Am 24. November infizierte sich Joshua Kimmich mit dem Coronavirus. Eine Nachricht von besonderer Brisanz, war es doch der Bayern-Profi, der aufgrund seiner erklärten Bedenken rund um die Corona-Impfung medial schon Wochen vorher für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Als ungeimpfte Kontaktperson eines Corona-Infizierten hatte sich der 26-Jährige schon zuvor in Quarantäne befunden, war von der Nationalmannschaft abgereist. Dann erwischte es ihn selber.
Die gute Nachricht: Kimmich geht es nach eigener Aussage "sehr gut". Die Infektion ist überstanden, die Viruslast nicht mehr groß genug für einen positiven PCR-Test, die Quarantäne nach Freitestung beendet.
Bundesliga
Fall Kimmich: Infiltrationen der Lunge durch Impfung vermeidbar
09/12/2021 AM 16:01
Die schlechte Nachricht: Ganz der Alte ist Bayerns Mittelfeldmotor noch nicht.

Kimmich fehlt Bayern bis zum Jahresende

"Aufgrund von leichten Infiltrationen in der Lunge", wie er am Donnerstag auf der Homepage des FC Bayern veröffentlichte, könne er aktuell nicht voll trainieren. "Ich werde daher ein Aufbautraining absolvieren und kann es kaum abwarten, im Januar wieder voll mit dabei zu sein", heißt es in dem Statement weiter.
Kimmichs Plan also steht - ob dieser jedoch so einfach durchführbar ist, bleibt abzuwarten. Sein letztes Pflichtspiel absolvierte der gebürtige Rottweiler am 6. November im Heimspiel des FC Bayern gegen den SC Freiburg (2:1). Zum Rückrundenstart am 7. Januar gegen Borussia Mönchengladbach wird er dann zwei Monate nicht mehr für die Münchner auf dem Platz gestanden haben.
Auf Nachfrage von Eurosport.de erklärten Experten der Asklepios Fachkliniken München-Gauting: "Bei leichten Infiltrationen in der Lunge liegt eine Entzündung vor, der Körper benötigt einfach Zeit und Ruhe, um sich auszukurieren. Dabei sollte auf Anstrengungen, wie Leistungssport verzichtet werden, um den Genesungsprozess zu unterstützen."
Es ist durchaus möglich, dass sich Kimmich nach der Winterpause wieder voll im Mannschaftstraining und damit auch im Spieltagskader befindet. Fraglich bleibt aber, auf welchem Leistungsniveau sich sein Körper nach zwei Monaten ohne Pflichtspiel und richtigem Training befinden wird.

Rune Jarstein und Jonathan Schmid: Mahnende Beispiele

Aus der Bundesliga seien an dieser Stelle die Beispiele Rune Jarstein (Hertha BSC) und Jonathan Schmid (SC Freiburg) erwähnt, die nach ihren Corona-Erkrankungen noch immer mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben.
Jarstein infizierte sich bei einer Länderspielreise im April und verbrachte anschließend eine Woche im Krankenhaus. Beim Torwart wurde anschließend eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert. Jarstein fiel insgesamt ein halbes Jahr aus, nahm wie Schmid, der sich Ende August infizierte, erst im Oktober das Mannschaftstraining wieder auf.

Rune Jarstein darf das Krankenhaus wieder verlassen

Fotocredit: SID

Beide standen bis heute in keinem Pflichtspiel mehr auf dem Platz, auch wenn beim Hertha-Schlussmann mittlerweile offiziell eine Anfang Dezember eingeschobene Knie-OP das Comeback verzögert.

Imageschaden für Kimmich wiegt schwer

Mindestens so lange wie die rein körperliche Regeneration könnte es im Fall Kimmich dauern, bis sich dieser auch gesellschaftlich wieder rehabilitiert hat. Bis Ende Oktober galt Kimmich als designierter Bayern- und DFB-Kapitän - nun hat sich die Stimmungslage rund um den Mittelfeldstar geändert.

Joshua Kimmich - Deutschland

Fotocredit: Getty Images

Freilich stand und steht es ihm als deutscher Staatsbürger zu, sich gegen eine Impfung zu entscheiden und dies auch so zu äußern.
Mit dem Unmut der Bevölkerung, der sich aufgrund der erneut dramatischen Lage aktuell vor allem gegen ungeimpfte Mitbürger richtet, geht für den Bayern-Profi als Person des öffentlichen Lebens aber auch ein nicht zu verkennender Imageschaden einher.
Auch wenn Bayern-Trainer Julian Nagelsmann jüngst andeutete, dass sich Kimmich und die anderen Skeptiker beim Rekordmeister in Zukunft doch impfen lassen könnten.
Wie man es auch dreht und wendet: Für Kimmich wird es ein langer Weg zurück zur Normalität.
Das könnte Dich auch interessieren: Raiola über Haaland-Poker: "Zorc muss mich wirklich gehasst haben"

Bayern-Präsident Hainer: Kimmich nicht an den Pranger stellen

Bundesliga
Einer wie Nagelsmann? Leipzig muss unter Tedesco "auf Anhieb funktionieren"
09/12/2021 AM 15:47
Champions League
Champions League: FC Bayern hat Wahnsinns-Prämie sicher
09/12/2021 AM 15:26