FC Bayern - Spektakel in München: Deutscher Rekordmeister gewinnt offenen Schlagabtausch gegen RB Leipzig

Der FC Bayern hat das Spitzenspiel am Samstagabend für sich entschieden. In der Allianz Arena siegte der deutsche Rekordmeister gegen RB Leipzig 3:2 (2:1). Müller hatte die Hausherren früh in Führung gebracht, Silva gelang der Ausgleich. Vor der Pause stellte Lewandowski auf 2:1. RB schlug in Person von Nkunku aber erneut zurück, Gvardiol fälschte einen Gnabry-Schuss unglücklich zum Endstand ab.

FC Bayern - RB Leipzig

Fotocredit: Getty Images

Im Duell zwischen Meister Bayern und Vizemeister Leipzig nahm FCB-Coach Julian Nagelsmann nach dem 4:1-Sieg gegen die Hertha keine Änderungen an seiner Startelf vor und vertraute denselben elf Akteuren. Sein Gegenüber Domenico Tedesco wechselte im Vergleich zum 2:0 gegen Wolfsburg dreimal: Nordi Mukiele, Lukas Klostermann und Dani Olmo begannen für Mohamed Simakan, Benjamin Henrichs und Hugo Novoa.
Vor 10.000 Zuschauern in der Allianz Arena gingen die Bayern in einem von Beginn an flotten Topspiel bereits nach zwölf Spielminuten in Führung. Nach einem einfachen Leipziger Ballverlust am eigenen Strafraum scheiterte Robert Lewandowski zunächst noch am stark reagierenen RB-Schlussmann Peter Gulácsi, ehe der goldrichtig stehende Thomas Müller ins leere Tor abstaubte (12.).
Doch die Leipziger zeigten sich vom Rückstand nur kurz geschockt und verwerteten nach einer knappen halben Stunde schließlich eine ihrer schon bis dahin zahlreichen guten Umschaltsituationen. Konrad Laimers wohl eher als Torschuss gedachter Lupfer landete bei Torjäger André Silva, der den Ball am langen Pfosten aus kurzer Distanz zum Ausgleich über die Linie drückte (27.).
In der 36. Minute rückte zum ersten Mal der VAR in den Blickpunkt: Nach Müllers vermeintlichen Treffer zum 2:1 schaltete sich der Kölner Keller ein und wies Schiedsrichter Sven Jablonski auf ein Foulspiel von Lewandowski an Leipzigs Josko Gvardiol hin. Nach Ansicht der Bilder am Seitenrand kassierte Jablonski den Treffer korrekterweise wieder ein (36.).
Lange schütteln musste sich die Nagelsmann-Elf nach diesem Rückschlag allerdings nicht: Kurz vor der Pause fand Kingsley Coman mit einer sehenswerten Flanke Lewandowski am Elfmeterpunkt. Der Pole ließ sich nicht zweimal bitten und köpfte wuchtig zu seinem 24. Saisontor in die linke Ecke ein (44.).
Nach dem Seitenwechsel bewies Leipzig mit dem erneuten Ausgleichstreffer einmal mehr Moral. Nach Laimers Traumpass in die Schnittstelle der hoch aufgerückten Bayern-Abwehr blieb Christopher Nkunku vor Manuel Neuer cool und schob die Kugel unter dem Bayern-Torwart hindurch zum 2:2 ins Netz (53.).
Doch die Euphorie der Gäste erhielt nur fünf Minuten später den nächsten Dämpfer: Bei Gnabrys Hereingabe rutschte Gvardiol in den Passweg und lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor. Vorangegangen war dem Treffer ein missratener Abschlag von RB-Keeper Gulacsi (58.).
Kurz darauf verpasste Lewandowski nach Zuspiel von Gnabry die Vorentscheidung (62.), sodass Leipzig bis in die Schlussphase im Spiel blieb. In der 82. Minute verpasste der eingewechselte Emil Forsberg bei seiner Doppelchance die größte Gelgenheit auf den Ausgleich, als er zunächst an Niklas Süle hängen blieb und den Nachschuss genau in die Arme des bereits am Boden sitzenden Neuer schob (82.).

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern): "Es war ein sehr interessantes Spiel. Der Sieg war nicht hochverdient, aber auch nicht unverdient. Ein Unentschieden wäre auch in Ordnung gewesen."
Manuel Neuer (FC Bayern): "Es war von beiden Seiten ein offensiv geführtes Spiel. Wir hätten den Sack etwas früher zumachen können, haben es aber leider nicht geschafft. So war es bis zum Schluss spannend."
Oliver Mintzlaff (Sportvorstand RB Leipzig): "Wir haben ein ordentliches Auswärtsspiel beim FC Bayern gemacht. Wir dürfen die Fehler im eigenen Spielaufbau nicht machen. Dann wird man gegen so eine Mannschaft natürlich bestraft."
Konrad Laimer (RB Leipzig): "Es tut natürlich weh, wenn man so ein intensives Spiel knapp verliert. Wir haben im Spielaufbau leider ein paar Fehler zu viel gemacht."

Der Tweet zum Spiel: Siegrekord für Neuer

Das fiel auf: Leipzigs Spiel mit dem Feuer

Die 21 Punkte Unterschied, die beide Mannschaften nach dem Bayern-Sieg in der Tabelle trennen, waren in diesem Spiel nicht zu erkennen. Leipzig machte den Bayern das Leben mit aggressivem Anlaufverhalten immer wieder schwer und kam durch hohe Ballgewinnen immer wieder zu guten Konterchancen. Doch genau im hohen, hochriskanten Anlaufen lag auch die Krux für das Team von Tedesco.
Schnappte die Pressingfalle einmal nicht zu, boten sich den Bayern große Räume zwischen Mittelfeld und Abwehr, was immer wieder zu brandgefährlichen Kontern der Hausherren führte. Und dennoch forderte Leipzig die Bayern wie kein anderes Team: Manuel Neuer musste über das gesamte Spiel insgesamt fünf Torschüsse abwehren – so viele wie gegen kein anderes Team in dieser Saison.

Die Statistik: 12

Der FC Bayern hat nur eines von insgesamt elf Bundesliga-Duellen mit RB Leipzig verloren. Den einzigen Sieg gegen die Bayern feierten die Sachsen beim 2:1 im März 2018.
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