"Meine Tochter hat mich angerufen und gesagt: 'Papa, von Weitem sah der echt aus wie du'", berichtete BVB-Coach Rose auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Bochum (Samstag, ab 15:30 Uhr im Liveticker).
Damit gemeint war TV-Moderator Sebastian Pufpaff ("TV Total"), der es als Rose verkleidet in einem falschen Mannschaftsbus und mit den vermeintlichen BVB-Spielern tatsächlich im Dortmunder Stadion bis zum Eingang für die Teams geschafft hatte.
Dort flog der Schwindel dank eines aufmerksamen Mitarbeiters auf, der bemerkt hatte, dass die Arbeitskarte fehlte. Die Crew wurde des Stadions verwiesen.
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"Das gibt auf jeden Fall Stadionverbot für alle Beteiligten. Wir werden auch rechtliche Mittel prüfen", kündigte der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits in den "Ruhr Nachrichten" an: "So etwas geht gar nicht."

Rose nimmt Aktion mit Humor

Pressesprecher Sascha Fligge ruderte immerhin etwas zurück. Auf die Frage eines Journalisten, wie Borussia Dortmund auf diesen Streich reagiere und ob es eine lebenslange Stadionsperre gebe, antwortete Fligge: "Wir sind gerade in der Prüfung dieser ganzen Angelegenheit. Ohne Anhörung geht bei Borussia Dortmund da sowieso nichts. Wir sind ja kein Schurkenstaat. Das steht definitiv noch aus."
Ein Stadionverbot, wie von Pufpaff selbst in seiner TV-Show "TV Total" am Mittwoch propagiert, gebe es daher (noch) nicht. Als Lösung brachte der Direktor für Medien und Kommunikation beim BVB auch eine andere Idee ins Spiel: "Manchmal kann man das ja auch mit 1000 bis 2000 Sozialstunden für eine Stiftung abhandeln. Vielleicht geht da ja noch was."
Er wolle einer Anhörung aber nicht vorgreifen.
Auch Watzke meinte mittlerweile bei "Bild": "Bis dato ist zu diesem Vorgang überhaupt noch keine Entscheidung bei Borussia Dortmund gefallen. Wir befinden uns aktuell in der Prüfung des Sachverhalts. Warum sich Herr Pufpaff selbst ein lebenslanges Stadionverbot erteilt hat, erschließt sich mir deshalb nicht."
Rose nahm die Aktion mit viel Humor - immerhin hatte sich der TV-Moderator als BVB-Coach ausgegeben. "Ich finde, das ist schon eine witzige Idee. Es haben sicherlich auch viele darüber gelacht. Manchmal muss man auch ein Stück über sich selber lachen können", meinte Rose: "Den Mut muss man ja auch erst einmal haben und das umsetzen."

Der BVB-Mannschaftsbus nach dem Anschlag im April 2017

Fotocredit: SID

Erinnerungen an 2017: BVB will Sicherheitslücke prüfen

Pressesprecher Fligge erinnerte schließlich noch daran, weshalb man beim BVB diese Aktion doch auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit bewertet. "Jetzt Spaß beiseite: Natürlich hat das auch eine ernste Dimension. Zum einen weiß jeder, dass wir beim Thema Bus aus gutem Grund ein bisschen sensibel sind. Das andere ist, dass es da offensichtlich ein Sicherheitsleck bei uns gab", erklärte der 45-Jährige.
Damit sprach Fligge den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am 11. April 2017 an. Damals detonierten drei Sprengsätze in der Nähe des Busses, der sich auf dem Weg zum Champions-League-Spiel gegen AS Monaco befand. Durch die Explosionen wurden ein Polizist sowie BVB-Spieler Marc Bartra verletzt.
Ein Bus, der mit ganz einfachen Mitteln - etwas Folie für das BVB-Logo und den Slogan "Echte Liebe" sowie einem verkleideten TV-Moderator - ins Stadion fahren kann, ist daher eine ernsthafte Sicherheitslücke. Fligge kündigte daher auch an: "Das müssen wir schließen und das werden wir auch tun. Der Verantwortung sind wir uns auch bewusst."
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(mit SID)

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