Das Bekenntnis von Robert Lewandowski kam am Dienstag doch etwas überraschend.
Bei der Auszeichnung mit dem Goldenen Schuh als bester Torjäger Europas 2020/21 machte der Pole unmissverständlich klar, dass er nicht vorhat, den FC Bayern zu verlassen.
"Ich muss mich nicht in einer anderen Liga beweisen. Ich kann mich in der Champions League mit den Besten aus anderen Ligen messen", erklärte Lewandowski in einer Medienrunde. Er sei "zu 100 Prozent auf Bayern München fokussiert", betonte der 33-Jährige.
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Ein derart deutliches Treuebekenntnis von Lewandowski gab es in den vergangenen Jahren nicht. Doch was bedeutet das für den FC Bayern, der damit wohl erst einmal auf der Suche nach einem potenziellen Nachfolger einen Gang zurückschalten kann?

Viele Gerüchte um Robert Lewandowski

Lange hielten sich in den zurückliegenden Jahren hartnäckige Gerüchte um den Polen, der immer wieder vor allem mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht wurde. Lewy-Berater Pini Zahavi - von Uli Hoeneß als "geldgieriger Piranha" betitelt - befeuerte die Gerüchteküche ebenfalls regelmäßig.
Lewandowski selbst bestätigte am Dienstag immerhin Gespräche mit Real-Boss Florentino Pérez "bei einigen Gelegenheiten". Details daraus wollte der Pole jedoch nicht nennen.
Zu einem Transfer kam es ohnehin nie. Erst vor wenigen Wochen hieß es zudem, auch der FC Chelsea habe Interesse. Doch die Bayern-Bosse stellten wiederholt klar, dass sie den Torjäger nicht abgeben wollen. Der aktuelle Vertrag von Lewandowski bei den Münchenern endet 2023.

FC Bayern sucht noch keinen Nachfolger

"Sein Vertrag läuft noch zwei Jahre. In dieser Zeit wird er definitiv für den FC Bayern spielen", stellte im Juli bereits Klub-Präsident Herbert Hainer gegenüber chinesischen Medien klar. Daher beschäftige man sich auch noch nicht mit einem Nachfolger, erklärte der Bayern-Boss.
Doch ist nach 2023 Schluss für den Torjäger, der in der vergangenen Saison mit 41 Toren einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellt hatte? Lewandowski hat andere Pläne: "Das Alter, das sind nur Zahlen. Ich fühle mich sehr gut, habe die besten Werte, die ich je hatte." Er könne "noch Jahre auf Top-Niveau spielen".
Lewandowski will also im besten Fall über 2023 hinaus auf dem höchsten Level spielen. Für die Verantwortlichen beim FC Bayern bedeutet das: Liefert der Pole auch in den kommenden Jahren Spitzenleistungen ab, kann die Suche nach einem Nachfolger noch weiter verschoben werden.

Suche nach neuem Stürmer dürfte schwierig werden

Einen Stürmer eines Kalibers wie Lewandowski oder Erling Haaland, der ebenfalls mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wurde, werden die Münchener wohl ohnehin nicht so schnell finden. Denn wie beim BVB-Youngster spielen diese Torjäger in der Regel noch einmal in einer anderen Gehaltsklasse.
Summen jenseits der 20 Millionen Euro Jahresgehalt - so viel verdient Lewandowski aktuell - will der FC Bayern aber nicht mitgehen. Somit haben Vereine in England oder Spanien bei den Top-Stars deutlich bessere Karten.
Zumal auch die besten Bundesligaspieler oft nicht mehr den Weg nach München nehmen, sondern ins Ausland wechseln. Die jüngsten Beispiele sind Jadon Sancho, Kai Havertz oder Timo Werner. In der Vergangenheit war das noch anders. Claudio Pizarro (von Werder Bremen), Michael Ballack (von Bayer Leverkusen) oder auch Lewandowski (von Borussia Dortmund) kamen von der Bundesliga-Konkurrenz.

Robert Lewandowski (l.) vom FC Bayern München mit Erling Haaland von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Bayern-Achse bleibt vorerst bestehen

Hainer betonte mit Blick auf die Zukunft des Polen: "Ich habe es bereits vor einiger Zeit gesagt, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, ihn über 2023 hinaus im Kader zu haben." Sollte das der Fall sein, können die Münchener noch etwas länger auf ihre wichtige Achse Manuel Neuer, Thomas Müller und Lewandowski bauen.
Die Verträge dieser drei Bayern-Säulen laufen 2023 aus. Dann könnte es zum großen Umbruch kommen. Mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka haben die Münchener schon zwei jüngere Spieler, die noch über viele Jahre das Spiel des Rekordmeisters prägen können.
Lewandowski hat unterdessen immer noch große Ziele: "Ich bin hier und möchte hier weiter Spiele und Titel gewinnen. Natürlich rückt eine neue Generation nach, aber ich habe Erfahrung und meine eigenen Fähigkeiten. Ich bin noch nicht fertig."
In dieser Saison machte der Pole schon mal da weiter, wo er in der vergangenen Spielzeit aufgehört hatte. Nach sieben Pflichtspielen hat Lewandowski bereits elf Tore auf dem Konto. Der FC Bayern kann durchatmen und die Nachfolgersuche hinten anstellen.
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