BVB unterliegt bei Borussia Mönchengladbach: Ex-Klub vermiest Marco Rose die Rückkehr

Borussia Dortmund hat das Top-Spiel der Bundesliga am 6. Spieltag bei Borussia Mönchengladbach verloren. Bei der mit Spannung erwarteten Rückkehr von BVB-Coach Marco Rose an seine alte Wirkungsstätte unterlag sein Team ohne den verletzten Erling Haaland 0:1 (0:1). Denis Zakaria erzielte den einzigen Treffers des Abends (37.). Mahmoud Dahoud flog vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz (40.).

Borussia Dortmund unterliegt Borussia Mönchengladbach

Fotocredit: Getty Images

Es ging hitzig los im 99. Borussia-Duell in der Bundesliga, bei dem Marco Reus und Erling Haaland dem BVB verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Nach nicht einmal einer gespielten Minute gerieten Jude Bellingham und Kouadio Koné nach einem Zweikampf aneinander und lösten eine Rudelbildung aus. Das erste Tor gelang Marco Roses neuer Borussia. Mats Hummels köpfte nach einem Freistoß von Raphael Guerreiro mustergültig ein, doch der Nationalspieler stand einen Schritt zu weit vorne im Abseits (8.).
Viel Spielfluss kam nicht auf, doch Gladbach war die dominante und bessere Mannschaft, ohne sich lange nennenswerte Chancen zu erspielen. Die erste Hälfte war geprägt von vielen Unterbrechungen. Deniz Aytekin hatte einiges zu tun und zeigte alleine vor der Pause fünf Gelbe Karten.
Mit der ersten ernsthaften Chance schlug Gladbach direkt zu. Denis Zakaria spielte einen ungewollten Doppelpass mit Bellingham und blieb dann eiskalt vor Landsmann Gregor Kobel (37.).
Nur drei Minuten später wurde es dann noch bitterer für Schwarz-Gelb: Nach einer abwinkenden Geste zeigte Aytekin etwas voreilig Mahmoud Dahoud Gelb-Rot.
Der BVB trat in der zweiten Hälfte in Unterzahl an und agierte über lange Zeit viel zu passiv. Stattdessen waren die Fohlen lange drauf und dran, die Partie vorzeitig zu entscheiden, wogegen jedoch vor allem Kobel etwas hatte. Zunächst scheiterte Jonas Hofmann aus spitzem Winkel am überragenden BVB-Schlussmann. Nur Sekunden später versuchte Luca Netz vergeblich Kobel zu überwinden (56.).
Auch in der Schlussphase konnte sich der BVB zumindest auf seinen Keeper verlassen. Er parierte einen abgefälschten Versuch von Zakaria (74.). Nur zwei Minuten später rettete Hummels vor Embolo, der eine aussichtsreiche Chance zur Entscheidung bekommen hätte (76.).
In den Schlussminuten erhöhte Schwarz-Gelb endlich das Risiko, die beste Chance vergab der eingewechselte Thorgan Hazard. Der Belgier köpfte nur auf das Tornetz (90.+1).

Die Stimmen:

Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben uns in die Zweikämpfe gehauen. Heute kam alles zusammen. Wir haben uns total auf uns fokussiert. Wir waren ein Mann mehr, das darf man nicht verschweigen, aber auch bevor wir ein Mann mehr waren, waren wir besser und haben meiner Meinung nach verdient gewonnen."
Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach): "Das war heute ein sehr schwieriges Spiel, aber wir sind sehr glücklich über die drei Punkte. Wir müssen einfach so weiterarbeiten und sind bereit für das nächste Spiel. Gegen Dortmund ist es oft ein richtiger Kampf und diesen Kampf haben wir heute gewonnen."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Wir machen uns durch Meckern selbst das Leben schwer. Das darf nie wieder passieren. Gelb-Rot wegen Meckerns in Rückstand in Gladbach, dann wird das natürlich extrem schwierig. Es ist doof, dem Schiedsrichter diese Chance geben, dich runterzuschicken. Es ist für mich kein Platzverweis, aber er gibt ihm im Sinne der Regeln die Möglichkeit, Rot zu zeigen. Fußballerisch hat nach vorne die Durchschlagskraft heute gefehlt."
Sebastian Kehl (Leiter Lizenzspielerabteilung Borussia Dortmund): "Wir waren am Ende nicht gut genug heute, das müssen wir uns selbst zuschreiben. Das Abwinken gibt er als zweite Gelbe Karte und das ist in so einem Spiel in der 40. Minute völlig übertrieben. Das habe ich ihm in der Kabine auch gerade persönlich gesagt."
Deniz Aytekin (Schiedsrichter): "Man kann durchaus sagen, dass die (Gelb-Rote Karte, Amn. d. Red) einzeln betrachtet zu hart ist. Wir hatten zuvor eine ähnliche Situation mit Guerreiro, dem ich erklären wollte, dass ich das nicht möchte. Dann habe ich bei Dahoud auf Gelb-Rot entschieden. Es muss ein bestimmtes Verhalten auf dem Platz unterbunden werden. In der Summe war mir dieses respektlose Abwinken zu viel. Sicher kann man darüber diskutieren. Aber warum macht er es denn? Er hat es gar nicht notwendig in dieser Situation so abzuwinken. Er hätte den Foulpfiff einfach akzeptieren können. Mir hat im Paket der Respekt gefehlt. Dieses ständige Abwinken möchte ich nicht und ich wollte ein Zeichen setzen."

Der Tweet zum Spiel:

Immer mal wieder etwas Neues bei Übertragungen der Bundesliga.

Das fiel auf: Keine Linie bei Aytekin

Deniz Aytekin zeigte in der ersten Hälfte schnell bei so ziemlich jedem härteren Einsteigen Gelb. Der Platzverweis für Dahoud war nach Beurteilung der TV-Bilder zudem überzogen. Nach der Pause änderte er seine Linie merklich. Nach hartem Einsteigen der Gladbacher Breel Embolo und Hofmann ließ der Unparteiische auch mal die Karte stecken. Immerhin übersah er eine offensichtliche Schwalbe des Gladbachers Kouadio Koné nicht und bestrafte ihn zurecht mit Gelb. Dennoch: ein insgesamt unglücklicher Auftritt des sonst so souveränen Unparteiischen.

Die Statistik: 6

Folgt nach dem 6. Spieltag die positive Kehrtwende in Gladbach? In Frankfurt hatte Adi Hütter nach fünf Spielen fast die identische Bilanz wie mit Mönchengladbach. Damals waren es vier Punkte, 6:9 Tore, Rang 15 (mit Gladbach 4 Punkte, 5:9 Tore, Rang 15 nach fünf Spieltagen). 2018/19 kam am 6. Spieltag (4:1 gegen Hannover) die Wende. Vielleicht bedeutet der Erfolg gegen Dortmund heute ähnliches für das Team des Österreichers.
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Quelle: Eurosport

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