Kantersieg BVB! Borussia Dortmund schlägt Borussia Mönchengladbach deutlich - Moukoko trifft

Borussia Dortmund hat nach dem Europa-League-Debakel gegen Glasgow Rangers ein Zeichen gesetzt und Borussia Mönchengladbach 6:0 (2:0) aus dem Stadion gefegt. Die Tore für Schwarz-Gelb erzielten Marco Reus (26./82.), Donyell Malen (32.), Marius Wolf (70.), Youssoufa Moukoko (74. und Emre Can (90.+1/Elfmeter). Einziger Wärmutstropfen waren die Verletzungen von Giovanni Reyna und Dan-Axel Zagadou.

Youssoufa Moukoko

Fotocredit: Getty Images

Bei strömendem Regen und vor 10.000 Zuschauern im Dortmunder Signal-Iduna-Park taten sich beide Mannschaften in der Anfangsphase schwer, ein geordnetes Spiel aufzuziehen.
Einzig Giovanni Reyna sorgte mit einem Volley-Aufsetzer aus 14 Metern halbrechts für Torgefahr. Yann Sommer im Gladbacher Tor parierte stark (6.).
Erst ab Mitte der ersten Halbzeit nahm die Partie so richtig Fahrt auf. Zunächst scheiterte Kouadio Koné nach einem Ballverlust von Mahmoud Dahoud aus zehn Metern an Gregor Kobel (23.). Anschließend ging dann die andere Borussia in Führung. Raphael Guerreiro spielte Doppelpass mit Donyell Malen, dessen Abschluss von Sommer pariert wurde. Den Nachschuss setzte Kapitän Marco Reus dann aus acht Metern ins rechte Eck (26.).
Beinahe im direkten Gegenstoß hatte Gladbach die Möglichkeit zum Ausgleich. Nach feinem Zuspiel von Alassane Pléa tauchte Jonas Hofmann rechts im Strafraum auf, seinen flachen Versuch aus sieben Metern halbrechts entschärfte erneut Keeper Kobel (30.).
Stattdessen erhöhte nur wenig später der BVB. Reus bediente Malen per Traumpass in die Schnittstelle, der Niederländer lief Marvin Friedrich davon und stürmte alleine auf Sommer zu. An seinem Flachschuss aus 14 Metern halblinks war Gladbachs Keeper zwar noch dran, den Einschuss ins rechte Eck konnte er aber nicht mehr verhindern (32.).
Aber die Gäste steckten nicht auf. Kurz darauf kombinierte sich Gladbach über Lainer in den Sechzehner, der wiederum Neuhaus im Rückraum bediente. Dessen Flachschuss aus elf Metern war aber zu unplatziert, einmal mehr war Kobel zur Stelle (37.).
So ging es mit dem 2:0 für den BVB in die Kabinen, dabei mussten die Hausherren bereits in der ersten Halbzeit zweimal verletzungsbedingt wechseln. Neben Dan-Axel Zagadou, der mit einer Oberschenkelverletzung runter musste (42.), traf es auch Reyna, der gerade erst von einer Verletzung zurückgekehrt war (30.).
Im zweiten Durchgang ließen die Highlights lange auf sich warten. Erst nach über einer Stunde traf Hofmann aus 14 Metern das Lattenkreuz – die beste Chance bis dahin (62.).
Ähnlich wie in der ersten Halbzeit war es aber der BVB, der seine Chancen konsequenter nutzte. So traf der eingewechselte Marius Wolf nach Vorarbeit von Reus aus elf Metern halbrechts mithilfe der Latte zum 3:0 – die Vorentscheidung (70.).
Nur kurz darauf traf dann auch der zweite Joker. Dieses Mal war es Wolf, der rechts im Strafraum Reus bediente. Dessen flache Hereingabe verwertete Youssoufa Moukoko aus vier Metern zum 4:0 (74.).
Bei Gladbach ging es jetzt dahin. So wurde Mats Hummels im Mittelfeld nicht angegriffen und konnte Reus bedienen, der wiederum alleine auf Sommer zulief, cool blieb und ins linke Eck zum 5:0 einschieben konnte (81.).
In der Nachspielzeit traf Emre Can dann sogar noch zum 6:0-Endstand. Zuvor hatte Ramy Bensebaini mit einem Foul an Wolf einen klaren Strafstoß verursacht, den Can halbhoch ins rechte Eck verwandelte (90.+1) – der Schlusspunkt dieser Partie.

