Der BVB nahm den Schwung der letzten Woche mit und setzte Union Berlin von Anfang an gehörigem Druck aus. Nach direktem Spiel über die linke Seite eröffnete Raphaël Guerreiro mit einem Traumtor den Torreigen (10.).
Nach einer guten Viertelstunde kam der Torjäger vom Dienst, Erling Haaland, zu seiner ersten Gelegenheit, doch sein erster Kopfballversuch, verfehlte den Pfosten nur knapp (16.). Union Berlin konnte dem Druck des BVB nichts entgegensetzen und Donyell Malen zeigte innerhalb kürzester Zeit zweimal seine Klasse, doch jeweils scheiterte er an Andreas Luthe (24.). Nur zwei Minuten später fiel das längst überfällige 2:0. Nach einer butterweichen Flanke von Thomas Meunier erzielte Haaland mit seinem zweiten Kopfball am Nachmittag seinen 6. Saisontreffer (24.).
Mit der komfortablen Führung im Rücken schalteten die Dortmund ein paar Gänge zurück. Union kam in der ersten Hälfte zu keiner nennenswerten Gelegenheit - mit einer Ausnahme: Taiwo Awoniyi erzielte bereits nach 44 Sekunden das erste Tor des Spiels, das allerdings aus knapper Abseitsposition (1.).
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Nach dem Seitenwechsel erzielten die Hausherren früh die vermeintliche Entscheidung: Nach einem Zuspiel von Marco Reus, das eigentlich für Haaland gedacht war, fälschte Marvin Friedrich unglücklich ins eigene Tor ab (52.). Doch nur fünf Minuten später Hoffnung für Berlin. Sven Jablonski entschied nach Überprüfung der Bilder nach einem Foul von Axel Witsel an Kevin Behrens zurecht auf Elfmeter für Union Berlin. Dem nahm sich natürlich Max Kruse an und verwandelte gewohnt sicher vom Punkt (57.).
Der BVB wollte direkt den Anschlusstreffer der Eisernen kontern und erhöhte erneut den Druck, doch die Borussia konnte sich in dieser Phase keine klaren Chancen erspielen, stattdessen machten es die Eisernen in der Schlussphase kurz nochmal so richtig spannend. Andreas Voglsammer köpfte nach einer Ecke, nachdem er sich zu leicht gegen Meunier durchsetzen konnte, das 2:3 (81.).
Die Hoffnung hatte nicht lange Bestand. Ein langer Pass aus der eigenen Hälfte von Mats Hummels schickte Haaland auf die Reise, der hob artistisch den Ball über den aus seinem Kasten geeilten Luthe (83.). Die letzte gute Gelegenheit gehörte erneut den Schwarz-Gelben, doch Reus' Freistoß traf nur den Pfosten (86.).

Die Stimmen:

Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben das Spiel im Griff und führen 3:0 und haben die Möglichkeit auf das 4:0. Dann kriegst du einen Elfmeter und der Gegner ist wieder da. Mit dem 3:2 ist es dann wieder völlig offen. Das kostet natürlich Energie und die werden wir nicht immer so aufbringen können. Da müssen wir mit uns ins Gericht gehen und dran arbeiten."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Das ist das, was wir uns vorgenommen haben für die erste richtige englische Woche. Aber wir haben es uns wieder unnötig schwer gemacht mit zu einfachen Gegentoren, vor allem nach Standardsituationen. So bringen wir uns immer um die große Arbeit. Das dann extrem hart muss man sagen. Aber trotzdem sind wir natürlich froh, dass wir das Spiel gewonnen haben."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Bis zum 3:0 bin ich sehr zufrieden. Jeder in der Bundesliga weiß, wie unangenehm es ist, gegen Union Berlin zu spielen. Bis zum Elfmeter, der zum 1:3 geführt hat, haben wir nicht viel zugelassen."
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Sie gehen mit einem Sonntagsschuss in Führung, das spielt dir dann wirklich nicht in die Karten. Wir brauchten 20, 25 Minuten und dann wurde es besser. Wir zeigen in der zweiten Halbzeit eine tolle Moral, dass wir da noch mal zurückkommen. Wenn das vierte Tor nicht fällt, wer weiß, was dann noch möglich gewesen wäre."
Marvin Friedrich (Union Berlin): "Ich denke, dass wir viel zu viele einfache Fehler gemacht haben. Die ersten 15, 20 Minuten haben wir verpennt. In der zweiten Halbzeit haben wir Moral gezeigt. Auf die zweite Hälfte können wir aufbauen."
Andreas Luthe (Union Berlin): "Wir sind sehr, sehr schwer reingekommen und hatten keine Sicherheit im eigenen Spiel, was uns inzwischen auch auszeichnet. Als wir dann drin waren im Spiel, wurde es besser. Aber Dortmund ist halt wahnsinnig effektiv. Wenn wir länger schaffen, dass es 0:0 steht, hätte das uns sicher in die Karten gespielt."

Der Tweet zum Spiel:

Erling Haaland gegen Union Berlin am heutigen Abend: 2:2.

Das fiel auf: Unglücksrabe Friedrich

Beim 0:1 leitete der Kapitän von Union Berlin den Ball unglücklich weiter auf Guerreiro. In der zweiten Hälfte lenkte er mit links den Ball an sein rechtes Knie, wovon die Kugel über die eigene Linie zum 0:3 kullerte. Haaland hätte das Anspiel wohl gar nicht erreicht, weshalb Friedrich gar nicht hätte eingreifen müssen. Doch trotz des zwischenzeitlichen 0:3 behielten Friedrich und seine Eisernen den Kopf oben, weshalb am Ende sogar ein Punkt möglich war.

Die Statistik: 5

Es war das fünfte Aufeinandertreffen des BVB und der Eisernen in der Bundesliga. Immer gewann die Heimmannschaft.
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(SID)

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