Youssoufa Moukoko: Warum der BVB nicht abwarten wird

Beim BVB beginnt in dieser Woche eine neue Zeitrechnung. Am Freitag feiert mit Youssoufa Moukoko Dortmunds Nachwuchs-Phänomen schlechthin seinen 16. Geburtstag und ist damit im nächsten Bundesligaspiel zum ersten Mal spielberechtigt. Dass der Deutsch-Kameruner in Berlin gegen die Hertha direkt zum Einsatz kommt, dafür spricht einiges.

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Am Freitag ist es endlich so weit. Youssoufa Moukoko wird 16 Jahre alt und ist ab diesem Tag dazu berechtigt, in der Bundesliga für den BVB auf Torejagd zu gehen.
Bisher tat der 15-Jährige das ausschließlich in der U17 und U19 - und das in nie dagewesener Art und Weise. Wettbewerbsübergreifend erzielte Moukoko in 88 Jugendspielen für den BVB sagenhafte 141 Tore und bereitete 27 weitere vor. Er pulverisierte Rekord um Rekord, steht auch 2020/21 schon wieder bei 10 Toren in drei Ligaspielen.
Seine unfassbare Torquote im Jugendbereich verschaffte ihm früh die Aufmerksamkeit der Vereinsoberen. Seit dieser Saison trainiert er regelmäßig bei den Profis mit, reiste mit ins Sommer-Trainingslager nach Marbella und beeindruckte.
Spätestens seitdem klar war, dass Moukoko auch bei "den Großen” mithalten konnte, fiebert der ganze Klub auf den 20. November hin. Wie passend, dass Toptorjäger Erling Haaland nun aufgrund Quarantänebestimmungen beim Auswärtsspiel bei Hertha BSC (Samstag, ab 20:30 Uhr im Liveticker) fehlt.
Doch wer jetzt glaubt, Moukoko stünde unmittelbar vor einem Startelfeinsatz, der befindet sich sehr wahrscheinlich auf dem Holzweg. Doch es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass der Deutsch-Kameruner schon am Samstag zu einem - zumindest kurzen - Bundesliga-Debüt kommt.

Grund 1: Moukoko hat das Zutrauen

"Das war natürlich nicht ganz uneigennützig, weil wir uns dadurch erhofft haben, Youssoufa Moukoko schneller im Profibereich ans Spielen zu bekommen", gab Sportdirektor Michael Zorc auf einer Pressekonferenz im April zu, kurz nachdem der vereinseigene Antrag auf Herabsetzen der Altersgrenze für Bundesligaspieler von der DFL bewilligt worden war.
Beim BVB traut man Moukoko eben auch schon mit 16 Jahren zu, in der Bundesliga mithalten zu können. Natürlich wird gebetsmühlenartig versucht, den Ball flach zu halten: "Das ist ein großer Schritt für ihn, ein Prozess. Wir müssen ihm die nötige Ruhe und Zeit geben", beschwichtigt Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB nun im "Kicker", sagt aber auch: "Umso mehr haben sich alle Beteiligten danach gesehnt, dass es jetzt losgeht."
Mit einer ähnlichen Mischung aus mahnenden und vor Vorfreude triefenden Worten äußerte sich zuletzt auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Man müsse "da auch aufpassen, dass wir ihn nicht überfrachten", sagte der 61-Jährige im Interview mit "Sky" und bescheinigte dem Youngster im nächsten Satz das "Tor-Gen".
"Es ist ja ideal, Erling (Haaland, Anm. d. Red.) spielt ja in der Regel, und wenn’s dann vielleicht mal die Möglichkeit gibt, dass der mal eine Pause braucht, dann wird der Trainer es ja vielleicht mal mit Youssoufa versuchen."
Haalands Pause kommt nun schneller als gedacht. Moukoko deshalb aber nun in die Startelf zu stellen? Stichwort Überfrachtung.

Grund 2: Bloß keine lästigen Fragen aufkommen lassen

Der Hype um Moukoko ist groß - daran haben auch die BVB-Verantwortlichen mit ihren öffentlichen Lobeshymnen einen Anteil. In Dortmund ist man sich bewusst, dass nun, wo es rein altersmäßig möglich ist, Fans und Presse ein Bundesligadebüt des Youngsters herbeisehnen werden. Eine Situation, die Druck auf alle Beteiligten aufbaut - vor allem auf den Trainer und den Spieler selbst.
Favre wird wissen, dass die Beantwortung diverser Moukoko-Fragen ab jetzt zu seinem Alltag gehört. Vermutlich wird er zum Thema jedoch nichts sagen und es so handhaben, wie gewohnt. Die Fragen der Journalisten auf den wöchentlichen Pressekonferenzen werden freundlich aber bestimmt weggelächelt und nach sieben bis zehn Minuten auf dem Podium ist der Spuk auch schon vorbei. Trotzdem werden die Fragen kommen - und sie werden nerven.
Um dies zu umgehen hat der Schweizer das ultimative Gegenmittel. Er selbst hat die Macht, den Druck aus der Geschichte zu nehmen, indem er Moukoko früh (vielleicht schon am Samstag) zum Debüt verhilft. Auf die Länge kommt es dabei nicht an.
Dass sich Favre grundsätzlich nicht scheut, auf junge Spieler zu setzen, ist bekannt. Jadon Sancho, Giovanni Reyna und Jude Bellingham debütierten allesamt mit 17 Jahren und sind mittlerweile Leistungsträger.

Grund 3: Eigenes Geschäftsmodell wird weiter gestärkt

Ganz nebenbei hätte ein baldiger Einsatz von Moukoko auch einen angenehmen Nebeneffekt für die Borussia. Der BVB ist weltweit dafür bekannt, junge Talente nicht nur zu verpflichten, sondern ihnen auch die echte Chance auf Spielzeit zu geben.
Die Liste von U20-Spielern, die in Dortmund ihren internationalen Durchbruch schafften, ist lang und soll auch in Zukunft weiter wachsen. Der BVB hat sein Geschäftsmodell gefunden - und das war in den vergangenen Jahren lukrativ.
Moukoko wird helfen, den Ruf des Klubs in der Berater- und Talente-Szene weiter zu stärken. Im frühen Stadium der Karriere bietet der BVB möglichen Supertalenten Möglichkeiten, die Vereine aus dem obersten Regal nicht bieten können: regelmäßige Spielminuten auf höchstem Niveau - nun sogar schon mit gerade 16 jahren. Ein echtes Verkaufsargument.
Ganz nebenbei kann sich der BVB auch einen prestigeträchtigen Rekord auf die Fahne schreiben. 16 Jahre und einen Tag könnte schon bald das Alter des jüngsten Bundesligaspielers der Geschichte sein. Ein Rekord, der wohl nur zu brechen ist, sollte die Altersgrenze noch weiter gesenkt werden.
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Quelle: Perform

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