Das erste Ausrufezeichen setzte Neu-Coach Edin Terzic bereits vor Spielbeginn: Er beorderte den 16-jährigen Stürmer Youssoufa Moukoko erstmals in einem Pflichtspiel in die BVB-Startelf. Dahinter agierten unter anderem der formstarke Giovanni Reyna, Marco Reus und Jadon Sancho. Zudem stellte Terzic von einer Dreier- auf eine Viererkette um.
Auf der Gegenseite plante Werder-Trainer Florian Kohfeldt eine sehr zweikampfintensive und robuste Taktik mit viel Körperlichkeit auf allen Positionen (3-5-2). In der Innenverteidigung spielte Ömer Toprak gegen seinen Ex-Klub, Kevin Möhwald begann auf der Sechs und Josh Sargent in der Offensive.
Der Bremer Plan ging allerdings nicht auf. Werder kam in der Anfangsphase kaum in die Zweikämpfe, Dortmund kombinierte sich in die Offensive. In der 12. Minute erzielten die Gäste die verdiente Führung. Reyna brachte den Ball aus der rechten Strafraumhälfte in die Mitte, Sanchos Abschluss wurde zunächst geblockt, Raphael Guerreiro staubte aus kurzer Distanz zum 1:0 ab.
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BVB-Elfmeter erhitzt Gemüter: "Ein absoluter Witz"
VOR 2 STUNDEN
Mit zunehmender Spieldauer übergaben die Dortmunder den Ball an die Bremer, die allerdings Probleme im Spiel nach vorne offenbarten. Erst ein Fehler von Manuel Akanji, der den Ball an Sargent verlor, brachte Werder gefährlich nach vorne. Gebre Selassie passte den Ball von der rechten Seite in die Mitte, Maximilian Eggestein legte ab und Möhwald verwandelte mit einem guten Schuss aus 18 Metern ins rechte Eck zum 1:1-Ausgleich (28.).
Kurz darauf gingen die Gäste fast wieder in Führung. Jude Bellingham passte den Ball in der 32. Minute von der rechten Seite in die Mitte, Christian Groß wollte am zweiten Pfosten klären und schoss den Ball an den eigenen linken Torpfosten. Reus verpasste den Nachschuss.
Auch im zweiten Durchgang waren die Dortmunder näher dran am erneuten Führungstreffer. In der 59. Minute traf Sancho zum vermeintlichen 2:1 nach feiner Vorlage von Bellingham. Der Offensivmann stand beim Zuspiel im Strafraum allerdings im Abseits.
Dortmund war besser und wollte den Sieg erzwingen, Bremen verteidigte das Unentschieden und hatte mit Jiri Pavlenka einen Torhüter zwischen den Pfosten, der einen nahezu perfekten Abend erwischte. Der Keeper entschärfte viele Aktionen – unter anderem die beste Dortmunder Chance durch Reus in der 72. Minute. Der Offensivspieler scheiterte per Flugkopfball aus kurzer Distanz.
Letztlich avancierte Pavlenka jedoch zum tragischen Helden. In der 77. Minute ließ er einen Flankenball von der rechten Seite los, ging der Kugel nach und räumte dabei BVB-Verteidiger Akanji im Strafraum ab. Eine unnötige Aktion und Elfmeter für Dortmund. Reus übernahm die Verantwortung, scheiterte im ersten Versuch an Pavlenka, doch schob den Ball im Nachschuss über die Linie (78.).

Die Stimmen:

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Nach diesem Sieg ist unsere Erleichterung natürlich groß. Das Team hat alles für den Sieg getan und ihn erzwungen. Wir haben nach den Ereignissen der vergangenen Tage eine große Verantwortung gespürt."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Es waren zwei dumme Gegentore, wir hätten einen Punkt holen können. Die Mannschaft hat aber viel Leidenschaft auf den Platz gebracht. Unsere Leistungen sind grundsätzlich gut, aber jetzt müssen auch wieder Punkte kommen."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Es ist immer wichtig, nach solch einer brutalen Niederlage (1:5 gegen Stuttgart, Anm. d. Red.) mit einem Sieg wiederzukommen. Nach einem Trainerwechsel weiß die Mannschaft auch, dass sie selbst versagt hat. Wir standen in der Pflicht. Hoffentlich haben wir uns in die richtige Spur gebracht."
Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Ich habe mich schon anders gefühlt nach so einer hohen Niederlage, nach so einer schlechten Vorstellung von uns. Ich habe schon mehr Druck verspürt und bin extrem erleichtert, dass wir heute gewonnen haben."
Kevin Möhwald (Werder Bremen): "Der Druck von Dortmund wurde Mitte der zweiten Halbzeit deutlich größer. Wir haben das gut wegverteidigt, aber alles kann man auch nicht wegverteidigen. Es waren individuelle Fehler. Wir reißen Pavlas (Torwart Jiri Pavlenka, Anm. d. Red.) jetzt nicht den Kopf ab. Er hat uns schon so viele Punkte gerettet. Aber es ist natürlich schade, dass wir heute nichts mitgenommen haben."
Ludwig Augustinsson (Werder Bremen): "Es ist sehr frustrierend, dieses Spiel durch das späte Tor zu verlieren. Wir kassieren die Gegentore aktuell zu einfach, aber wir geraten jetzt nicht in Panik, sondern fokussieren uns auf Mainz."

Der Tweet zum Spiel:

Hummels wurde in der 85. Minute angeschlagen ausgewechselt.

Das fiel auf: Ein Hauch von Leichtigkeit

Was kann ein Trainerwechsel bewirken – diese Frage ist nach dem ersten Spiel nach einer Entlassung nicht immer seriös zu beantworten. Im Fall Dortmund fällt allerdings auf, dass die Borussia frischer und leichter wirkte. Neu-Trainer Terzic hat offensichtlich eine gute Bindung zu seinen Akteuren – anders ist die Bereitschaftssteigerung gegen Werder Bremen nicht zu erklären. Auch mit dem Jugend-Spirit trifft der Coach zumindest im ersten Spiel den richtigen Takt – auch, wenn nicht über 90 Minuten alles souverän und problemlos lief.

Die Statistik: 1

Moukoko stand zum ersten Mal in der Dortmunder Startelf. Terzic begründete den Einsatz des Youngsters: "Er ist nicht bei uns, weil er 16 ist. Er ist bei uns, weil er gut ist." Moukoko hatte bereits in der 5. Minute nach einem Querpass von Reyna die Chance zu seinem Premieren-Tor, kam allerdings zu spät und blieb auch in der Folge glücklos. In der 80. Minute endete der Einsatz des 16-Jährigen nach nur einem Torschuss und lediglich 19 Ballaktionen - der niedrigste Wert aller Startelfspieler auf beiden Seiten.
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