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FC Bayern München schlägt VfL Wolfsburg zum Hinrunden-Abschluss klar - Müller trifft im 400. Bundesliga-Spiel
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Publiziert 17/12/2021 um 22:19 GMT+1 Uhr
Herbstmeister FC Bayern München hat die Hinrunde mit einem standesgemäßen 4:0 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg abgeschlossen. Thomas Müller traf in seinem 400. Bundesliga-Spiel zum 1:0 (7.) und legte später Dayot Upamecano dessen erstes Bayern-Tor auf (57.). Leroy Sané (59.) und Robert Lewandowski (87.) veredelten das Ergebnis. Für Wolfsburg war es die siebte Pflichtspielniederlage in Folge.
Thomas Müller (r.) jubelt mit Robert Lewandowski - FC Bayern München vs. VfL Wolfsburg
Fotocredit: Getty Images
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann änderte seine Startelf im Vergleich zum 5:0-Kantersieg unter der Woche gegen den VfB Stuttgart auf zwei Positionen: Dayot Upamecano ersetzte den am Rücken verletzten Niklas Süle in der Innenverteidigung. Für Kingsley Coman, der gegen Stuttgart einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel erlitten hatte, startete Drei-Tore-Mann Serge Gnabry auf der rechten Außenbahn.
VfL-Coach Florian Kohfeldt nahm im Gegensatz zur 2:3-Pleite gegen den 1. FC Köln drei Wechsel vor und wollte den Bayern mit einer 3-4-3-Grundordnung die Offensivstärke nehmen. John Anthony Brooks ersetzte Jérôme Roussillon. Für Dodi Lukebakio und die Brüder Nmecha (Felix und Lukas) durften Yannick Gerhardt, Renato Steffen sowie Luca Waldschmidt beginnen.
Die Münchener starteten vom Anpfiff weg druckvoll in die Begegnung. Die Wolfsburger schafften es nicht, die Drangphase des Rekordmeisters zu überstehen.
Nach sieben Minuten klingelte es zum ersten Mal im Kasten der Wölfe: Gnabry fiel ein Klärungsversuch des VfL an der Strafraumkante vor die Füße. Koen Casteels ließ den Schuss des Nationalspielers nach abprallen, Thomas Müller ließ sich in seinem 400. Bundesligaspiel nicht zweimal bitten und staubte zur frühen Führung ab (7.).
Im Gegenzug hatten die Niedersachsen durch Wout Weghorst die Chance zum Ausgleich, doch Torwart Manuel Neuer verhinderte das 1:1 mit dem rechten Bein gerade noch so (8.).
Oft konnte Wolfsburg diese schnellen Kombinationen nicht zeigen, dafür agierte die Münchner Absicherung um Upamecano meist zu aufmerksam. Einmal kam Weghorst zwar erneut durch, aber nach Gerhardts Flanke nicht mehr richtig an den Ball (33.).
Ansonsten fanden die Wölfe im ersten Durchgang kaum statt. Die Mittelfeldzentrale um Aster Vranckx hatte mit dem Pressing der Bayern große Probleme und schenkte den Ball immer wieder leichtfertig ab.
Eine Schwäche offenbarte aber auch das Bayern-Spiel: Es war lange zu zentrumslastig. Der Aufbau lief meist über Upamecano, der die schnellen Außen zu selten suchte. Allerdings verstellten die Wölfe die Räume dort mit ihrer Fünferreihe in der Regel auch recht gut.
Auch nach dem Seitenwechsel liefen zunächst die meisten Bayern-Angriffe durch die Mitte, wo Wolfsburg meist ein Bein dazwischen brachte. Das lag auch am fehlenden Münchner Tempo. So mussten sich die Bayern bis zur 57. Minute gedulden, ehe Upamecano nach Müllers Chipvorlage den Ball mit dem Kopf über die Linie drückte.
Nur zwei Minuten später vollendete Leroy Sané den bayrischen Doppelschlag: Der Nationalspieler wackelte Sebastiaan Bornauw am rechten Sechzehnereck aus, zog in die Mitte und schlenzte den Ball ins lange Eck - Bayern-Legende Arjen Robben hätte es nicht besser gemacht.
