FC Bayern schlägt Union Berlin klar: Lewy geht weiter - und das Ende im Vertragspoker naht

Der FC Bayern München hakt die Aufgabe 1. FC Union Berlin souverän 4:0 ab und geht vor der Länderspielpause schnell zu wichtigeren Themen über: Wie läuft das nun mit den Vertragsverlängerungen von Robert Lewandowski, Thomas Müller, Manuel Neuer und Serge Gnabry? Von Abwanderungsplänen will man bei Bayern nichts wissen. Trainer Julian Nagelsmann drängt derweil mit sanftem Nachdruck auf Klarheit.

Robert Lewandowski jubelt - FC Bayern München vs. 1. FC Union Berlin

Fotocredit: Getty Images

Julian Nagelsmann war mit dem Auftritt ziemlich zufrieden und will doch noch höher hinaus.
Zumindest geographisch: Den Trainer des FC Bayern München zieht es nach dem 4:0 (3:0) gegen den 1. FC Union Berlin in der anstehenden Länderspielpause zum Snowboarden in die Berge.
"Ein bisschen abschalten - da freue ich mich drauf", sagte der 34-Jährige, der, anders als seine Nationalspieler, wirklich ein paar Tage durchschnaufen kann.
Anlass zu großen Video-Analysen oder langen Nachbetrachtungen der Partie gegen Union gaben ihm seine Spieler nicht; souverän meisterten die Bayern die Pflichtaufgabe - nach 47 Minuten war nach Toren von Kingsley Coman (16.), Tanguy Nianzou (25.) und Robert Lewandowski (45.+1/Elfmeter, 47.) alles schon vorbei.

Kimmich sieht bei Lewandowski keine Abwanderungsgedanken

So konnte man sich bei Bayern schnell wichtigeren Themen widmen - zum Beispiel den ausstehenden Vertragsverlängerungen der nicht so ganz unwichtigen Spieler Robert Lewandowski (33), Thomas Müller (32), Manuel Neuer (35) und Serge Gnabry (26).
Bei allen läuft 2023 das Arbeitspapier aus - verlängern die Bayern vorher nicht, droht nach der nächsten Saison ein ablösefreier Wechsel.
Und gerade bei Lewandowski brodelt die Gerüchteküche. Laut Experte Jan Aage Fjörtoft soll der Mittelstürmer die Bayern im Sommer verlassen wollen - ein Eindruck, den die Bayern-Kollegen selbst ausdrücklich nicht bestätigen können (oder wollen).
"Ich weiß nicht, wie die Gespräche laufen. Ich muss aber sagen: Der Robert haut sich voll rein - ich habe nicht das Gefühl, dass er mit den Gedanken woanders ist", sagte Joshua Kimmich bei "Sky". Er jedenfalls "rechne nicht damit, dass er unbedingt weg möchte".
"Ich glaube, es gibt auch keinen Grund, den FC Bayern zu verlassen. Hier hat man alle Möglichkeiten", ergänzte Vorstandsboss Oliver Kahn im "ZDF": "Er hat bei uns alles erreicht. Ich glaube, die Spieler wissen, was sie an diesem Klub, am FC Bayern München haben."

Nagelsmann: "So einfach ist es nicht"

Mit zuletzt sechs Toren in drei Pflichtspielen stellte Lewandowski jedenfalls seinen Fokus auf Bayern unter Beweis. Gegen Union Berlin traf er zum 80. Mal in einem Bundesliga-Spiel mehrfach: Erst holte er einen Elfmeter raus und verwandelte ihn selbst (45.+1), später schob er eine Vorlage von Jamal Musiala sicher ein (47.).
Das Bundesliga-Torekonto des 33-Jährigen steht damit schon wieder bei 31 - macht jetzt fünf Saisons mit mehr als 30 Treffern, Rekord von Gerd Müller eingestellt.
Bei Bayern wären sie durchaus froh, würde Lewandowski 2022/23 eine sechste "30plus"-Saison anschließen. "Natürlich wollen wir ihn gerne behalten", sagte Nagelsmann bei "Sky". Man brauche jedoch Geduld. "So ganz einfach, wie man sich es immer vorstellt, ist das alles nicht. Es ist schon so, dass du da einige Runden drehst", verriet der 34-Jährige.
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Kuriose Szene: Unfallmeldung unterbricht Nagelsmann

