FC Bayern schießt Bayer Leverkusen im Topspiel ab und verdrängt den BVB von der Tabellenspitze

Der FC Bayern hat auf eindrucksvolle Art und Weise die Tabellenspitze in der Bundesliga zurückerobert. Der Rekordmeister setzte sich im Topspiel des 8. Spieltags 5:1 (5:0) bei Bayer Leverkusen durch und verdrängte damit Borussia Dortmund auf Platz zwei. Robert Lewandowski (4./30.), Thomas Müller (32.) und Serge Gnabry (35./37.) trafen für die Bayern. Patrik Schick gelang der Ehrentreffer (55.).

Dayot Upamecano (links) und Robert Lewandowski - FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Früh schlug das Pendel im Spitzenspiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern in Richtung der Münchner aus. Bereits nach vier Minuten traf Robert Lewandowski nach einer Freistoßvariante über Joshua Kimmich und Dayot Upamecano sehenswert per Hacke (4.).
In etwas ruhigeren 25 Minuten kam wenig von der Werkself, für die Bayern traf Leroy Sané gegen passive Leverkusener den Pfosten (19.).
Nach einer halben Stunde ging es dann Schlag auf Schlag. Nach schnellem Umschalten der Münchner bediente Sané den aufgerückten Alphonso Davies in der Box, der den Ball aufgrund eines technischen Fehlers etwas unfreiwillig für Lewandowski auflegte - der Pole verwandelte gewohnt eiskalt (30.).
Wenig später der zweite einstudierte Standard der Gäste. Kimmich mit einer Ecke auf den am zweiten Pfosten abgesetzten Niklas Süle, der von Jonathan Tah viel zu viel Platz bekam und abschloss, Thomas Müller fälschte noch ab - 3:0 (34.).
Wenige Augenblick nach dem Anstoß eroberten die Gäste sofort den Ball. Müller war auf links frei durch, legte quer auf Serge Gnabry, der war vor Lukáš Hrádecký zur Stelle und erhöhte nur 62 Sekunden nach dem dritten Treffer auf 4:0 (35.). Nur zwei Minuten später spielten die Bayern wieder schnell nach vorne. Nach einem Doppelpass zwischen Gnabry und Leon Goretzka tauchte der Nationalspieler frei vor Hrádecký auf und erzielte den zweiten Doppelpack des Nachmittags.
Den besten Abschluss für die Werkself vergab Moussa Diaby kurz vor der Pause, doch der bis dahin beschäftigungslose Manuel Neuer parierte sicher (43.).
Nach der Pause bewies Leverkusen Charakter. Die erste gute Gelegenheit nach dem Seitenwechsel vergab Kerem Demirbay, der aus kurzer Distanz an Neuer scheiterte (53.). Wenig später gelang dann der Ehrentreffer. Florian Wirtz setzte sich im Zentrum durch und spielte im richtigen Moment weiter zu Patrik Schick, der im Fallen und mit etwas Hilfe des Innenpfostens Neuer keine Chance ließ (55.).
In der Folge passierte nicht mehr viel in und um beide Strafräume. Die letzten guten Gelegenheiten im Spiel vergaben auf Seiten der Bayern Lewandowski und Sané per Kopf (63., 75.). Mit dem deutlichen Erfolg im Spitzenspiel erobern die Bayern erneut die Tabellenführung. Leverkusen fällt auf Rang drei hinter Dortmund zurück.

