Bundesliga: Eintracht Frankfurt stellt Spielverlauf auf den Kopf - und siegt beim FC Bayern

Überraschung in der Allianz Arena: Der FC Bayern München kassierte am Sonntagabend die erste Niederlage der Saison. Gegen Eintracht Frankfurt unterlag der dominante, aber glücklose Rekordmeister 1:2 (1:1). Leon Goretzka hatte den FCB in Führung gebracht (29.), Martin Hinteregger egalisierte den Rückstand (32.). Kurz vor Schluss stellte Filip Kostic den Spielverlauf komplett auf den Kopf (83.).

NIklas Süle vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Die Bayern starteten mit purer Dominanz in die Partie und ließen der Eintracht in der ersten halben Stunde nicht den Hauch einer Chance. Und trotzdem dauerte fast eine halbe Stunde, bis die Bayern ihre Überlegenheit in das erste Tor ummünzen konnten. Nach einem folgenschweren Abspielfehler von SGE-Kapitän Martin Hinteregger im Spielaufbau schalteten die Bayern schnell um, am Ende der Kombinationskette vollendete Leon Goretzka aus 15 Metern flach in die Ecke zur überfälligen Führung (29.).
Beinahe hätten die Bayern mit dem nächsten Angriff das 2:0 nachgelegt, allerdings scheiterte Leroy Sané freistehend an SGE-Schlussmann Trapp (31.). Und die ausgelassene Chance sollte sich auf der Gegenseite nur eine Minute später rächen: Nach der Ecke von Filip Kostic stieg Hinteregger am Fünfmeterraum unbedrängt hoch und machte seinen Fehler mit einem wuchtigen Kopfball in die Maschen wieder wett (32.).
Die Partie nahm nun immer mehr an Fahrt auf, bis zur Pause vergaben beide Teams jeweils noch die große Chance zur Führung. Auf der einen Seite scheiterte Almamy Touré freistehend an Manuel Neuer (42.), auf der Gegenseite traf Serge Gnabry aus zwei Metern nur den Pfosten (44.).
Die Bayern knüpften nach der Pause nahtlos an die dominante Darbietung an und vergaben in Person von Lewandowski die große Chance zur Führung. Aus wenigen Metern scheiterte der Pole per Kopf aus wenigen Metern an der überragenden Fußparade von Trapp (57.).
In der Folge entwickelte sich immer mehr ein Privatduell zwischen dem Frankfurter Schlussmann und den Bayern-Angreifern. Erst rettete Trapp blitzartig gegen Gnabry (64.), eine Minute später war der SGE-Keeper gegen Sanés Distanzschuss zur Stelle (65.).
Die Gäste konnten sich vom Druck der Bayern kaum noch befreien und stellten den Spielverlauf kurz vor Schluss dennoch komplett auf den Kopf. Nach einem eigentlich schon verunglückten Frankfurter Konter setzt Djibril Sow nochmal entscheidend nach und bediente Filip Kostic links im Strafraum. Der Serbe traf den Ball satt mit dem Vollspann und versenkte die Kugel zum 2:1-Sieg der Frankfurter im Netz (83.).
In der Nachspielzeit rettete einmal mehr der überragende Trapp gegen Goretzkas Fernschuss und sicherte so den überraschenden Auswärtserfolg in München (90.+1).

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern): "Die Niederlage tut extrem weh – zum einen weil es die erste war, zum anderen weil es absolut vermeidbar war. Wir waren defensiv heute in den wichtigen Szene nicht immer ganz auf der Höhe."
Thomas Müller (FC Bayern): "Wir sind natürlich enttäuscht. Es ist ein Spiel, das wir auf keinen Fall verlieren müssen. Es hat heute an der Effektivität gemangelt. Dass wir direkt nach dem 1:0 das 1:1 kassieren, ist sehr ärgerlich. Dementsprechend stehen wir hier bedient."
Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "Toll, wie meine Mannschaft gefightet hat. Es war eine grandiose Teamleistung, wir hatten heute auch einen überragenden Torhüter. Wir haben es defensiv stark gemacht und unseren Plan gut umgesetzt. Wenn du hier gewinnen willst, muss wie heute einfach alles passen."
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Es war sehr viel Arbeit heute, aber wir haben wirklich sehr gut verteidigt. Nicht viele haben geglaubt, dass wir heute hier was holen. Unser Plan ist heute sehr gut aufgegangen."
Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "Bayern hat uns keine Luft zum Atmen gegeben. Zum Glück haben wir unsere paar Chancen dann eiskalt genutzt."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayern scheitern an sich selbst und Trapp

20 Torschüsse standen am Ende der Partie pro FC Bayern zu Buche: Zum einen verzweifelten die Münchener an den insgesamt 10 Paraden von des nahezu unbezwingbaren Trapp, zum anderen ließen die Bayern aber auch drei Großchancen liegen. Ganz anders dagegen die Frankfurter: Aus drei Schüssen auf das Tor von Neuer machte die Glasner-Elf zwei Tore und rettete den knappen Sieg dank einer aufopferungsvollen Defensivleistung über die Zeit.

Die Statistik: 2000

Die Eintracht hat zum ersten mal seit fast 21 Jahren wieder eine Auswärtsspiel beim FC Bayern gewonnen. Beim 2:1 im November 2000 trafen Schur und Fjörtoft für die SGE im Olympiastadion.
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#SotipptderBoss: FC Bayern lässt auch Frankfurt keine Chance

Quelle: Eurosport

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