Was bei Köln - FC Bayern auffiel: Flick rotiert und wird belohnt

Der FC Bayern München quält sich beim 1. FC Köln zu einem 2:1 (2:0)-Sieg und übernimmt dank Leipzigs Niederlage in Mönchengladbach (0:1) die Tabellenführung. Auch wenn Leroy Sané bei seinem Startelf-Comeback nicht überzeugen konnte, geht Hansi Flicks Wagnis, auf diverse Topstars zu verzichten, auf. Außerdem: Ein Handelfmeter macht Markus Gisdol nostalgisch. Drei Dinge, die auffielen.

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Bayern München war alles andere als frisch, trotzdem reichte es durch das 2:1 beim 1. FC Köln wettbewerbsübergreifend zum siebten Sieg in Folge.
Thomas Müller konnte dem Spiel aus Sicht von Bayern München nicht allzu viel abgewinnen. "Spielerisch war das schon mal besser", kommentierte der Ex-Nationalspieler bei "Sky" den 2:1 (2:0)-Erfolg der müden Stars von der Isar beim 1. FC Köln. "Ein Arbeitssieg" sei es gewesen, so der Rio-Weltmeister, mehr nicht.
"Wir waren zu aufreizend, zu lässig im Spiel nach vorne", analysierte Müller. Deshalb sei es am Ende nochmal eng geworden, "obwohl die Leidenschaft da war", den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Auch Angreifer Serge Gnabry pflichtete ihm bei: "Wir haben den Gegner wieder reingeholt ins Spiel, es war nicht unser bester Auftritt."
Trotz der schwunglosen Vorstellung und ohne die geschonten Robert Lewandowski und Leon Goretzka reichte es, um sich an die Spitze zu setzen.
Was uns auffiel.

1.) Flick rotiert: gewagt, gewonnen

Die richtige Belastungssteuerung ist ein zentrales Thema in dieser zusammengepressten Saison - und Bayern-Trainer Hansi Flick trug dem Stakkato-Rhythmus, in dem sein Team gerade von Spiel zu Spiel eilt, nun konsequent Rechnung: Torfabrik Robert Lewandowski und Leon Goretzka traten die Dienstreise nach Köln gar nicht erst an.
Zudem wechselte Flick im Vergleich zum 2:1 in der Champions League bei Lokomotive Moskau seine Startelf auf insgesamt sechs Positionen: Unter anderem ersetzten in der Viererkette Neuzugang Bouna Sarr und Jérôme Boateng die Kollegen David Alaba und Lucas Hernandez.
Die Folge: Die Münchner fanden in der Domstadt nur langsam, ja eigentlich nie richtig ins Spiel. Die Statistiken wiesen am Ende ungewohnte 9:7 Torschüsse und 5:1 Ecken pro Köln auf. In der entscheidenden Wertung, bei den Toren, lagen die Gäste bei Abpfiff jedoch 2:1 vorn.
Und Trainer Flick, der für sein Risiko zumindest das gewünschte Resultat bekommen hatte, erklärte: "Mit den drei Punkten bin ich zufrieden, mit dem Spiel nicht ganz."

2.) Sané: Chance bekommen, Chance nicht genutzt

Timo Horn und Manuel Neuer, die beiden behandschuhten Spielführer aus Köln und München, waren schon bei der Platzwahl, als Leroy Sané als letzter Bayern-Spieler recht gemächlich auf den Rasen trabte. Wegen einer Kapselverletzung hatte der Nationalspieler seit Ende September pausiert, verpasste so auch die letzten Länderspiele der DFB-Auswahl.
In Köln durfte der 24-Jährige nach seiner Einwechslung gegen Frankfurt eine Woche zuvor jetzt von Beginn an spielen, seine Chance nutzen konnte er aber nicht. Bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute kam er gerade mal auf 33 Ballkontakte, selbst Keeper Neuer (90 Minuten auf dem Feld) berührte das Spielgerät einmal mehr.
Nur Mittelstürmer Eric Maxim Choupo-Moting war in dieser Kategorie schwächer als Sané, der seine auffälligste Szene in der 29. Minute hatte: Da klatschte ihm FC-Keeper Horn einen Kopfball von Choupo-Moting direkt vor die Füße. Aber Sané, fünf Meter von der Torlinie entfernt, war zu überrascht, um die ungewollte Vorlage gewinnbringend zu verwerten.

3.) Handelfmeter macht Gisdol nostalgisch

Zu der wenig glorreichen Aufführung des Flick-Ensembles passten auch die Umstände seines Führungstreffers. Nach einem Heber von Sané kam Serge Gnabry zum Kopfball - und von dort sprang die Kugel Kölns Rechtsverteidiger Marius Wolf an den Unterarm. Ähnliche Szenen wurden in den zurückliegenden Wochen und Monaten immer wieder diskutiert - stets mit allgemeinem Missfallen.
Bei der Partie in Köln-Müngersdorf war das nicht anders. "So sind die Regeln, ich mache sie nicht. In dem Fall hat es uns geholfen", kommentierte Gästetrainer Hansi Flick, der in dem Zusammenhang nicht zu erwähnen vergaß: "Wir haben schon in der Anfangsphase Zeit gebraucht, um ins Spiel zu kommen." Naturgemäß deutlich fatalistischer nahm den Elfmeterpfiff nach zwölf Minuten sein Kollege auf.
"Die Regel ist grenzwertig, der Spieler macht ja kein absichtliches Handspiel. Man sollte die Regel überdenken", forderte Kölns Coach Markus Gisdol, der in dem Moment auch etwas nostalgisch wurde. "Wo früher kein Handspiel gepfiffen wurde, könnte es doch heute auch mal wieder so sein, dass so etwas nicht gepfiffen wird", meinte der gebürtige Schwabe.
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"Arbeitsschweinchensieg"? Müller-Aussage amüsiert Flick

Quelle: Perform

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