Im Spiel der Gegensätze setzte Stefan Leitl nach der unglücklichen 1:2-Niederlage bei Hertha BSC auf fast dieselbe Startelf: Der Ex-Münchner Julian Green erhielt den Vorzug vor Cedric Itten (Bank).
Beim FC Bayern mussten unter der Woche Serge Gnabry (grippaler Infekt) und Jamal Musiala (Kapselverletzung im Sprunggelenk) kürzertreten. Für beide reichte es immerhin für einen Bankplatz. Dafür starteten Dayot Upamecano und Benjamin Pavard.
Das Kleeblatt agierte mit schnellen Gegenstößen und hielt sich nicht lange im Mittelfeld auf gegen Bayern, die im ungewohnten 3-4-3 agierten mit Pavard und Alphonso Davies auf den Außenbahnen. Ungewohnte Aufstellung, doch gewohnte Spielrichtung, denn natürlich nahm der Rekordmeister von Beginn an das Heft in die Hand, Leon Goretzka zielte mit dem ersten Schuss knapp daneben (4.).
Bundesliga
FC Bayern bindet Toptalente: "Werden an ihnen noch viel Freude haben"
23/09/2021 AM 17:48
Die Fürther zeigten sich im 20. Bundesliga-Heimspiel in ihrer Vereinsgeschichte mutig, wurden dafür aber knallhart bestraft. Nachdem Bayern ein Gegenpressing gut umspielte, war es Thomas Müller, der mit Hilfe des linken Innenpfostens zum 1:0 traf (10.). In der Folgezeit kontrollierte der Rekordmeister das Geschehen, hatte knapp 80 Prozent Ballbesitz, ohne sich jedoch die ganz großen Chancen herauszuspielen. Die Hausherren waren jedoch keineswegs chancenlos, zeigten sich weiterhin mutig und suchten immer wieder spielerische Lösungen. Die Zuschauer sahen einen couragierten Auftritt der Grün-Weißen.
Dennoch musste die Leitl-Elf nach einem erneut schwachen Defensivverhalten das 0:2 hinnehmen. Leroy Sané konnte im Zentrum in aller Ruhe auf Joshua Kimmich ablegen, der sehr überlegt in die rechte Ecke traf (31.). Mit dem zweiten Treffer war der Widerstand der Fürther etwas gebrochen. Bayern hätte vor dem Halbzeitpfiff noch durch Müller (39., Meyerhöfer rettete) und Robert Lewandowski (Latte, 40.) erhöhen können. Auf der anderen Seite hatte Paul Seguin die große Chance auf den Anschlusstreffer mit dem Pausenpfiff (45.+1).
Der zweite Durchgang begann mit einem großen Aufreger: Pavard sah nach einem üblen Foul an Green glatt Rot (49). Danach hatte das Kleeblatt natürlich mehr Platz, während sich die Bayern etwas zurückzogen. Mit den Tempogegenstößen strahlte der Rekordmeister dennoch mehr Gefahr aus als der Gegner. So hatte Lewandowski die erste gute Chance in der zweiten Hälfte (58.).
Ansonsten kam von der Spielvereinigung, die in der Vorsaison noch 69 Mal in der 2. Liga traf, offensiv einfach zu wenig. Das Kleeblatt entwickelte trotz zunehmenden Ballbesitzes keine Durchschlagskraft und somit auch keine Gefahr vor Neuers Kasten. Wie schon in Berlin führte ein Eigentor zur endgültigen Entscheidung: Griesbeck traf, stark bedrängt von Lewandowski, ins eigene Netz (68.). Dies war zugleich die Entscheidung. Das 1:3 durch den eingewechselten Cedric Itten kam zu spät (88.), dennoch hatten sich die Franken diesen Anschlusstreffer verdient.
Für Fürth geht es mit einem Freitagsspiel weiter: Am 1. Oktober (20:30 Uhr) muss die Spielvereinigung nach Köln. Beim FC Bayern steht zunächst das CL-Spiel am Mittwoch gegen Dynamo Kiew an. In der Bundesliga treffen die Münchner am kommenden Sonntag (17:30 Uhr) vor heimischer Kulisse auf Eintracht Frankfurt.