"Weiter, Männer!", rief Kohfeldt seiner Mannschaft aufmunternd zu. Doch die Gäste hatten größte Mühe, das Ergebnis in annehmbarer Höhe zu halten. Für den Schlusspunkt einer einseitigen Partie sorgte Robert Lewandowski per Seitfallzieher (87.).
In der Schlussviertelstunde gab aufseiten der Bayern Marcel Sabitzer sein Comeback. Die Münchner schließen die Hinrunde mit 43 Toren ab.
Die Stimmen:
Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): "Ich bin mit der ersten Saisonhälfte sehr zufrieden. Es ist nicht einfach, so viele Tore gegen eine so kompakte Defensive zu erzielen. Wir hatten eine gute Kontrolle und waren in der zweiten Hälfte im Pressing deutlich aggressiver. Der Schlüssel war das offensive Pressing, wodurch wir hohe Ballgewinne hatten und die Lücken geschlossen haben."
Florian Kohfeldt (Trainer VfL Wolfsburg): "Ich bin enttäuscht. Es war aber kein desolater Auftritt. Kein Katastrophen-Auftritt, aber auch kein guter Auftritt. Jetzt haben wir endlich die Zeit, Dinge einzufordern, was vorher nicht möglich war. Die Zeit hatten wir bislang nicht, jetzt haben wir sie. Wir haben Qualität in der Mannschaft, wir sind von uns überzeugt und deshalb ist es für mich keine Mammutaufgabe."
Manuel Neuer (FC Bayern): "Wir können mit dem Resultat und der ersten Hälfte der Saison zufrieden sein. Es war nicht leicht gegen die Wolfsburger, die im Grunde genommen zwei Busse vor ihrem Tor parkten. Wir hatten in Durchgang zwei Chancen für noch mehr Tore."
Leroy Sané (FC Bayern): "Das war sehr gut, wir gehen mit einem Sieg in die Pause und können froh über die Hinrunde sein. Es macht Spaß, mit den Jungs zu kicken, das sieht man auch. Ich fühle mich jetzt wohl, bin fit, und das war in der letzten Saison noch nicht so, da habe mich in meinem Körper noch nicht so wohlgefühlt. Den Spielrhythmus habe ich jetzt, Verein und Trainer, auch die Mannschaft stehen hinter mir, das gibt mir ein gutes Gefühl."
Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg): "Das ist sehr bitter. Niederlagen fühlen sich scheiße an. Wir haben einen großen Anteil an dieser Serie und deshalb ist es eine große Ernüchterung. Wichtig ist, dass wir die Dinge gemeinsam angehen und die Situation annehmen. Ich bin davon überzeugt, dass wir gestärkt da rauskommen."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Ballsicheres Zentrum
Die derzeitige Verletztenmisere der Bayern betrifft vor allem einen Mannschaftsteil: Das zentrale Mittelfeld. Nagelsmann musste in der Endphase der Hinrunde auf Leon Goretzka und Joshua Kimmich verzichten. Hinzu kamen Corentin Tolisso und Neuzugang Marcel Sabitzer. Plötzlich erhielt der zuvor wenig beachtete Marc Roca das Vertrauen, das er sowohl im Spiel gegen Stuttgart als auch zum Saisonabschluss gegen Wolfsburg zurückzahlte. Gemeinsam mit Youngster Jamal Musiala gab er dem bayrischen Offensivspiel Struktur und strahlte eine enorme Ballsicherheit aus. Auch Musiala profitierte von Abräumer Roca und sorgte immer wieder für kreative Momente.
Die Statistik: 24
Der VfL Wolfsburg konnte in der Allianz Arena noch nie gewinnen. In 26 Heimspielen gingen die Bayern 24 Mal als Sieger vom Platz. Kein anderes Bundesliga-Team wartet gegen einen Gegner über einen so langen Zeitraum auf einen Auswärtssieg. Die Bayern konnten außerdem die vergangenen acht Bundesligaspiele gegen den VfL alle gewinnen.
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