FC Bayern München - Julian Nagelsmann kündigt nach Pleite in Mainz Veränderungen an - Leroy Sané schiebt Frust
VonThomas Gaber
Publiziert 30/04/2022 um 22:08 GMT+2 Uhr
Julian Nagelsmann hat auf die 1:3-Niederlage des FC Bayern München beim FSV Mainz 05 mit deutlicher Kritik an der Einstellung seiner Spieler reagiert und dringend notwendige Veränderungen angekündigt. "Wir sind an einem Punkt, an dem wir etwas verändern müssen", sagte Nagelsmann. Leroy Sané, der in Mainz erneut zunächst auf der Bank saß, ist mit seiner Reservistenrolle ziemlich frustriert.
Leroy Sané und Julian Nagelsmann
Fotocredit: Getty Images
Auf der Pressekonferenz am Freitag hatte Julian Nagelsmann noch das Engagement und den Siegeswillen seiner Spieler in einer intensiven Trainingswoche hervorgehoben.
Davon war bei der 1:3-Niederlage in Mainz vor allem in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Entsprechend sauer reagierte Nagelsmann auf die Vorstellung seiner Mannschaft.
"Ein kleiner Leistungsabfall nach einem Titelgewinn ist vielleicht menschlich. Trotzdem tragen wir noch das Logo auf der Brust, und dann können wir hier nicht von der ersten Minute an neun Hundertprozentige gegen uns kriegen. Das funktioniert einfach nicht", schimpfte der Trainer.
Nagelsmann will aktiv dagegensteuern, damit die Mannschaft die Saison vernünftig zu Ende spielt. "Wenn es so wirkt, als müssten wir irgendeinen Dienst abhalten und die Leidenschaft nicht mehr so da ist, sind wir an einem Punkt, an dem wir etwas verändern müssen. Und da sind wir gerade", sagte er.
Leroy Sané flüchtet in die Kabine
Nagelsmann sprach dabei von "allgemeinen Dingen", nicht nur von mannschaftsspezifischen. "Wenn du sieben Titel in einem Jahr holst und zehnmal Meister wirst, ist irgendwann immer der Breakeven, wo du sagst: 'Wir müssen jetzt was anders machen.' Du kannst nicht immer alles gleich machen, das ist doch ganz normal. Diesen Punkt darfst du nicht verpassen."
Der FC Bayern hat seit Wochen damit zu kämpfen, dass einige Leistungsträger nicht in Form sind.
Dazu gehört zweifelsohne auch Leroy Sané. Der Flügelspieler fand sich zuletzt häufiger auf der Ersatzbank wieder und wartet seit über zwei Monaten auf eine Torbeteiligung in der Bundesliga.
In Mainz wurde Sané zur zweiten Halbzeit eingewechselt und verließ das Spielfeld nach dem Schlusspfiff schnurstracks in Richtung Kabine. Kein Abklatschen mit Mitspielern oder Trainern, kein Dank an die mitgereisten Fans.
Nagelsmann kann Sanés Reaktion nachvollziehen
Nagelsmann wollte daraus keine große Sache machen. "Von 100 Profis machen das 50. Und 50 gehen raus. Jeder Mensch geht mit solchen Situationen anders um“, sagte er.
Es gebe nicht "den einen Paradeprofi, der immer das Gleiche macht. Es gibt unterschiedliche Typen. Bei 30 Spielern hast du 30 verschiedene Charaktere. Der eine macht das eher mit sich aus und geht sofort rein."
"Grundsätzlich", so Nagelsmann, sei es aber "besser zu den Fans in die Kurve zu gehen. Das ist Teil des Berufs. Aber so wie jeder Fan seinen Charakter hat, hat das auch jeder Spieler. Man muss nicht alles auf die Goldwaage legen."
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Quelle: Perform
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