Die Stimmen:

Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Zumindest in der ersten Halbzeit hatten wir drei Riesen-Chancen, wo wir einfach die ein oder andere nutzen müssen. Das Anlaufen hat nicht ganz so gut geklappt, wie wir es uns vorgenommen haben. Dann haben wir in der ersten Halbzeit unglücklich die Tore bekommen und in der zweiten Halbzeit haben wir sehr unreif gespielt. Nach dem 4:0 hängen dann halt die Köpfe, da weiß man, dass nichts mehr geht."
Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): "Wenn du sechs bekommst, ist man sicherlich konsterniert. Wenn du nach einem 6:0 hier stehst, kannst du nichts Positives finden. Aber es war bis zum 3:0 wirklich nicht verkehrt. Obwohl man mit 0:2 in die Pause geht, war man dran. Das darf uns in dieser Form natürlich niemals passieren, dass wir – aufgeben will ich nicht sagen – aber das darf nicht passieren. Nach dem 0:4 ist man vielleicht auch mal abgefuckt und macht nicht mehr jeden Meter mit zurück, da kann sowas dann schon mal passieren."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Wir mussten eine Reaktion zeigen, das haben wir heute wieder geschafft. Großes Kompliment an die Mannschaft, wie wir es von der ersten Sekunde an angegangen sind. Da war viel Energie, viel Druck dabei, so haben wir Gladbach den Zahn gezogen. Allerdings muss man auch sagen, dass sie drei, vier gute Möglichkeiten hatten. Da hatten wir ganz klar auch Glück. Es geht auch darum, wenn du nicht gut spielst, Ruhe bewahrst und klaren Fußball spielst. Wir wissen, dass wir Donnerstag ein Endspiel haben. Ich denke, wir haben uns heute unser Selbstvertrauen zurückgeholt. Ich lasse mich grundsätzlich ungern feiern, wir gewinnen alle zusammen. Aber natürlich freue ich mich über die Leistung heute."
Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Ich bin zufrieden. Die physischen Werte sind herausragend nach dem Spiel am Donnerstag. Wir haben wieder einmal die richtige Reaktion gezeigt. Wir wollen den nächsten Schritt gehen. Ich glaube, es bedarf heute gar nicht so vieler Worte. Wir haben ein wichtiges Bundesliga-Spiel gewonnen und jetzt gilt es auch darauf die richtige Reaktion zu zeigen. Es geht darum, dass man für den Verein, für die Fans. für Borussia Dortmund Woche für Woche alles rausholt. Wir haben dem Spiel über unsere Leistung die richtige Richtung gegeben."
Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Ich glaube, eine Reaktion war auf jeden Fall gefragt. Das ist uns allen klar gewesen. Das Spiel hat den Fans glaube ich wieder Spaß gemacht. Wir haben viele Tore geschossen und ich glaube, mit jedem Tor wächst dann auch die Genugtuung. Keiner von uns möchte diese Achterbahnfahrt. Wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir es wahrscheinlich morgen direkt ablegen. Ich habe ehrlich gesagt die Hoffnung für Donnerstag nicht verloren. Wir sind immer in der Lage, viele Tore zu schießen. Deshalb bin ich guter Dinge."
Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Ja, am Ende ist das Ergebnis viel zu hoch. Ich hatte schon das Gefühl, dass wir bis zum 3:0 auch sehr gute Möglichkeiten hatten. Die großen Torchancen muss man einfach nutzen. Was dann passiert, das geht einfach nicht. Nach dem 3:0 zerfällt man so in seine Einzelteile, das will ich nicht sehen. Man kann hier gegen Borussia Dortmund nicht so offen spielen, das geht nicht."

Der Tweet zum Spiel:

Sonst schmerzlich vermisst, spielte die Abwesenheit von Mega-Stürmer Erling Haaland gegen Borussia Mönchengladbach ausnahmsweise mal keine Rolle.

Das fiel auf: Marco Reus überragt

Zwei Tore erzielt, die anderen drei Tore vorbereitet – erstmals in seiner Karriere war Marco Reus an fünf Toren in einem Bundesliga-Spiel beteiligt. Überhaupt gelangen dem Dortmunder Kapitän erstmals drei Assists in der Bundesliga. Einzig am letzten Treffer, dem Strafstoß von Emre Can war Reus nicht beteiligt. Da war die Partie aber auch schon längst gelaufen, der BVB von seinem überragenden Kapitän auf die Siegerstraße geführt worden. In dieser Form ist Reus unersetzlich für seinen BVB. Gleichzeitig zeigte sich Reus im Interview nach der Partie bescheiden und dachte gleich wieder an die kommenden Aufgaben. So schwor er sein Team schon mal vor der Kamera auf das Rückspiel in der Europa League bei den Glasgow Rangers ein – nach dem 2:4 im Hinspiel hat der BVB da noch eine große Rechnung offen.

Die Statistik: 2014

Die schwarze Serie von Borussia Mönchengladbach im Dortmunder Signal-Iduna-Park geht weiter. 16 der letzten 17 Spiele in Dortmund gingen verloren, der letzte Sieg datiert vom März 2014.
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