FC Bayern feiert 5:0-Gala gegen Hertha BSC - Robert Lewandowski schnürt Dreierpack

Der FC Bayern München hat am Samstagabend mit einer 5:0 (2:0)-Gala gegen Hertha BSC den zweiten Ligasieg eingefahren und sein Konto am 3. Spieltag auf sieben Punkte ausgebaut. Robert Lewandowski schnürte gegen mutlose Berliner einen Dreierpack (35.70./84.). Die anderen beiden Treffer für den Rekordmeister erzielten Thomas Müller in der 6. Minute und Jamal Musiala in der 49. Minute.

Robert Lewandowski bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Hertha BSC

Fotocredit: Getty Images

Nach dem 12:0-Pokalsieg über den Bremer SV kehrten beim Rekordmeister wieder alle Leistungsträger zurück. Im Vergleich zum 3:2 gegen Köln in der Vorwoche gab es zwei Wechsel: Josip Stanisic und Jamal Musiala ersetzten Tanguy Nianzou sowie Leroy Sané (beide Bank).
Hertha-Trainer Pal Dardai musste kurzfristig auf Marvin Plattenhardt (Beschwerden im Adduktorenbereich) verzichten. Für ihn spielte Maximilian Mittelstädt. Zudem gab es drei weitere Änderungen, Dardai setzte klar auf Tempo gegen die hochstehende Bayern-Abwehr. Deyovaisio Zeefuik, Lucas Tousart und Stevan Jovetic kamen für Peter Pekarik, Javairo Dilrosun und Kevin-Prince Boateng (Rückenprobleme) in die Mannschaft.
„Die ersten 20 Minuten müssen wir überleben“, hatte Pal Dardai vor dem Spiel gesagt, in Erwartung stürmischer Bayern. Der Plan der Hertha ging genau sechs Minuten auf, dann erzielte Thomas Müller nach einem schönen Spielzug über Serge Gnabry und Alphonso Davies das 1:0. In der Folgezeit hatten die Bayern das Match im Griff und schraubten am zweiten Treffer, doch oft fehlte die Präzision. Goretzka verpasste per Kopf haarscharf (26.).
Die Hertha, bei der Jovetic nach 20 Minuten angeschlagen raus musste (Dilrosun kam), hatte alle Hände voll zu tun, zeigte nach vorne zu wenig Mut und so waren die Rollen klar verteilt – erst recht nach dem 2:0 durch Lewandowski, dessen Treffer erst durch den VAR Anerkennung finden sollte (35.). Auch danach zeigten sich die Bayern sehr spielfreudig und ließen nicht nach. Dedryck Boyata rettete in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Müller (40.). Auch danach verpassten die Bayern mehrmals haarscharf den dritten Treffer.
Das 3:0 sollte dann direkt nach Wiederanpfiff fallen: Zeefuik ging im eigenen Drittel gegen Müller ins Dribbling, verlor die Kugel, die von Musiala unhaltbar in die rechte Ecke gesetzt wurde (49.). Im weiteren Verlauf hatten die Bayern alles im Griff, Lewandowski erhöhte nach Zuspiel von Sané auf 4:0 (70.). Der Widerstand der Hertha war endgültig gebrochen und der Rekordmeister hatte Lust auf mehr. Alexander Schwolow verhinderte gegen Goretzka und Lewandowski (74.) weitere Gegentreffer. Wenig später war auch der Keeper machtlos, als Lewandowski aus kurzer Distanz per Kopf zum 5:0 traf (84.). Der Pole setzt mit seinem fünften Saisontreffer den Schlusspunkt auf diesen Klassenunterschied in diesem Abend.
Nach der Länderspielpause kommt es zum ersten Kracher in der noch jungen Saison: Die Bayern gastieren am 11. September in Leipzig. Einen Tag später muss die Hertha nach Bochum.

