt, präsent und frisch ist, ist es brutal schwierig, etwas zu holen. Deshalb bin ich nicht so enttäuscht."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Es war ein total interessantes Spiel. Freiburg hat in der ersten Halbzeit gut und kompakt verteidigt. Der Ballgewinn zum 1:0 war extrem wichtig. Das war der Dosenöffner. In der zweiten Halbzeit haben wir 15 Minuten gebraucht, um Zugriff auf die Dreierkette zu bekommen. Nach dem 2:0 hatten wir dann mehr Raum und haben guten Fußball gespielt. Wir haben verdient gewonnen, auch wenn es eine Geduldsfrage war."
Christian Günter (SC Freiburg): "In der ersten Halbzeit gab es auf beiden Seiten wenig bis gar keine Chance. Wir machen dann einen Fehler und den nutzt Leipzig gnadenlos aus. Bis dahin war es ein ausgeglichenes Spiel. Die zweite Halbzeit ein ähnliches Bild und dann passiert wieder ein ähnlicher Fehler. Letztendlich steht man da und denkt, dass man gar keine Chance hatte. Nach dem 2:0 waren sie deutlich besser. Letztendlich ein verdienter Sieg für sie."
Jonathan Schmid (SC Freiburg): "Ich bin persönlich sehr zufrieden über meinen Rekord, die Niederlage ist natürlich bitter. Jetzt müssen wir im nächsten Spiel wieder Gas geben und gewinnen. Wenn wir in der ersten Halbzeit nicht den Fehler machen, kann es vielleicht anders ausgehen."
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Wenn man sieht, wie die Mannschaft Woche für Woche die Leistung auf dem Platz bringt, dass die Mannschaft von Anfang bis Ende so hungrig ist, zeigt wie viel Herz in dieser Truppe steckt. Ich bin stolz ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Wir waren allen in Belangen besser. Das freut mich, weil es hier eigentlich immer sehr schwierig ist."
Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig): "Ich glaube, dass wir das sehr, sehr gut gemacht haben. Wir haben verdient in der Höhe gewonnen. Wir haben eine reife Leistung abgeliefert in allen Belangen. Wie wir Fußball spielen die letzten Wochen, das ist schon sehr gut."

Der Tweet zum Spiel:

Ein Nerviges Brummen während der TV-Übertragung löste bei dem ein oder anderen Twitter-Nutzer das Gefühl aus, das Spiel in einem Maschinenraum zu verfolgen.

Das fiel auf: Effektive Leipziger

Speziell bis zum 2:0 der Leipziger hatten beide Mannschaften wenige Torchancen. Doch diese nutzte Leipzig eiskalt. Die Sachsen profitierten bei den ersten beiden Treffern von klaren Fehlern der Freiburger. Nach dem 2:0 konnte der Tabellenführung befreit aufspielen, die Gegenwehr der Breisgauer ließ nach und das Ergebnis hätte durchaus noch höher ausfallen können. Freiburg kam über die gesamten 90 Minuten nicht zu einer nennenswerten Torgelegenheit gegen das Leipziger Bollwerk.

Die Statistik: 273

Jonathan Schmid kam am Samstag zu seinem 273. Bundesliga-Einsatz und ist damit nun gleichauf mit Franck Ribery, dem Franzosen mit den bislang meisten Einsätzen im deutschen Oberhaus.
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