Drei Dinge, die bei Bayern gegen BVB auffielen: Drei Tore, aber Hernández strahlt am hellsten
Der FC Bayern München tütete mit dem 3:1 über "Verfolger" Borussia Dortmund die zehnte deutsche Meisterschaft in Folge ein. Das Spitzenspiel, das immer wieder zum "Klassiker" hochstilisiert wird, verlief unspektakulär. Aufseiten der Bayern stach - trotz der drei erzielten Tore - ein Defensivmann hervor, ein Schachzug von BVB-Trainer Marco Rose ging schief. Drei Dinge, die auffielen.
Robert Lewandowski jubelt über das 2:0 - FC Bayern vs. Borussia Dortmund
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Aus der Allianz Arena berichtet Dennis Melzer
Routiniert machte der FC Bayern vorzeitig die Meisterschaft klar, routiniert wurde im Anschluss an das 3:1 gegen Borussia Dortmund mit den eigenen Fans gejubelt. Bierduschen für alle, die sich nicht schnell genug retten konnten, Papp-Meisterschalen, Sonder-T-Shirts und -Mützen.
Der Weg zur magischen Zehn war in dieser Bundesligasaison nur selten steinig aus Münchner Sicht, einzelne Aussetzer wie in Bochum oder in Augsburg blieben unbestraft. Über weite Strecken gaben die Münchner - zumindest auf Ligaebene - ein souveränes Bild ab. So auch gegen den Dauerrivalen aus Dortmund.
Obwohl der FCB in der Offensive drei Treffer zustande brachte, strahlte Defensivmann Lucas Hernández an diesem Samstagabend am hellsten.
Robert Lewandowski gewann das im Vorfeld beleuchtete Stürmer-Duell mit Erling Haaland und Marco Roses Experiment mit einem Startelf-Debütanten ging einigermaßen in die Hose.
Drei Dinge, die auffielen:
Ein Defensivmann strahlt am hellsten
Es gab nicht viele Dortmunder Druckphasen. Einzig nach dem Seitenwechsel und dem verwandelten Elfmeter (Emre Can, 51.) machten die Gäste aus dem Ruhrgebiet den Anschein, doch noch als Meisterschafts-Vermieser in Erscheinung treten zu können.
Dass es am Ende nicht 2:2, sondern 3:1 stand, war auch Defensivmann Lucas Hernández zu verdanken, der mit einer herausragenden Grätsche gegen Marco Reus (56.) einen mutmaßlichen Einschlag im Münchner Kasten verhinderte. Eine sinnbildliche Aktion des Franzosen, der über die gesamten 90 Minuten aus einer guten Bayern-Mannschaft herausstach.
Hernández gewann 75 Prozent seiner direkten Duelle, kein Bayern-Spieler wartete diesbezüglich mit einer besseren Bilanz auf. Zudem spielte er die meisten Pässe und sammelte sieben Balleroberungen. Nicht nur die nackten Zahlen sprachen Bände, auch Hernández' Über- und Umsicht waren an diesem Samstagabend entscheidend. Immer wieder traf er gute Entscheidungen im Ballbesitz, immer wieder stand er richtig, wenn der BVB Angriffsversuche unternahm.
Trainer Julian Nagelsmann zeigte sich im Nachgang beeindruckt vom 26-Jährigen. "Lucas hat sehr gut gespielt. Es war nicht so leicht für ihn, weil er vier Tage gefehlt hat und nur zwei Einheiten absolviert hat. Es ist nicht so leicht, einen so großen Raum zu verteidigen, wie wir es tun. Mit Ausnahme der sechs, sieben Minuten nach der Halbzeit haben wir das sehr gut verteidigt."
Allen voran Lucas Hernández.
Lewandowski gewinnt Stürmerduell mit Haaland
FC Bayern gegen Borussia Dortmund ist auch immer das Duell der beiden Super-Stürmer Robert Lewandowski und Erling Haaland. Auch im Vorfeld dieses Aufeinandertreffens standen die beiden Knipser wieder im Fokus.
Lewandowski hatte vor der Partie satte 32 Bundesligatore auf dem Konto, Haaland bis dato 18. Allerdings: Der Norweger verpasste in dieser Spielzeit verletzungsbedingt zehn Spiele in Deutschlands Beletage, Lewandowski kein einziges. Dass Haaland sich in den vergangenen Wochen und Monaten regelmäßig mit Verletzungen herumärgern musste, war auch gegen die Bayern offensichtlich.
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Robert Lewandowski jubelt für den FC Bayern München
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Nur 32 Ballaktionen standen bei seiner Auswechslung in der 87. Minute zu Buche, allzu auffällig spielte der 21-Jährige nicht. Seine wenigen Chancen ließ er liegen, ein Schuss aufs gegnerische Tor gelang ihm nicht. BVB-Trainer Marco Rose hatte zuletzt mehrfach betont, dass Haaland noch immer unter Schmerzen leide und bisweilen mit Schmerzmitteln spielen müsse.
"Er hat letzte Woche zwei Tore gemacht, er hat immer noch Schmerzen, aber er versucht, dem Team zu helfen", sagte Rose nach dem Spiel und schob nach: "Die Situation drumherum macht ihn nachdenklich, aber ich habe das Gefühl, dass er fokussiert ist."
Auch Nagelsmann wurde von einem norwegischen Journalisten auf den Dortmunder angesprochen. "Er ist ein toller Spieler, aber er hatte zu viele Verletzungen in dieser Saison, um Dortmund noch mehr zu helfen", sagte er. Er ergänzte: "Wenn er bei 100 Prozent ist, macht er die Chancen normalerweise rein."
Während Haaland nicht ins Spiel fand, lief es für seinen Gegenüber deutlich besser. Lewandowski, dessen Ausfallzeit wegen Verletzungen nahezu gegen Null geht, erzielte den wichtigen Treffer zum 2:1 und war sichtlich mehr eingebunden als Haaland.
Roses Schachzug mit Reinier geht schief
Real-Leihgabe Reinier (kam im Sommer 2020) feierte sein Startelf-Debüt in dieser Bundesliga-Saison am 31. Spieltag. Eine Bilanz, die viel über die bisherige Zufriedenheit der Dortmunder mit dem Brasilianer aussagt.
Warum es nicht für mehr reichte, offenbarte sich am Samstag ziemlich deutlich. Reinier wirkte beim BVB wie ein Fremdkörper, 24 Ballaktionen bedeuteten die wenigsten aller Dortmunder. Zum Zeitpunkt seiner Auswechslung in der 67. Spielminute hatte der 20-Jährige lediglich 16 Prozent seiner direkten Duelle für sich entschieden.
Ein Abbild seiner bisherigen Zeit beim BVB. Reinier kam zu 37 Kurzeinsätzen, in denen ihm nur ein mageres Tor gelang. Kein Wunder, dass Dortmund ihn am Saisonende nur allzu gerne wieder nach Madrid schicken wird. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge können die Königlichen auch nicht sonderlich viel mit dem Youngster anfangen, eine erneute Leihe - diesmal innerhalb Spaniens - soll angestrebt werden.
Das zweijährige Missverständnis kommt die Schwarz-Gelben insgesamt offenbar teuer zu stehen. Neben einer Leihgebühr von fünf Millionen Euro soll Dortmund laut der spanischen Sportzeitung "Marca" 8,5 Millionen Euro an Gehalt für Reinier übernommen haben.
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Gelöster Nagelsmann liefert Sprüchefeuerwerk
Quelle: Perform
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