SVW-Coach Florian Kohfeldt nahm nach dem 2:0-Sieg im Nachholspiel in Bielefeld vier Änderungen in der Startelf vor: Christian Groß, Niklas Moisander, Kevin Möhwald und Ludwig Augustinsson ersetzten Marco Friedl (5. Gelbe Karte), Milos Veljkovic, Leonardo Bittencourt und Felix Agu (alle Bank).
Beim FC Bayern gab es nach dem 4:2-Sieg im Klassiker gegen Dortmund drei personelle Wechsel: Benjamin Pavard, Serge Gnabry und Lucas Hernández kamen für Niklas Süle, Leroy Sané (beide Bank) und David Alaba (muskuläre Probleme). Jérôme Boateng konnte trotz seiner Kapselverletzung im Knie auflaufen.
Vom Anpfiff weg nahm die Partie die zu erwartende Entwicklung und spielte sich weitestgehend in der Bremer Hälfte ab. Werder stand bei gegnerischem Ballbesitz sehr tief und agierte in einem 4-5-1. Mit den wenigen Ballpassagen wussten die Hanseaten umzugehen, diese wurden im Laufe der ersten Halbzeit jedoch immer seltener.
Bundesliga
Drei Dinge, die auffielen: Müller in EM-Form macht den Unterschied
13/03/2021 AM 17:54
Die Bayern waren hellwach, wollten nicht erneut einem Rückstand hinterherrennen. Jedoch verteidigten die Bremer gut, bis eine Ecke die Bayern-Führung brachte. Thomas Müller verlängerte eine Ecke von Joshua Kimmich auf den zweiten Pfosten, Leon Goretzka netzte ein (22.).
Die Bayern zogen danach das Tempo weiter an und wollten schnell nachlegen. Doch Müller (23.) und Gnabry (25.) ließen Chancen liegen. Nach einem schönen Spielzug über Robert Lewandowski und Müller konnte Gnabry dann zum hochverdienten 2:0 einschießen (35.).
In der Defensive präsentierten sich die Bayern hellwach und störten die Bremer Angreifer sehr früh, um so Kontermöglichkeiten schnellstmöglich zu unterbinden. So kam Bremen in den ersten 45 Minuten zu keiner nennenswerten Chance.
Nach dem Seitenwechsel spielten die Bayern konzentriert weiter und wollten im Weserstadion nichts mehr anbrennen lassen. Den Bremern fehlte schlichtweg der Mut, um Manuel Neuer in Bedrängnis zu bringen. Der Nationalkeeper war an diesem Samstagnachmittag weitestgehend beschäftigungslos.
Auf der anderen Seite entwickelte sich dagegen ein Privatduell zwischen Jiri Pavlenka und Robert Lewandowski. Zunächst scheiterte RL9 am Pfosten (54.), dann hatte der Bremer Keeper bei einer Doppelchance des Polen Fuß und Fingerspitzen im Spiel (58.).
Auch in der 66. Minute scheiterte Lewandowski an einer bärenstarke Parade des Schlussmannes, der wenige Sekunden später dann doch chancenlos war. Lewandowski markierte seinen 32. Saisontreffer (68.) und zog mit insgesamt 268 Bundesligatoren in der ewigen Torschützenliste auf Platz zwei mit Klaus Fischer gleich.
Der Pole hätte an diesem Tag dem Saison-Allzeitrekord von Gerd Müller (40) deutlich näher kommen können, doch der Weltfußballer des Jahres scheiterte in der 78. Minute erneut am Aluminium.
Bremen brachte im kompletten zweiten Durchgang keine Struktur und keine Ruhe ins eigene Spiel. Nach dem 3:0 ließ Bayern die Partie lockerer angehen, so kam Bremen durch Niklas Füllkrug noch zum Ehrentreffer (86.).
Für den SV Werder Bremen geht es kommenden Samstag (15:30 Uhr im Liveticker) gegen den VfL Wolfsburg weiter. Für Bayern steht am Mittwoch das Rückspiel in der Champions League gegen Lazio Rom an. In der Bundesliga geht es dann nächsten Samstag im Süd-Klassiker gegen den VfB Stuttgart.

