Joshua Kimmich erklärt seine Entscheidung gegen Impfung: "Bin weder Corona-Leugner noch Impfgegner"
VonThomas Gaber
Publiziert 23/10/2021 um 18:34 GMT+2 Uhr
Joshua Kimmich lieferte beim 4:0-Sieg des FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim eine tadellose Leistung ab. Nach dem Spiel sprach er bei "Sky" über seine Entscheidung, (noch) nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Kimmich begründete seine Haltung mit Bedenken über nicht erforschte, mögliche Langzeitfolgen der Impfung. Sein Engagement bei "We kick Corona" verteidigte er.
Joshua Kimmich im Spiel des FC Bayern München gegen die TSG 1899 Hoffenheim
Fotocredit: Getty Images
"Ich habe noch ein paar Bedenken, was fehlende Langzeitstudien angeht", sagte Kimmich im Interview mit "Sky". Dennoch halte er sich "natürlich an alle Hygiene-Maßnahmen". Alle ungeimpften Spieler werden beim FC Bayern "alle zwei, drei Tage getestet", sagte Kimmich.
Der Bayern-Star stellte klar, dass für ihn jeder Mensch die Entscheidung für sich selbst treffen müsse, ob er geimpft werden will oder nicht.
"Ich bin nicht geimpft. Das heißt aber nicht, dass ich Corona-Leugner noch Impfgegner bin. Das finde ich schade an der Diskussion. Nicht Geimpfte sind schnell Corona-Leugner oder Impfgegner. Man sollte respektieren, wenn sich Menschen nicht impfen lassen, weil sie Bedenken haben. Vor allem dann, wenn sich diese Menschen an die Maßnahmen halten", erklärte Kimmich.
Der 26-Jährige will eine Impfung gegen Corona für sich grundsätzlich nicht ausschließen: "Ich habe noch ein paar Bedenken, aber es ist sehr gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse. Das kann auch in naher Zukunft sein."
Kimmich verteidigt Engagement bei "We Kick Corona"
Noch steht für Kimmich aber im Vordergrund, sich regelmäßig testen zu lassen - die Kosten dafür muss er im Gegensatz zu vielen Menschen nicht selbst tragen. "Für viele ist es schwierig, die Tests zu bezahlen. Ich habe Glück, in meinem Fall zahlt das der FC Bayern. Wenn dem nicht so wäre, würde ich das natürlich auch selbst machen", so Kimmich.
Seine mit Bayern-Kollege Leon Goretzka ins Leben gerufene Kampagne "We Kick Corona" könne er auch als Umgeimpfter glaubwürdig betreiben.
"Bei 'We Kick Corona' ging es darum, gemeinnützige Zwecke und Personen zu unterstützen, die durch Corona in Not geraten sind. Wir haben auch an UNICEF gespendet, die Impfstoff zur Verfügung stellt. Jeder sollte die Entscheidung für sich selbst treffen und es kann nicht sein, dass jemand, der sich impfen lassen möchte, keinen Zugang zu Impfstoff hat", so Kimmich.
Manuel Neuer nimmt Kimmich in die Pflicht
Die 2G-Regelung in manchen Bundesligastadien, die nicht Geimpften oder Genesenen den Zutritt verwehrt, kann Kimmich nachvollziehen, hat aber auch kein schlechtes Gewissen, ungeimpft auf dem Platz zu stehen. "Ich weiß nicht, wie es bei anderen Menschen ist, die ins Büro gehen. Hier sind wir auch noch an der frischen Luft, da sagt man auch, dass die Gefahr nicht so groß ist, dass man sich ansteckt", sagte er.
Von seinen Vereinskollegen bekommt Kimmich nur sanften Druck. "Ich habe mich impfen lassen, aber das ist Privatsache von jedem selbst", sagte Manuel Neuer. Der Kapitän des FC Bayern schob allerdings hinterher, dass "jeder Spieler eine gewisse Verantwortung hat, dass wir hier wieder vor 60.000 Zuschauern spielen können".
Co-Trainer Dino Toppmöller, der derzeit den an Corona erkrankten Cheftrainer Julian Nagelsmann ersetzt, meinte: "Ich habe mich impfen lassen und ich bin der Überzeugung, dass es besser ist, es zu tun. Dennoch ist es seine Sache und man muss seine Entscheidung akzeptieren."
Und Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic sagte vor dem Spiel: "Der FC Bayern empfiehlt, sich impfen zu lassen. Aber in Deutschland haben wir keine Impfpflicht. Jeder Angestellte des FC Bayern kann das wie jeder Angestellte eines anderen Unternehmens selber entscheiden."
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Quelle: Eurosport
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