Schalke 04 inszenierte die Rückholaktion seines "Heilsbringers" in ganz großem Stil. Klaas-Jan Huntelaar wurde auf Schritt und Tritt mit der Kamera begleitet - beim Medizincheck, bei der Vertragsunterschrift und dem "Probejubeln" auf dem Vereinsgelände des taumelnden Bundesligisten. "Einmal Schalke, immer Schalke", sagte der niederländische Stürmer, auf dessen Schultern die Hoffnungen des Abstiegskandidaten ruhen.
Der 37-Jährige richtete sich direkt mit einer Botschaft an die Fans. "Wir müssen Spiele gewinnen, müssen dafür Tore schießen, um aus dem Tabellenkeller zu klettern. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir den Klassenerhalt schaffen", sagte Huntelaar, der am Dienstag einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb: "Schalke gehört in die Bundesliga. Es liegt jetzt in unserer Verantwortung, dass das auch so bleibt."
Als die Anfrage der Gelsenkirchener kam, habe er nicht lange nachdenken müssen. Er sei den Verantwortlichen von Ajax Amsterdam dankbar, dass sie die Rückkehr nach Schalke ermöglicht hatten. "Ich wollte ein Teil der Mannschaft sein, die da unten rauskommt", sagte Huntelaar, der bereits von 2010 bis 2017 für S04 gespielt hatte.
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Auch bei den Verantwortlichen ist die Freude über den Coup groß. Schalke 04 bekomme "sicher einen fitten, hungrigen Huntelaar", kündigte Trainer Christian Gross an.

Schalke: Huntelaar als Hoffnungsträger im Abstiegskampf

Welche Rolle die Klub-Ikone am Mittwoch (18.30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) im Krisenduell gegen den 1. FC Köln spielen wird, blieb vorerst offen. Es könne "so oder so ausfallen", sagte Gross, doch es sei eine "absolute Möglichkeit", dass Huntelaar gleich mit an Bord ist. Mit einem der gefährlichsten Mittelstürmer des vergangenen Jahrzehnts in den Reihen dürfte auch Gross' Wunsch nach mehr Offensivpower erfüllt werden.
Es spricht für den Publikumsliebling Huntelaar, dass er seinem zweiten Herzensklub Ajax aufgrund der verzweifelten Schalker Hilferufe den Rücken kehrt und seinem königsblauen Herzen folgt. Nach dem erneuten Sturz ans Tabellenende steht die Mannschaft, die mit 30 Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg nur hauchdünn am Tasmania-Rekord vorbeigeschlittert war, vor dem Abgrund. Gross erwartet bis zum Sommer "viele Schicksalsspiele".
Huntelaar, einst Pokalsieger und Champions-League-Halbfinalist im königsblauen Trikot, soll trotz seines fortgeschrittenen Fußballeralters mithelfen, den vierten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern. Bestenfalls mit vielen Toren - wie in der Saison 2011/12, als er sich mit 29 Treffern gar zum Bundesliga-Torschützenkönig krönte.

Huntelaar soll Shootingstar Hoppe unterstützen

Laut Medienberichten hatte Huntelaar am Montagabend bereits den Medizincheck absolviert - die Bestätigung zögerte sich allerdings heraus. Wohl auch, weil er am Sonntag beim Spiel von Ajax gegen Feyenoord Rotterdam noch mit Wadenproblemen ausgesetzt hatte. Am Dienstag verdichteten sich die Anzeichen, dass alles klappen würde. Vor Bekanntgabe des Deals veröffentlichte der Klub bereits ein Video, das bei Fans Vorfreude schürte.
Huntelaar, der von 2010 bis 2017 in 240 Pflichtspielen für Schalke 126 Tore erzielte, dürfte auch als erfahrener Unterstützer von Matthew Hoppe agieren. Der Shootingstar glänzte jüngst zwar mit vier Toren in den vergangenen beiden Spielen, doch er müsse "in sämtlichen Bereichen seines Spiels Fortschritte" machen, sagte Gross. Die enorme Last im Abstiegskampf wird der 19-Jährige kaum alleine schultern können.
Es ist zudem die Fortsetzung des Schalker Weges, in der Not auf die Vergangenheit zu setzen. Huntelaar ist nach dem neuen Kapitän Sead Kolasinac der zweite Ex-Knappe, der in der schweren Krise zu seinem Herzensklub steht. Zuletzt war auch über eine Rückkehr von Rechtsverteidiger Rafinha spekuliert worden.
Huntelaar hatte zunächst um Bedenkzeit gebeten. Es sei "natürlich eine Gefühlsfrage. Es ist so, als ob du dich zwischen zwei Kindern entscheiden musst", sagte er. Eigentlich wollte der Niederländer seine Karriere im Sommer bei Ajax Amsterdam beenden. Die Niederländer lassen ihn nun schweren Herzens ziehen, schließlich hat der Torjäger seine Treffsicherheit längst noch nicht verloren.
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(SID)

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