Quelle: Eurosport

Nagelsmann lobt Lewandowski

Strategie, Herangehensweise, Timing - alles Variablen, die es zu Bedenken gelte, schwadronierte der Bayern-Coach. Er stehe jedoch in regem Austausch mit dem Stürmer und habe "nicht das Gefühl, dass er nicht mehr bei uns bleiben möchte - und das ist doch das Entscheidende".
Gegen die Berliner habe Lewandowski "herausragend gut gespielt", lobte Nagelsmann den Polen indes ungewöhnlich eifrig: "Wie er den Elfmeter macht, wie er ihn herausholt, mit welcher Gier - das ist schon so ein Paradebeispiel." Auch Neuer, Müller und Gnabry "marschieren gut und haben Bock - und das ist das Entscheidende".
An der Säbener Straße werden die Spieler den entscheidenden Personen - namentlich Vorstandsboss Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic in nächster Zeit auch mal über den Weg laufen.
"Da fallen sicherlich auch die ein oder anderen Worte. Es wird auch die Termine geben, wo man dann über alles spricht", stellte Nagelsmann eine baldige Entscheidung in den Raum: "Wir wünschen uns alle, dass die betreffenden Spieler bleiben."

Kahn versteht die Aufregung nicht

Wasserstände wollte Kahn indes nicht verraten. "Das sind Themen, die man nicht unbedingt öffentlich diskutieren muss. Ich verstehe ehrlich gesagt auch die ganze Aufregung nicht", meinte der 52-Jährige im "ZDF". Alle Spieler hätten schließlich noch über ein Jahr Vertrag.
"Ich weiß nicht, wer auf die Idee kommt, dass wir zögern würden. Das ist nichts, was man kurz im Vorbeilaufen regeln kann. Auch die Spieler haben ihre Vorstellungen. Da muss man drüber sprechen, sich annähern. Da gibt es auch nicht nur ein Gespräch, sondern viele."
Dennoch hätten die Bayern die Wichtigkeit der Gespräche stets vorangestellt, nichts kleingeredet. "Wir haben immer gesagt, dass das eine hohe Priorität bei uns hat und das hat sich auch nicht verändert", so Kahn. "Wir werden schon unseren Job machen", hatte Salihamidzic vor dem Union-Spiel gesagt.

FC Bayern: Neuer, Müller, Lewandowski die Top-Verdiener

Indirekt rief Coach Nagelsmann seine Spieler dann sogar noch zur Besonnenheit in den Vertragsgesprächen auf. Neuer, Müller und Lewandowski sind in München schließlich schon mit Gehältern in der Region von 20 Millionen Euro jährlich die Top-Verdiener, werden aber auch nicht jünger.
"Die sportlichen Fronten und die finanziellen Absicherungen dieser Spieler sind so, dass sie ganz locker da reingehen können, weil der Vertrag nicht nächste Woche schon ausläuft und sie bisher auch nicht erst 1500 Euro verdient haben", meinte Nagelsmann. Er hoffe zumindest, "dass es ausreichend ist", fügte der Bayern-Trainer scherzend an.
Klar ist: Bayern kann den Personaletat nicht ins Unendliche überreizen. "Wir haben noch die Pandemie, wir haben immer noch keine vollen Stadien. Wir haben eine schwierige Phase finanziell", führte Salihamidzic die Minus-Faktoren an.
Man müsse deshalb "schauen, dass wir die Qualität in der Mannschaft und die wirtschaftliche Komponente zusammenbekommen". Im Klartext: Bei Bayern wird gespart - das werden auch die Stars zu spüren bekommen.
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Quelle: Eurosport

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