Borussia-Coach Marco Rose veränderte seine Elf im Vergleich zum letzten Ligaspiel auf lediglich einer Position. Emre Can spielte von Beginn an. Während die BVB-Offiziellen bereits tatkräftig am Kader der kommenden Saison arbeiteten, ging es für die Borussia sportlich nicht mehr um viel: Die Vizemeisterschaft war bereits vor dem Spiel so gut wie sicher.
Für Greuther Fürth ging es darum, den eigenen Fans ein schönes Abschiedsgeschenk aus der Bundesliga-Zeit zu widmen – der Abstieg als Tabellenletzter stand bereits fest, es war das letzte Spiel vor heimischer Kulisse. Der umworbene Fürth-Trainer Stefan Leitl – der Gespräche mit dem Zweitligisten Hannover 96 bestätigte – setzte dabei auf ein 5-3-2-System.
Spielerische Highlights waren im Sportpark Ronhoff die Ausnahme. Beiden Mannschaften war der Spannungsverlust anzumerken – viel passierte im Mittelfeld. Greuther Fürth war in der Anfangsphase das aktivere Team, traf in der 23. Minute zur vermeintlichen Führung. Simon Asta bekam den Ball auf der rechten Seite – in Abseitsposition – und brachte die Kugel in die Mitte auf Branimir Hrgota. Der Stürmer verwandelte aus sieben Metern.
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VOR 3 STUNDEN
Kurz darauf erzielte die Borussia nach dem ersten konsequenten Angriffsspiel die regelkonforme Führung. Erling Haaland verlagerte das Spiel aus dem Zentrum in die linke Strafraumhälfte auf Raphaël Guerreiro, der aus 15 Metern direkt flach abzog. Andreas Linde ließ den Ball vor die Füße von Julian Brandt abklatschen, der Offensivmann schob aus kurzer Distanz problemlos ein (26.).
Auch im zweiten Durchgang blieb das fußballerische Niveau überschaubar. Greuther Fürth versuchte zwar immer wieder, offensiv gefährlich zu werden, es fehlten allerdings die spielerischen Mittel. Der BVB machte nicht mehr als nötig, konterte einige Male – zeigte sich im Abschluss jedoch insgesamt zu inkonsequent. Top-Torjäger Haaland vergab gleich mehrfach.
In der 70. Minute bestraften die Fürther den BVB und trafen zum 1:1-Ausgleich. Hrgota spielte im Zentrum einen feinen Steckpass in den Strafraum auf den einlaufenden Jessic Ngankam, der vor Marwin Hitz eiskalt blieb und den Torhüter lässig aus zehn Metern überlupfte – ein schönes Tor.
Der BVB reagierte postwendend und ging nur zwei Minuten später erneut in Führung. Der eingewechselte Nico Schulz kam über die linke Seite in die Offensive und brachte die Kugel flach in die Mitte. Brandt lief ein, nahm den Ball mit und zog mit dem zweiten Kontakt wuchtig aus sieben Metern halblinker Position ab. Er traf unhaltbar ins linke Eck (72.).
Nur fünf Minuten später legte die Borussia nach und sorgte für die Entscheidung. Marco Reus passte den Ball aus dem Zentrum in die rechte Strafraumhälfte auf den eingewechselten Felix Passlack. Der Außenverteidiger zog aus zwölf Metern ab, sein Ball wurde noch leicht abgefälscht, so war Linde machtlos und bekam obendrein den Tunnel im kurzen Eck (77.).
In der Schlussphase traf Jude Bellingham nach einem Diagonalball von Can noch zum vermeintlichen 4:1 ins Tor, Haaland stand beim Zuspiel jedoch im Abseits, nahm Einfluss und so zählte der Treffer nach Hinweis des VAR nicht (85.). Es blieb beim verdienten 3:1-Erfolg der Dortmunder, der die Vizemeisterschaft bedeutete.

Die Stimmen:

Jessic Ngankam (SpVgg Greuther Fürth): "Ich habe es oft im Training versucht, da hat es nie geklappt, aber heute hat es geklappt."
Stefan Leitl (Trainer SpVgg Greuther Fürth): "Niederlagen tun natürlich weh, aber wir erfahren diesen Zuspruch von den Fans schon die gesamte Saison hinweg. Sie haben natürlich ein Gespür dafür, wie schwer diese Saison für uns war und ich glaube, wenn man so engagiert Fußball spielt wie wir, dann wird das auch honoriert."
Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Dass wir die Situation angenommen haben, dass wir im richtigen Moment Tore geschossen haben. Es war ein sehr enges Spiel, aber das war auch klar - es ist Bundesliga. Wir haben die Aufgabe gelöst und das ist natürlich schön."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Ein Sinnbild

Das Spiel des BVB gegen Greuther Fürth stand stellvertretend für die Auftritte der Borussia in dieser Saison, in der es zu keinem einzigen Titel reichte. Am Ende landen die Dortmunder auf dem zweiten Rang – eine Platzierung, die durchaus zeigt, welches Potenzial in ihnen steckt. Gegen Fürth fehlte die Spannung, natürlich aufgrund der Saisongegebenheiten (die Vizemeisterschaft war so gut wie klar), doch dieser Spannungsabfall war saisonbetrachtet ausschlaggebend dafür, dass es eben zu keinem Titel reichte.
Zu oft fehlte dem BVB die Spannung im Spiel, zu oft agierte die Borussia inkonsequent, zu selten stand die Konstanz. Schaffen es die Dortmunder in der kommenden Saison in ihrem Charakter zu wachsen, insgesamt erwachsener zu werden, sind Titel nicht nur möglich, sondern eine logische Konsequenz der vorhandenen fußballerischen Qualitäten.

Die Statistik: 17

Immer wieder kommen Gerüchte auf, dass Brandt den Ansprüchen beim BVB nicht genüge und den Verein im Sommer möglicherweise verlassen werde. Die Zahlen zeigen allerdings, welchen Einfluss der Offensivspieler in dieser Saison nimmt: Mit neun Treffern und acht Vorlagen ist er der drittbeste Scorer der Borussia.
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