Stimmen zum Spiel:

Hansi Flick (Trainer Bayern München): "Es war ein ungefährdeter, mehr als verdienter Sieg, der in der zweiten Halbzeit auch höher hätte ausfallen können. Wir hatten eine gute Positionierung auf dem Platz und haben den Gegner nach Ballverlust unter Druck setzen können."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Es war eine verdiente Niederlage gegen einen sehr konzentrierten, fokussierten Gegner. Sehr ärgerlich war das erste Gegentor nach einem Standard. Wir haben versucht, es in der zweiten Halbzeit offener zu gestalten. Wir waren mutig, sind aber an einem extrem starken Gegner gescheitert."
Kevin Möhwald (Werder Bremen): "Ich glaube, dass wir von hinten teilweise ganz gut herausgespielt haben, Bayern hat heute aber auch einen klasse Auftritt hingelegt, hatte sehr viele Chancen. Im Endeffekt hätten wir die eine oder andere Chance herausspielen müssen, diesen Vorwurf müssen wir uns machen. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, aber Bayern war einfach sehr stark heute."
Ömer Toprak (Werder Bremen): "Wenn du gegen Bayern gewinnen willst, brauchst du einen super Tag. Das hatten wir heute nicht. Bayern hat es super gemacht, hat uns laufen gelassen. Wir kamen nicht richtig in die Zweikämpfe, dann wird es natürlich schwer."
Thomas Müller (FC Bayern): "Mit der Beharrlichkeit und Variabilität haben wir uns den Sieg verdient. Auch in der zweiten Halbzeit hatten wir nicht nur die Spielkontrolle, sondern auch gefährliche Situationen herausgespielt. Aus meiner Sicht hätten wir viel mehr Tore machen müssen, natürlich hatten wir auch viel Aluminium. Dementsprechend geht der Sieg absolut in Ordnung, auch wenn wir gegen Ende noch ein Tor kassiert haben, aber das können wir heute verschmerzen. Zum Aus von Joachim Löw als Bundestrainer habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Es geht schließlich auch darum, dass wir im Sommer bei der EM erfolgreich sind."

Das fiel auf: Bayerns Innenverteidiger hellwach

Das frühe Pressing sowie das hochstehende Verteidigen der Bayern waren in dieser Saison oft ausschlaggebend für zahlreiche Konterchancen der Gegner inklusive Gegentreffer. Doch Boateng und Hernández zeigten eine hellwache Vorstellung und störten die Bremer Angreifer Rashica und Josh Sargent schon bei der Ballannahme. So kamen die Werderaner nur in der 86. Minute ein einziges Mal gefährlich hinter die letzte Kette der Bayern.

Tweet zum Spiel

Tatsächlich zeigten sich die Bremer nur bei den Gesichtern der Bayern treffsicher. Ömer Toprak bescherte Robert Lewandowski nach wenigen Sekunden ein Veilchen unter dem linken Auge. Wenige Augenblicke später schlug Augustinsson Goretzka K.o. Axel Schulz wäre sicherlich neidisch gewesen bei diesen Treffern.

Die Statistik: 13

Thomas Müller befindet sich seit Monaten in einer überragenden Verfassung. Auch gegen Bremen steuerte der Ur-Bayer zwei Vorlagen bei, steht aktuell bei 13 Assists und führt die Liga in diesem Ranking an. Die Nummer 25 des FCB zeigte einmal mehr, weshalb Müller der beste Vorlagengeber seit 2010 ist. Seit zwölf Spielzeiten zählt Müller zum Stammpersonal des FC Bayern, in elf Spielzeiten legte er zweistellig auf.
Bundesliga - 25. Spieltag: Ergebnisse und Tabelle
Das könnte Dich auch interessieren: Bundestrainer-Frage: Flick weicht erneut aus

Ronaldo zurück zu Real? Das sagt Trainer Zidane

Bundesliga
Schalke 05! Herbe Pleite für Königsblau in Wolfsburg
13/03/2021 AM 16:20
Bundesliga
Union rettet Heimerfolg - Herber Rückschlag für 1. FC Köln
13/03/2021 AM 14:04