BVB: Jamie Bynoe-Gittens, Bradley Fink und Julian Rijkhoff - Dortmunds Youngster sorgen für Furore
Während die Profis aus Pokalwettbewerben purzeln und in der Liga konstant inkonstant spielen, schreibt die U19 des BVB die schwarz-gelbe "Feel-Good-Story" der Saison. Tabellenführer in der B-Junioren Bundesliga, Halbfinale im DFB-Pokal und erstmals im Viertelfinale der UEFA Youth League. Die Talentdichte im Team von Mike Tullberg ist hoch, Eurosport stellt drei aufregende Offensiv-Juwele vor.
Julian Rijkhoff, Jamie Bynoe-Gittens und Bradley Fink (v.l.n.r.)
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Am Dienstag erreichte Dortmunds U19 zum ersten Mal in seiner Geschichte das Viertelfinale der UEFA Youth League, der Champions League der Junioren. Der endgültige Beweis dafür, dass die Mannschaft von Trainer Mike Tullberg derzeit das heißeste Team in Dortmund ist - mindestens.
In der B-Junioren-Bundesliga führt die Juniorenauswahl die Tabelle souverän an, im DFB-Pokal steht am 12. März das Halbfinale gegen den SC Freiburg an - und nun sorgt sie auch auf internationalem Parkett für Furore, bringt Verantwortliche ins Schwärmen und versetzt Fans in Euphorie.
"Wir haben einige hoffnungsvolle Talente und verfolgen ihre Entwicklung ganz genau", betonte Sebastian Kehl, designierter Nachfolger von Sportdirektor Michael Zorc, zuletzt im "Kicker" und erklärte weiter, den "richtigen Moment" finden zu wollen, um die Nachwuchshoffnungen an die Profimannschaft heranzuführen.
Doch wer sind die jungen Wilden, die den Sprung zu den Profis schaffen könnten?
Eurosport stellt drei Offensivtalente vor.
Jamie Bynoe-Gittens (Flügelstürmer, 17)
An ihm kommt man dieser Tage nicht vorbei, wenn es um die größten Talente des BVB-Nachwuchses geht - und das liegt nicht nur an seinem herausragenden Spiel im Youth-League-Achtelfinale gegen Manchester United.
Der BVB sicherte sich den jungen Engländer im September 2020 aus der Jugend von Manchester City. Aus selbiger Talentschmiede ergatterte man einst auch einen gewissen Jadon Sancho - und an genau diesen Spieler erinnern die Anlagen des 17-Jährigen.
"Nach vorne hin ist es allerhöchstes Niveau. Er kann mit beiden Füßen dribbeln und schießen", beschreibt Tullberg seinen Flügelstürmer, dessen Problemzone genau wie damals bei Sancho im defensivtaktischen Bereich zu finden ist.
Bynoe-Gittens kommt mit enormer Geschwindigkeit gerne aus der Tiefe über die Außen, er liebt es, Spiel und Gegner vor sich zu haben. Die Spezialität des gebürtigen Londoners ist das Eins-gegen-Eins, zudem ist er beidfüßig abschlussstark.
Ein Gesamtpaket, dass ihm den Weg zu den Profis mit großer Wahrscheinlichkeit ebnen wird. "Er hat sich richtig gut entwickelt und spielt in unseren Profikader-Planungen für den Sommer natürlich eine Rolle. Wir wussten schon bei seiner Verpflichtung, dass er das Potential dafür besitzt", bestätigt Kehl bei "Bild".
Lars Ricken, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, drückt gleichzeitig etwas auf die Bremse: "Wir wollen den Rucksack nicht größer machen, als er jetzt durch die zwei Tore ohnehin schon wird", so Ricken.
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Jamie Bynoe-Gittens jubelt - Manchester United vs. Borussia Dortmund
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In Dortmund wissen sie zu gut, wie behutsam mit jungen Talenten umgegangen werden muss - egal, wie verheißungsvoll die Leistungen im Nachwuchsbereich auch sein mögen. Dennoch ist davon auszugehen, dass Bynoe-Gittens im Trainingslager zur Saisonvorbereitung 2022/23 mit von der Partie sein wird.
Und wer weiß: vielleicht sehen wir ihn schon das eine oder andere Mal im Saisonendspurt der laufenden Spielzeit in der Bundesliga.
Bradley Fink (Mittelstürmer, 18)
Was Jamie Bynoe-Gittens auf den Außen ist, stellt Bradley Fink im Sturmzentrum dar. Mit 1,93 Metern ist der Schweizer ein echter Hüne im gegnerischen Strafraum und dennoch technisch hochversiert. Im Youth-League-Achtelfinale gegen Manchester United fehlte er zwar, feierte dafür aber seine Torpremiere im Profibereich.
