Die Marschroute bei den Berlinern war klar: Defensiv sicher stehen und bei Gelegenheit schnell umschalten und den BVB so aus dem Konzept bringen. Dieser Plan von Felix Magath ging in der Anfangsphase ideal auf. Nicht einen Torschuss des BVB ließen die Berliner zunächst zu – stattdessen gingen die Gäste selbst in Führung.
Ishak Belfodil drang über die rechte Seite in den Strafraum ein und wurde dort von Dan-Axel Zagadou gefoult. Schiedsrichter Tobias Stieler entschied auf Strafstoß, nahm diesen aber zurück. Sein Linienrichter hatte zuvor eine Abseitsposition gesehen. Diese wurde dann aber vom VAR zurückgenommen, sodass Stieler – nach Studium der Videobilder – doch den Elfmeter pfiff. Belfodil trat selbst an und verwandelte ganz sicher ins linke untere Eck (18.).
Borussia Dortmund war von dem Rückstand sichtlich geschockt. Gegen die kompakte Spielweise der Hertha fand die Elf von Marco Rose kein probates Mittel. Erst ein Freistoß von Marco Reus, in dessen Folge Marius Wolf den Ball drei Meter rechts vorbeiköpfte sorgte für die erste Dortmunder Torannäherung (37.).
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Kurz vor der Halbzeit hatte Julian Brandt gegen seinen Lieblingsgegner aus vier Metern die beste Möglichkeit für den BVB, aber auch hier ging die Fahne hoch. Wolf hatte bei der Vorarbeit zuvor im Abseits gestanden (44.).
Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild. Hertha stand tief, Dortmund suchte nach der Lücke. Beinahe fand Reus diese, nach Zuspiel von Julian Brandt scheiterte der Kapitän allerdings freistehend an Keeper Marcel Lotka (51.).
So musste ein Standard herhalten, um dem BVB den Ausgleich zu bescheren. Nach einem Freistoß von Raphaël Guerreiro und erneutem Videobeweis entschied Tobias Stieler einmal mehr auf Strafstoß. Marvin Plattenhardt hatte den Ball im Sechzehner mit dem Arm gespielt. Erling Haaland – bis dahin unauffällig – schob mittig ein (68.).
Anschließend spielte ausschließlich die Borussia, während Hertha das knappe Ergebnis mit allen elf Spielern am eigenen Strafraum verteidigte. Dennoch kam Haaland aus sechs Metern zu einer Kopfballmöglichkeit (73.).
In der Schlussphase brachte BVB-Coach Marco Rose Joker Youssoufa Moukoko – und der sollte das Spiel entscheiden. Kaum auf dem Feld, wurde der Youngster von Jude Bellingham wunderschön bedient. Aus sieben Metern und relativ spitzem Winkel und mit Hilfe des rechten Innenpfostens traf der Youngster zum 2:1 (84.).
Plötzlich war Hertha gefordert – zumal im Parallelspiel der VfB Stuttgart in der Nachspielzeit gegen den 1. FC Köln in Führung ging. Der eingewechselte Stevan Jovetić hatte dann auch die Großchance zum Ausgleich, traf aus halblinker Position aber nur das Außennetz (90.+2).
So blieb es beim knappen Dortmunder Sieg, der für Hertha BSC den Absturz auf Rang 16 und damit die Relegation gegen den Dritten der zweiten Liga bedeutet.

Die Stimmen:

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Das war heute ein sehr schwieriger, aber sehr schöner Tag für mich. Ich hatte ein bisschen Schiss davor. Es war wie eine Zeitreise für mich. Die ganzen Jahre sind auf einmal an mir vorbei geflogen. Ich bin unseren Fans unendlich dankbar für die Unterstützung über all die Jahre."

Der Tweet zum Spiel:

Den Spott der gegnerischen Fans hat der Hauptstadtklub sicher. Immerhin hatte Investor Lars Windhorst viele Millionen in den Verein gepumpt. Jetzt droht das große Projekt in der Relegation unterzugehen.

Das fiel auf: Unfassbare Schlussphase

Lange Zeit sah es nach der sicheren Rettung für Hertha BSC aus. Schon in den Spielen zuvor vergab die Elf von Felix Magath diverse Matchbälle, nun kam es gegen Borussia Dortmund eigentlich so, wie es kommen musste. In der 84. Minute kassierten die Berliner das 1:2 – während im Parallelspiel Stuttgart in der Nachspielzeit in Führung ging. Hertha konnte dem BVB hingegen spielerisch nichts mehr entgegensetzen, innerhalb von wenigen Minuten wurde die Relegation bittere Gewissheit für den BSC. Auffällig: Vor zwei Spieltagen hatte man bereits gegen Arminia Bielefeld den ganz späten Ausgleich in der Nachspielzeit kassiert, zuvor selbst die Großchance zum 2:0 vergeben. Nun spielte sich das nächste Drama in der Nachspielzeit ab.

Die Statistik: 62

Mit 62 Toren für Borussia Dortmund verabschiedet sich Erling Haaland nach zweieinhalb Jahren aus der Bundesliga. Lange Zeit war er die große Attraktion bei der Borussia, die nun ohne ihren besten Torschützen eine neue Ära beginnen wird.

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