Die Stimmen:

Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Es war keine Glanzleistung von uns, auch in Unterzahl hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Schon in der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Fehler zu viel, haben die Fürther dann immer wieder zu Standards eingeladen. Der Charakter der Mannschaft ist super. Es gibt Spieler, die sich entwickeln wollen, die gierig sind. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Momentan sind wir gut drauf, dennoch haben wir nicht alle Spiele in dieser Saison souverän gestalten können. Vor der Länderspielpause müssen wir noch sechs Punkte holen und dann hoffe ich, dass alle verletzungsfrei durch die Länderspiele kommen."
Sebastian Griesbeck (SpVgg Greuther Fürth): "Natürlich gehen wir mit einem 0:0 ins Spiel, wir wollten das auch so lange wie möglich halten. Das hat leider nicht funktioniert und dann wird es gegen eine der besten Mannschaften der Welt schwierig. Trotzdem haben wir es insgesamt nicht so schlecht verteidigt, wir haben eben zwei dumme Weitschusstore kassiert. Beim Eigentor versuchte ich vor Lewandowski an den Ball zu kommen, das war natürlich dumm. Nach dem frühen Platzverweis hätten wir früher vorne draufgehen müssen, so wie in den letzten zehn Minuten. Wir sehen jeden Tag im Training, dass wir eine gute Mannschaft sind, daran müssen wir arbeiten. Die Saison ist noch jung und wir werden uns von Spiel zu Spiel verbessern, dann bin ich auch optimistisch."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Wenn man uns spielen sieht, dann sieht das teilweise ganz gut aus. Natürlich haben wir wieder drei Tore gemacht, waren sehr seriös. Aber, wenn ich ganz ehrlich bin, haben wir aus den Räumen im ersten Durchgang zu wenig gemacht. Das ist dann ärgerlich. In Unterzahl ist es dann ein anderes Spiel. Wir kommen oft in die Zwischenräume, sind aber dann oft zu schlampig und kommen nicht gut rein. Wenn der Gegner uns die Räume anbietet, müssen wir sie nutzen. Die Ergebnisse passen, daher hat keiner was zu meckern. Doch wir dürfen den Anschluss nicht verlieren an unsere eigenen Ansprüche."
Stefan Leitl (Trainer SpVgg Greuther Fürth): "Es war eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den Vorwoche. Wir hatten viele gute Pressingmomente, waren mutig. Dennoch waren wir lange in Überzahl, da hätten wir mehr daraus machen können. Das dritte Tor ist extrem bitter, wieder eine Standardsituation. Insgesamt sind die Tore besser zu verteidigen. Wenn man die Ergebnisse der letzten Wochen sieht, muss man meiner Mannschaft heute ein Kompliment machen."

Das fiel auf: Julian Nagelsmann umgeht Luxusproblem mit Systemumstellung

Viel wurde über Bayerns Innenverteidigung vor der Saison diskutiert. Doch Upamecano, Süle und Hernández präsentieren sich in einer blendenen Form und stellen ihren Coach vor ein echtes Luxusproblem. So war mit Spannung erwartet worden, für wen sich Nagelsmann vor dem CL-Spiel gegen Kiew entscheiden würde. Der 34-Jährige stellte das System um, sodass alle drei Verteidiger in der Startelf standen. Natürlich dürfte das nicht der Hauptgrund für die Systemumstellung gewesen sein, doch diese brachte einen schönen Nebeneffekt mit sich.

Tweet zum Spiel:

Der Vorlagenkönig der Bundesliga tritt in der Bundesliga nun auch wieder als Torschütze in Erscheinung. Thomas Müller eröffnete mit seinem Treffer zum 1:0 die Partie und brachte den FC Bayern auf die Siegerstraße. Mit diesem Treffer zog Müller zudem an Karl-Heinz Rummenigge in der ewigen Torschützenliste des Rekordmeisters vorbei. Müller kommt nun auf 218 Treffer und belegt den 3. Platz. Vor ihm: Natürlich Robert Lewandowski und Gerd Müller.

Die Statistik: 20 + 37

Robert Lewandowski kann sich den nächsten Rekord zunächst abschminken, die Bestmarke von 16 Spielen in Folge mit einem Treffer bleibt bei Gerd Müller. Für das Kleeblatt geht die traurige Serie weiter, der Aufsteiger bleibt auch im 20. Bundesliga-Heimspiel sieglos. Auch die Bayern konnten ihre Serie ausbauen, in nun 37 Auswärtsspielen in Folge haben die Bayern immer getroffen. Im nächsten Auswärtsspiel wird diese Serie auf die Probe gestellt: Nach der Länderspielpause geht es für den FCB am 17.10. nach Leverkusen.
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