Garra Dembélé klagt Freiburg an: "Wer Pillen nicht nahm, bekam eine Geldstrafe" - SC reagiert
Ex-Profi Garra Dembélé hat den SC Freiburg in der Doku-Serie "Destins brisé - L'Équipe Enquête" der Sportzeitung "L'Équipe" belastet. "Ich hatte ungefähr zehn Pillen, die ich nach dem Training einnehmen musste. Ich wusste nicht einmal, was es war", sagte der 35-Jährige. Bei Zuwiderhandlung sei man mit einer Geldstrafe belegt worden. Am Donnerstag reagierte der SC Freiburg auf die Anschuldigungen.
Garra Dembélé 2011 im Trikot des SC Freiburg
Fotocredit: Imago
Garra Dembélé hat in der Doku-Serie der renommierten Fußball-Fachzeitung "L'Équipe" bildhaft beschrieben, wie ihm beim SC Freiburg Medikamente verabreicht wurden.
"Ich hatte eine kleine Box. Da stand meine Nummer drauf, die Elf", sagte der einstige Stürmer. Darin hätten sich etwa zehn Pillen befunden, die er nach jedem Training hätte einnehmen müssen.
Es seien "riesige Pillen" darunter gewesen, die sogar im Hals stecken geblieben wären. Er selbst habe keine Ahnung gehabt, was ihm da verabreicht wurde. Dembélé behauptete gar: "Wer die Pillen nicht nahm, bekam eine Geldstrafe."
Dembélé, der als großes Talent galt und 26 Mal für die französische U19-Nationalmannschaft auflief, stand von 2011 bis 2014 bei den Breisgauern unter Vertrag. 2013 lieh ihn der Klub für ein Jahr nach China an Wuhan Zall aus.
Dembélé: "War gedopt, als ich in Deutschland ankam"
Der hohe Medikamenten-Konsum in Freiburg war damals nach eigener Aussage nichts Neues für den Franzosen, der bei seinen vorherigen Stationen in Bulgarien bei Lokomotive Plovdiv (2010) und Levski Sofia (2010/11) ähnliche Erfahrungen gemacht hatte.
Welche Wirkstoffe er damals zu sich nahm, kann Dembélé bis heute nicht sagen. "Das Einzige, was ich garantieren kann, ist, dass bei meiner Unterschrift in Deutschland Produkte in meinem Körper waren, die nicht erlaubt waren. Tatsächlich war ich gedopt, als ich in Deutschland ankam. Ich hatte Hormone in mir und was weiß ich noch", sagte der heute 35-Jährige.
Mit Abstand zum Profisport reflektierte Dembélé, der seine Laufbahn 2017 in der Schweiz beim FC Solothurn beendete, dass es ein massiver Unterschied sei, ob man als unbedarfter Zuschauer dabei sei oder als Akteur: "Wenn du selbst drin bist, ist es ein kompliziertes Milieu."
Bei Freiburg hatte sich der 2011 als Rekordtransfer (2,2 Mio. Euro) gekommene Franzose mit Wurzeln in Mali nie richtig durchsetzen können. 2014 wurde sein Vertrag nach nur 19 Bundesliga-Einsätzen aufgelöst.
SC Freiburg reagiert mit schriftlicher Stellungnahme
Am Donnerstagabend reagierte der Sportclub auf die Anschuldigungen, In einer schriftlichen Stellungnahme schreiben die Breisgauer: "Nach Rücksprache mit dem damaligen medizinischen Personal können wir klarstellend mitteilen, dass prophylaktisch und während Phasen von Erkältungskrankheiten einzelner Spieler Vitamin C- und Zinktabletten angeboten wurden. Ausgeteilt wurden diese aus hygienischen Gründen in handelsüblichen Schiebeschächtelchen."
Zu den von Dembélé angesprochenen Strafen heißt es: "Es gab Kandidaten, die die Einnahme regelmäßig vergessen haben. In diesen Fällen wurde die Mannschaftskasse bemüht."
Zu allen weiteren Ausführungen von Garra Dembélé und dessen möglichen Beweggründen wolle sich der SC Freiburg, "auch zum Schutz des ehemaligen Spielers und den Umständen der damaligen Zusammenarbeit und der vorzeitigen Vertragsauflösung, nicht weiter äußern".
Der Sportclub stellte klar: "Die Äußerungen des Spielers entbehren jeglicher Grundlage, sofern sie in den medial verbreiteten Kontext gestellt werden."
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