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern): "Bevor wir das 1:0 machen, können wir sogar noch zwei, drei Tore mehr machen. Wir hatten eine sensationelle Struktur mit Ball. Leverkusen hatte sehr, sehr wenig Zugriff in der ersten Halbzeit. Mit einer klaren Zuordnung haben wir ihnen ihre Konterstärke weggenommen. Auch wenn es komisch klingt bei 5:0, aber wir hatten auch die Chance auf das sechste, siebte oder achte Tor in der ersten Halbzeit. Das war wirklich sehr, sehr stark. Neben den Standards auch herausragend herausgespielte Tore. In der zweiten Halbzeit war es dann ein klassischer Verlauf eines solchen Spiels, wenn es 5:0 steht. Wir kriegen dann ein Tor, weil wir einmal nicht innen schließen, aber hatten trotzdem eine sehr, sehr gute Kontrolle. Wir hatten dann immer noch Chancen, auch wenn Leverkusen dann sehr tief stand und versucht hat, auf jeden Fall kein Tor mehr zu kriegen."
Joshua Kimmich (FC Bayern): "Ich habe uns das schon zugetraut. Die ersten zehn bis 15 Minuten fand ich nicht so deutlich. Die erste Halbzeit war aber dann schon gigantisch ab der 30. Minute. Wir müssen gegen jeden Gegner körperlich dagegenhalten. Die Raumaufteilung heute war richtig gut. Wir hatten viele Leute zwischen den Ketten, die wir immer wieder gefunden und ins Spiel gebracht haben und dann auch Tempo und Torgefährlichkeit."
Robert Lewandowski (FC Bayern): "Das Ergebnis zeigt, was wir für einen Fußball in der ersten Halbzeit gespielt haben. Ich denke, wie wir nach vorne gespielt haben - auch nach den ersten Treffern - war sehr gut. Zur Halbzeit war klar, dass wir das Spiel gewinnen werden. Vor dem Spiel haben wir gewusst, dass wir einfach unser Spiel spielen müssen. Ein klarer Sieg, wir können einfach zufrieden sein, mit allem, was wir heute auf dem Platz gezeigt haben."
Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "Die erste Halbzeit war natürlich brutal. Das hat die junge Mannschaft nicht so schnell verkraftet. Dann gab es sieben wahnsinnige Minuten, in der uns die Bayern gezeigt haben, warum sie die beste Mannschaft in Deutschland haben. Die zweite Halbzeit war positiver."
Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen): "Wir waren von Anfang an nicht wach und bissig genug. Wir haben uns vorgenommen, mutig und aggressiv zu spielen. Dann sind die natürlich ins Rollen gekommen, was uns zusätzlich verunsichert hat. Wir haben in der zweiten Halbzeit auf die Dreierkette umgestellt, um besser herauszuschieben und kompakter zu stehen."
Lukáš Hrádecký (Bayer 04 Leverkusen): "Wir haben dieses volle Stadion und die Stimmung nicht verdient mit dieser Leistung. Wenn Bayern so einen Tag erwischt, war das Spiel schon zur Halbzeit beendet für uns. Ich freue mich, dass sie nicht noch ein zusätzliches Tor gemacht haben, das war dann das einzige Ziel. An der Taktik war nichts falsch. Die Fehler geschahen heute bei allen Spielern hier."

Der Tweet zum Spiel:

Speziell zwischen der 30. und 37. Minute taten die Bayern der Werkself mit vier Treffern besonders weh.

Das fiel auf: Bayerns einstudierte Standardsituationen

Speziell bei den Treffern zum 1:0 und 3:0 zeigte sich, dass die Münchner Freistöße und Ecken einstudierten. So setzte sich zunächst Upamecano aus dem Getümmel ab, um das frühe 1:0 von Lewandowski relativ ungestört vorbereiten zu können. Beim 3:0 übernahm dies Süle, der jedoch selbst zum Abschluss kam, doch Müller klaute ihm den Treffer. Bei einer weiteren Gelegenheit in der zweiten Hälfte war es erneut der deutsche Nationalspieler, der sich bei einem Freistoß in Richtung des zweiten Pfostens absetzte und direkt per Kopf auf Lewandowski weiterleitete - doch ein dritter Treffer blieb dem Polen verwehrt. Hervorzuheben ist natürlich auch Kimmich, der all diese Standards bei den Münchner präzise ausführte.

Die Statistik: 16

Erstmals in dieser Bundesliga-Saison kam es zum Gipfeltreffen des Ersten gegen den Zweiten. Die Bayern blieben in den letzten 16 Bundesliga-Duellen, in denen der Erste auf den Zweiten traf, unbesiegt (zwölf Siege, vier Unentschieden).
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Quelle: Perform

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