Borussia Dortmund kassiert bittere Heim-Pleite gegen Bayer Leverkusen - und lässt Bayern München enteilen

Borussia Dortmund hat am Sonntag eine deftige Heimpleite hinnehmen müssen. Ohne Torjäger Erling Haaland setzte es für die Schwarz-Gelben ein 2:5 (1:3). Die Werkself ging dank eines Slapstick-Eigentors in Führung, im Anschluss trafen Florian Wirtz, Robert Andrich, Jonathan Tah und Moussa Diaby. Dortmund kam zwischenzeitlich durch ein Eigentor zum 1:1 gekommen. Steffen Tigges traf zum Endstand.

Borussia Dortmund musste eine deftige Heimpleite einstecken

Fotocredit: Getty Images

Vor den Augen von 10.000 Zuschauern und denen von Bundestrainer Hansi Flick erwischten die Gäste aus Leverkusen den besseren Start im Signal-Iduna-Park. Dan-Axel Zagadou produzierte unter Druck einen katastrophalen Fehlpass, Patrik Schick prüfte daraufhin Gregor Kobel mit einem Schuss aus 15 Metern. Den Abpraller stolperte Manuel Akanji schließlich unglücklich ins eigene Tor (10.).
Allerdings lieferte auch die Gäste-Hintermannschaft ihre eigene Slapstick-Einlage. So verlängerte Jeremie Frimpong einen Freistoß von Julian Brandt per Kopf an seinem Torwart Lennart Grill vorbei ins lange Eck – das zweite Eigentor des Nachmittags (16.).
Lange hielt die Freude der Hausherren allerdings nicht an, denn Leverkusen konterte mustergültig zum nächsten Treffer. Moussa Diaby legte auf Höhe der Mittellinie ab für Schick, der wiederum rechts Karim Bellarabi mitnahm. Dessen perfekt getimtes Abspiel legte Florian Wirtz direkt an Kobel vorbei ins rechte Eck – das 2:1 (20.).
Und es kam noch dicker für die Hausherren. Nach klarem Festhalten von Mahmoud Dahoud an Schick legte sich Robert Andrich den Ball 17 Meter halblinks vor dem Tor zum Freistoß zurecht – und zirkelte die Kugel über die Mauer hinweg ins linke Toreck (28.). Ein wunderschöner Treffer.
Auch der zweite Durchgang startete denkbar schlecht für die Hausherren. Im Anschluss an einen Eckball von Kerem Demirbay spielte Akanji Jonathan Tah den Ball unglücklich vor die Füße. Der Leverkusener Abwehrchef fackelte nicht lange und brachte den Ball aus zehn Metern halblinks artistisch im linken Toreck unter (53.). Besonders bitter für den BVB: Der Eckball hätte wohl nicht zählen dürfen, da Bellarabi und nicht Zagadou zuletzt am Ball gewesen war.
Dortmund musste reagieren, ließ im Offensivspiel ohne den verletzten Erling Haaland aber so gut wie alles vermissen. Da mangelte es an Tempo und Passgenauigkeit, von gefährlichen Torabschlüssen mal ganz zu schweigen. Zwar versuchte es vor allem Julian Brandt immer wieder aus der Distanz, aber wirklich gefährden konnte auch er Grill im Leverkusener Tor nicht (62., 72.).
In der Schlussphase blieb Leverkusen mit der Drei-Tore-Führung im Rücken sehr passiv, sodass Dortmund durch Joker und Rückkehrer Giovanni Reyna nochmal zu einer Großchance kam. Allerdings scheiterte der Youngster nach feinem Zuspiel von Jude Bellingham aus elf Metern an Grill (80.). Wenig später fand auch Bellingham selbst seinen Meister in Leverkusens Ersatzkeeper, sein Schuss aus 19 Metern zentraler Position wurde von Grill entschärft (83.).
Stattdessen traf einmal mehr die Werkself. Frimpong fand bei einem starken Konter über die rechte Seite im Zentrum Diaby, der aus sieben Metern ins rechte untere Eck traf (87.).
Kurz vor dem Abpfiff traf der eingewechselte Steffen Tigges dann zwar noch zum 2:5 für den BVB – nicht mehr als Ergebniskosmetik (89.). Dortmund lässt Tabellenführer Bayern München auf neun Zähler enteilen.