Zum insgesamt fünften Mal stand er in dieser Saison mit der U23 in der 3. Liga auf dem Platz und netzte beim 2:3 gegen Wehen Wiesbaden zum zwischenzeitlichen 1:0. "Ich glaube, dass er eine sehr gute Spielintelligenz mitbringt. Das hat man auch gegen Wiesbaden gesehen. Er lauert nicht nur in der letzten Spiellinie, sondern bewegt sich auch sehr gut zwischen den Linien", beschreibt ihn Enrico Maaßen, Trainer der zweiten BVB-Garde.
Dass das Toreschießen Finks Kernkompetenz ist, beweist der 18-Jährige seit seiner Ankunft in Dortmund zuverlässig. 50 Pflichtspiele absolvierte er für Dortmunds U17, U19 und U23 seit seinem Wechsel vom FC Luzern im Juli 2019, 42 Tore und 15 Assists sind seine bemerkenswerte Ausbeute.
"Er ist präsent in der Box, steht da, wo ein Torjäger stehen muss", sagt Maaßen, der sich zudem freut, dass der Schweizer sich langsam auch an die Härte in der 3. Liga gewöhnt.
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U19-Stürmer Bradley Fink (r.) hat aktuell eine bessere Torquote als BVB-Star Erling Haaland
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Das Physische, dass weiß der reflektierte Stürmer selbst, ist in jungen Jahren meist der Hauptunterschied zwischen Nachwuchs- und Profifußball. "Das Spiel ist sehr viel robuster, was das Körperliche angeht. Da ist nicht mehr ein 70- oder 75-Kilo-Brocken hinter dir, sondern manchmal 95 oder 100 Kilo", sagte Fink einst über die Unterschiede zwischen B-Junioren-Bundesliga und der 3. Liga.
Zuletzt war bereits zu lesen, dass mehrere Bundesligisten ihre Fühler nach Fink ausgestreckt hätten, dieser sich aber unbedingt beim BVB durchsetzen wolle. Ähnlich sehen das auch die Verantwortlichen in Dortmund, die den 2023 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängern wollen.
Ein klares Zeichen dafür, dass man mit ihm noch einiges vorhat.
Julian Rijkhoff (Mittelstürmer, 17)
Julian Rijkhoff wechselte im Januar 2021 von Ajax Amsterdam zu Borussia Dortmund und sorgte mit seinem Wechsel für großen Wirbel im Netz. "Ja, es gab eine Menge Aufregung", sagte der damals 16-Jährige gegenüber "ELF Voetbal". "Dass es sich so entwickelt hat, vor allem in den sozialen Medien, hat mich überrascht. Ich habe schnell viele Hassbotschaften erhalten. Das war manchmal schwierig, aber man lernt damit umzugehen, indem man nicht alles liest."
Entrüstung gab es aber nicht nur im Internet, auch Größen des niederländischen Fußballs sahen sich zu einem Statement gezwungen: "Ich denke, das ist sehr schlechtes Management", warf beispielsweise der ehemalige Nationalstürmer Marco van Basten den Ajax-Funktionären vor.
Der Grund für all die Empörung war und ist offensichtlich: Rijkhoff hat Talent, viel Talent. In den Niederlanden gilt er als "Wonderkind", als kommender Superstar. Jede Menge Vorschusslorbeeren, denen er seit seiner Ankunft im Ruhrgebiet aber auch gerecht wird.
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U19-Stürmer Julian Rijkhoff im Duell mit seinem Ex-Klub Ajax Amsterdam
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25 Spiele, 19 Tore und fünf Vorlagen sind Indizien für das große Potenzial, das im erst 17 Jahre alten Stürmer schlummert. "Was bei ihm ziemlich beeindruckend ist: Er reagiert sehr schnell auf körperliche Reize und hat physisch brutal zugelegt", sagte Tullberg Ende des vergangenen Jahres im Gespräch mit "Spox" und gab zusätzlich auch eine Anekdote zum Besten, die zeigt, wie der Niederländer gestrickt ist.
Kurz vor Jahresende 2021 beendete Rijkhoff eine kleine Durststrecke mit neun Toren in drei Partien, darunter ein Doppelpack im Finale des A-Junioren Ligapokal West gegen den FC Schalke 04 und ein Fünferpack im Ligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Ein Befreiungsschlag, dem ein längeres Gespräch mit Tullberg vorausging.
"Du kommst zu deinen Chancen, jetzt musst du sie nur noch reinmachen", habe Tullberg seinem Torjäger gesagt. "Er guckte mich ganz ruhig an und sagte - wohlgemerkt mit 16 Jahren: 'Keine Sorge, Coach! Tore sind meine Spezialität'. Das fand ich sehr beeindruckend. In den nächsten drei Spielen hat er dann neun Buden gemacht. Seine größte Waffe ist das Toreschießen, so simpel das auch klingen mag."
Genau wie Bynoe-Gittens und Sturmkollege Fink darf sich auch Rijkhoff Hoffnungen machen, eines Tages in den Profikader berufen zu werden - auch wenn er von den drei Genannten noch am weitesten davon entfernt sein dürfte.
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#sotipptderboss: Bayern gewinnt Topspiel gegen Leverkusen
Quelle: Eurosport
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