Zum Auftakt der ersten englischen Woche der Saison startete der FC Bayern mit drei Veränderungen: Für Dayot Upamecano, Corentin Tolisso und Leroy Sané starteten Niklas Süle, Marc Roca und Serge Gnabry. VfB-Trainer Pellegrino Mattarazzo hatte vor dem Spiel angekündigt, dass seine Mannschaft offensiv mitspielen wird – dieses Ausrichtung nahmen sich die Gastgeber zu Herzen und liefen den Rekordmeister von Beginn an hoch an.
Die ersten Torchancen gingen dennoch auf das Konto der Münchner – nach einem Dribbling auf der rechten Seite kam Gnabry zum Abschluss aus spitzem Winkel, der Ball rauschte aber einige Meter am langen Pfosten vorbei (10.). Zwei Minuten später hatte Thomas Müller auf der linken Seite Platz und bediente den im Zentrum positionierten Robert Lewandowski. Der Abschluss des Polen aus 15 Metern war aber zu zentral und daher kein Problem für Florian Müller (12.). Ein weiterer Fernschuss von Gnabry war deutlich zu hoch angesetzt (14.).
Zur bis dahin gefährlichsten Chance kam es in der 19. Minute: Ein langer Ball von Benjamin Pavard wurde von Gnabry erlaufen, der Offensivmann tauchte alleine vor Müller auf. Gnabry überlupfte den Keeper und kam schließlich aus spitzem Winkel und aus der Drehung zum Abschluss – der Ball flog aber über das Tor. Gnabry war der Aktivposten der Bayern und stellte die Defensive der Gastgeber immer wieder vor Probleme. Die hielten aber gerade dort gut dagegen und gewannen viele wichtige Zweikämpfe.
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"Bitte nicht": Warum Lewy nicht gegen die Bayern spielen will
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Zur ersten Torchance kamen die Schwaben in der 25. Minute: Nach einem Ballgewinn auf der rechten Seite schickte Tanguy Coulibaly Omar Marmoush - dessen Abschluss aus spitzem Winkel landete aber einige Meter neben dem langen Pfosten. Leroy Sané, der bereits früh für den angeschlagenen Kingsley Coman ins Spiel kam, brachte sich gleich positiv ein und ließ mit einer Finte Konstantinos Mavropanos aussteigen, der Abschluss des Flügelstürmers war aber letztlich zu ungenau (30.)
Die Führung gelang den Bayern in der 40. Minute: Nach einem Ballgewinn fuhren die Gäste einen Konter über Sané, der im letzten Moment auf den links im Strafraum positionierten Gnabry abspielte. Der brachte den Ball mit einem sehenswerten Schlenzer im langen Eck unter – mit dem verdienten 1:0-Zwischenstand ging es in die Pause.
Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigten sich die Gastgeber direkt in der Offensive: Nach einem Chipball von Marc-Oliver Kempf über die letzte Reihe der Bayern stand Hiroki Ito plötzlich allein im Stafraum und bediente seinen Landsmann Wataru Endo. Der Japaner nahm den Ball aber unsauber an und so konnte Süle in höchster Not klären (47.).
Die nötige Effizienz legten aber die Bayern an den Tag, die mit dem ersten Angriff der zweiten Hälfte auf 2:0 stellten. Nach einem Ballgewinn von Roca schickte Müller Gnabry auf der rechten Seite, der mit einer Körpertäuschung Kempf aussteigen ließ und eiskalt ins lange Eck traf (53.). In der Folge ließen die Bayern den Ball phasenweise in den eigenen Reihen zirkulieren, der VfB hatte nach dem erneuten Treffer keine Antwort mehr.
Nach erneut hohem Ballgewinn schickte Gnabry Lewandowski in Richtung des Strafraums. Der Pole nahm den Ball mit der Brust an und überlupfte Müller aus kurzer Distanz zum 3:0 (69.). Die gleiche Kombination besorgte auch den vierten Treffer des Abends: Nach langem Ball legte Gnabry von der rechten Seite ins Zentrum zum heranstürmenden Lewandowski, der aus kürzester Distanz nur noch einschieben musste (72.).
Der VfB zeigte nun nichts mehr von der disziplinierten Defensive, die Räume wurden immer größer. So war es wieder Gnabry, der mit einem langen Ball auf Müller den nächsten Treffer selbst einleitete. Müller chippte wiederum von der Torauslinie aus in den Rückraum auf den Mann des Abends zurück - VfB-Schlussmann Müller kam zwar mit der Hand an den Ball, der fiel aber Gnabry so vor die Füße, dass der für seinen Dreierpack aus vier Metern nur noch abstauben musste (74.).

Gnabry-Verlängerung nach Dreierpack? Das sagt Nagelsmann

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (FC Bayern, Trainer): "Ich lobe selten einen Einzelspieler vor der Mannschaft, aber heute hat Marc [Roca] es verdient. Heute reinzukommen, und mit der Art und Weise zu spielen - wie er gekämpft hat, wie er Gas gegeben hat, damit hatte er einen extrem großen Impact auf das Spiel. Ich liebe solche Spieler, die sehr selbstlos sind."
Philipp Förster (VfB Stuttgart): "Unterm Strich haben wir heute zu viele Fehler gemacht und diese einfachen Fehler werden in einem Spiel gegen den FC Bayern gnadenlos bestraft, insofern geht die Niederlage so in Ordnung. Dennoch haben wir bis zum 0:2 ein gutes Spiel gemacht. Auf das Auftreten bis zur 60. Minute können wir aufbauen und sollten es mitnehmen ins Auswärtsspiel gegen Köln, wo wir hoffentlich mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen.“
Florian Müller (VfB Stuttgart, Torwart): "Wir haben zeitweise ein gutes Spiel gemacht – vor allem in der ersten Hälfte. Nach dem Seitenwechsel haben wir dann phasenweise einfach zu viele Ballverluste. Auf uns wartet nun am Sonntag ein wichtiges Auswärtsspiel in Köln. Dort müssen wir so auftreten, wie zu Beginn des heutigen Spiels.“

Der Tweet zum Spiel:

Serge Gnabry war heute nicht zu stoppen, die Bayern feiern nach dem 5:0 in Stuttgart die Herbstmeisterschaft.

Das fiel auf: Serge Gnabry

Schon in den ersten 20 Minuten hatte der gebürtige Stuttgarter mehrere Gelegenheiten, seinen FC Bayern in Führung zu bringen. Der Nationalspieler blieb dran und besorgte selbst die ersten beiden Tore, bevor er nach Vorlagen zum dritten und vierten Tor seinen Dreierpack finalisierte. Überragender Auftritt von Serge Gnabry.

Die Statistik: 25 Torschüsse

Die Bayern erspielen sich über 90 Minuten 25 Torschüsse, erst in der zweiten Hälfte landen die dann auch regelmäßig im Kasten. Zwischen der 69. Und 72. Minute trafen die Bayern dreimal und setzten damit ein dickes Ausrufezeichen.

Die Stimmen:

Sven Mislintat (VfB Stuttgart, Sportdirektor): “Ich glaube wir kommen gut aus der Kabine, kriegen dann aber das 2:0 und erhalten eine Lehrstunde. Das ist unfassbare Qualität und dafür muss man sich nicht schämen. Bayern kann Mannschaften zerlegen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Wir lassen unsere Chancen liegen und machen dann einige zu einfache Fehler. So zerlegt dich der FC Bayern.“
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