Die Stimmen:

Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen): "Der Fokus lag ganz klar auf den drei Punkten. Es wird ja immer viel Wirbel um so ein Spiel gemacht, aber wir haben uns einfach fokussiert und wollten die drei Punkte mitnehmen. Wir hatten natürlich eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, das hat uns natürlich motiviert. Aber letztendlich kriegt man auch hier drei Punkte, wie gegen jede andere Mannschaft auch."
Robert Andrich (Bayer 04 Leverkusen): "Alles war sicherlich nicht gut, ich ärgere mich über das späte Gegentor. Aber 95 Prozent waren sehr gut. Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht als komplette Mannschaft."
... zu seinem Tor: "Ab und zu kann ich mit dem Ball auch ein bisschen was. Letzte Saison habe ich gegen Wolfsburg auch ein schönes Freistoßtor gemacht. Das gehört auch zu meinen Stärken."
Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "s war ein schöner Nachmittag. Es war ein guter Auftritt, vor allem weil wir sehr effektiv waren. Das ein oder andere wirklich sehenswerte Tor haben wir geschossen. Ich bin sehr glücklich für die Mannschaft. Sie hat sehr gut nach vorne gespielt, aber auch sehr stark in der Rückwärtsbewegung agiert."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "in katastrophaler Tag für uns. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen, waren immer einen Schritt zu spät. Sowohl im Defensivverhalten als auch im Gegenpressing. Insgesamt war das für alles einfach zu wenig. Wir haben uns zwei Wochen lang auf das Spiel mit vorbereitet, aber ich glaube, wir erzählen dann immer dasselbe. Wir müssen es auf den Platz bringen und das haben wir heute nicht geschafft. Es ist ein sehr bitterer Tag, wir haben es heute auch einfach nicht verdient. Irgendwann kommt der Kopf einfach dazu und dann ist es wie eine Blockade."
Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Das eine ist darüber reden, das andere ist die Umsetzung. Wenn man sieht, wie wir die Tore bekommen - dann sind das genau die Dinge, die wir angesprochen haben. Das offensive Umschaltspiel von Leverkusen. Immer, wenn wir möglicherweise dran waren, wie nach dem Ausgleich ist uns gleich wieder der Stecker gezogen worden. Da waren wir nie richtig im Spiel. Deswegen ist das eine bittere Niederlage. Wir müssen arbeiten, dran bleiben, es ansprechen. Wir müssen die Dinge ansprechen und analysieren. Natürlich prasseln jetzt wieder die Dinge auf uns ein, aber wir müssen hart arbeiten. Ich denke schon, dass wir sehr deutliche Analysen machen. Wir müssen einfach als Team die nächsten Schritte machen. Konstanz ist das große Wort. Heute habe ich eh keine großen Argumente, wir müssen machen."

Der Tweet zum Spiel:

Ohne Erling Haaland geht beim BVB einmal mehr nichts.

Das fiel auf: Leverkusen siegt endlich mal wieder in Dortmund

Nur gegen den FC Bayern hat Bayer 04 Leverkusen mehr Spiele in der Bundesliga verloren als gegen Borussia Dortmund. Besonders schlimm sah die Statistik bei Spielen im Signal-Iduna-Park aus, dort punktete die Werkself zuletzt im August 2014. Nicht nur deshalb wirkte Leverkusen besonders motiviert, auch die bittere 3:4-Niederlage im Hinspiel hatte die Mannschaft von Gerardo Seoane noch nicht vergessen.
So kündigte Florian Wirtz im Vorfeld der Partie an, „noch eine Rechnung mit dem BVB“ offen zu haben. Mit dieser Extra-Portion Motivation zeigte Leverkusen vor allem im ersten Durchgang einen ganz starken Auftritt, nutzte vor allem seine Umschaltsituationen äußerst effizient aus.

Die Statistik: 7

Bereits im Hinspiel fielen sieben Tore – nun bot auch das Rückspiel Spektakel schlechthin für die Zuschauer.
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