Rekordmann Robert Lewandowski gab auch nach seiner Drei-Tore-Gala noch einmal alles. "Go, go, go!", schrie der Matchwinner in Richtung Leroy Sané, der nach seinem spektakulären Comeback mit Traumtor beim 5:0 (2:0) des FC Bayern München gegen ein bemitleidenswertes Eintracht Frankfurt im Stadion noch Extraschichten schob.

Schließlich geht es schon am Dienstag gegen Lok Moskau weiter - dann aber ohne Alphonso Davies.

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Der Schock über die schwere Verletzung des Kanadiers trübte die Münchner Freude über das nächste Fußballfest und bereitete Hansi Flick vor der Russland-Reise in der Champions League Kopfzerbrechen. "Das tut der Mannschaft weh", sagte der Trainer mit trauriger Miene, "wir müssen schauen, dass wir da jetzt kreativ werden."

Shootingstar Davies hatte sich bei seinem Missgeschick in der zweiten Minute ein Band im rechten Sprunggelenk gerissen, ein weiteres ist angerissen. Flick rechnet mit einer Ausfallzeit von sechs bis acht Wochen. Davies selbst tat dies bei Social Media tapfer nur als "Schlagloch" auf seinem Weg ab, Flick sprach geknickt von einem "Wermutstropfen".

Lewandowski krönt Bayern-Auftritt

Es war der einzige Makel eines aus Münchner Sicht abermals spektakulären Auftritts, den Tor-Gigant Lewandowski mit seinen Saisontoren Nummer acht bis zehn (10., 26. und 60.) krönte. So oft hatte nach fünf Spielen in über 57 Jahren Bundesliga noch kein Profi getroffen; den bisherigen Rekord hielt der Gladbacher Peter Meyer mit neun Treffern (1967/68).

"Er macht im Moment fast aus jeder Chance ein Tor, das hilft uns, wieder in den Rhythmus zu kommen", sagte Flick über Lewandowski. Mitspieler Jérôme Boateng schwärmte: "Er hat einfach alles, das macht ihn zum besten Stürmer der Welt." Nur Lewandowski selbst nahm die neuerliche Bestmarke fast schulterzuckend auf. "Es ist mir nicht so wichtig", sagte er.

Flick verrät "Neuigkeit" über Lewandowski

Auch bei der unvermeidlichen Frage nach dem "ewigen" Rekord von Gerd Müller wiegelte er ab. Nein, die 40 Tore des "Bombers" in der Saison 1971/72 seien "nicht mein Ziel. Ich gebe immer alles, was ich habe. Aber ich weiß, dass die Mannschaft nicht nur Tore von mir erwartet."

FC Bayern: Sané gibt Comeback

In der Tat erwartet sie auch kluge Entscheidungen im Sinne des Teams. Wie am Samstag, als Flick den staunenden Reportern berichten konnte, dass der sonst bisweilen überehrgeizige "Lewy" angesichts des Mammutprogramms selbst (!) um seine Auswechslung gebeten hatte. "Das ist eine Neuigkeit, die es so noch nicht gegeben hat", sagte Flick schmunzelnd. Und so war die Bühne frei für Rückkehrer Sané.

Der Nationalspieler, der wegen einer neuerlichen Knieverletzung vier Wochen gefehlt hatte, brauchte für seinen wunderbaren Schlenzer ins Glück (72.) nur vier Minuten Anlaufzeit. Sein Geheimnis? Laut Flick hat Sané zuletzt Abschlüsse mit WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose trainiert: "Das kam ihm zugute." Dass Sané nach Spielschluss noch ein paar Sprints zusätzlich absolvierte, begeisterte den Coach aber fast noch mehr. Flick lobte demonstrativ "Einstellung und Mentalität" des 24-Jährigen.

Youngster Jamal Musiala (90.) sorgte gegen die zuvor ungeschlagene Eintracht mit dem 5:0 für eine weitere Bestmarke: 22 Tore einer Mannschaft nach fünf Spielen sind unerreicht. "Wir wollen Spiele gewinnen, deswegen sind wir Bayern München und arbeiten für den Klub", sagte Flick und fügte fast schon drohend hinzu: "So wollen wir auch die nächsten Spiele angehen." Möglicherweise mit Serge Gnabry, dessen Corona-Test laut Flick allem Anschein nach "falsch positiv" war.

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(SID)

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