Die Stimmen:

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Wir haben nichts angeboten, weder im Zweikampf noch spielerisch. Das war kein schönes Gefühl. Heute hatten wir gar keine Chance. Heute waren alle unsicher, das habe ich in der Halbzeit gespürt. Jetzt ist Pause, wir bekommen noch einige Spieler. Nun müssen wir uns auf die Spiele vorbereiten, in denen wir punkten können."
Robert Lewandowski (FC Bayern München): "Wir hatten heute das Spiel unter Kontrolle und hatten viele Situation und viele Tore. Die Situation beim 1:0 war die wichtigste, auch wenn ich dafür kein Tor und keine Vorlage zugeschrieben wurde. Ich fühle mich körperlich besser als vor ein paar Jahren und will mich weiter verbessern."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Alle Offensivspieler der Bayern machen es sehr variabel, dagegen haben wir keine Lösung gefunden. Es hat schon den Anschein gemacht, dass wir heute wenig Mut hatten. Ich hoffe, dass es nicht so war. Ich verliere lieber 5:0 und haue alles rein, aber das darf nicht passieren. Natürlich stellt sich die Frage, ob wir wieder vor einer komplizierten Saison stehen. Wir müssen in der Länderspielpause die richtigen Schlüsse ziehen und die nächsten Spiele so angehen, dass wir die Punkte holen."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Heute war spielerisch sicher unser bestes Spiel. Natürlich auch, weil der Gegner anders gespielt hat, konnten wir uns das besser zurechtlegen, die anderen Spiele waren etwas wilder, was an der Risikobereitschaft der anderen Mannschaften lag. Dass er (Marcel Sabitzer, Anm. d. Red.) ein guter Spieler ist, ist ja völlig klar. Zu den anderen Themen weiß ich leider nichts. Ich bin noch nicht im Aufsichtsrat. Der FC Bayern ist nicht mehr ganz so transparent. Ich freue mich, dass ich jetzt keine Pause habe, sondern beim Neustart (der Nationalmannschaft, Anm. d. Red.) dabei sein kann. Ich bin gespannt, was uns erwartet und wie wir die Spiele angehen. Wir haben am Anfang noch nicht die Gradmesser. Selbst, wenn es jetzt am Anfang gut laufen sollte, kann man nicht sagen, dass es richtungsweisend ist."

Der Tweet zum Spiel:

Er trifft und trifft und trifft. Vor dem Spiel als Fußballer des Jahres ausgezeichnet, ließ Lewandowski gegen Hertha drei weitere Treffer folgen. Der Pole traf damit nun im zwölften Heimspiel in Folge und hat den Rekord von Gerd Müller eingestellt. Der zweite Treffer markierte zudem das 300. Pflichtspieltor von RL9 für den FC Bayern – in 333 Spielen. Eine unfassbare Quote.

Das fiel auf: Hertha BSC ohne Mut in München

Bereits die 2. Minute sollte symptomatisch für das Spiel der Hertha in München sein: Nach einem Abspielfehler der Bayern war Davie Selke frei durch. Doch der Stürmer schloss viel zu früh, überhastet und beinahe schon ängstlich ab. So lässt sich auch der Berliner Auftritt in der Allianz Arena beschreiben. Die Alte Dame hatte im ersten Durchgang sogar mehr Torschüsse, doch den Abschlüssen fehlte es an Überzeugung, Mut und Selbstvertrauten. So darf man in München nicht auftreten, will man hier was mitnehmen.

Die Zahl: 8/4/0

Auch Trainer haben Lieblingsgegner. Die Hertha zählt bei Julian Nagelsmann zweifelsohne dazu. In zwölf Partien ist der 33-Jährige gegen die Berliner noch ungeschlagen. Bereits acht Siege feierte Nagelsmann gegen die Alte Dame, diesen stehen vier Remis gegenüber. Nur gegen den FC Augsburg sieht die Bilanz noch besser aus (10/2/0).
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Eingebauter Magnet im Fuß: Nagelsmann schwärmt von Bayern-Juwel

Quelle: Perform

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