Eigentlich ist Kingsley Coman auch in dieser Saison sehr zufrieden mit der Situation beim FC Bayern. Der "neue Touch", den Coach Julian Nagelsmann ins Team gebracht habe, mache "Lust zu arbeiten und zu sehen, wie viel wir uns persönlich und im Kollektiv verbessern können", erklärte der Bayern-Star Ende August im Exklusiv-Interview mit Eurosport.
Da war allerdings noch nicht klar, dass der 25-Jährige um seine Einsatzzeiten bangen muss. Der Grund: Während Coman aufgrund seiner Operation, die wegen leichter Herzrhythmusstörungen nötig wurde, zuschauen musste, spielten die direkten Flügelkonkurrenten Leroy Sané und Serge Gnabry groß auf.
Vor allem die Leistungssteigerung von Sané, der zu Saisonbeginn massiv in der Kritik stand, sich aber mit drei Toren und vier Assists in den vergangenen sechs Pflichtpartien freispielte, hat Folgen für Coman.
Bundesliga
Gespräche mit Beratern: Bayern macht bei Adeyemi offenbar ernst
05/10/2021 AM 05:58
Beide kämpfen um den Platz auf der linken Außenbahn, aktuell schlägt das Pendel zugunsten von Sané aus. Coman kann alternativ auf Rechtsaußen agieren, doch auch da hat der französische Nationalspieler im Vergleich mit Gnabry einen schweren Stand.

Sané, Gnabry, Musiala - harte Konkurrenz für Coman

Mit dem 18-jährigen Jamal Musiala hat sich überdies schon die nächste Generation in den Fokus gespielt. Nagelsmann setzte den Youngster in dieser Saison sechsmal auf den Flügeln ein, viermal auf links und zweimal auf rechts.
Sportlich mag das für Coman verschmerzbar sein, denn natürlich weiß er, dass ein hochambitionierter Klub wie der FC Bayern im Verlauf einer langen Saison nicht mit zwei oder drei Flügelspielern durchkommt und früher oder später zum Rotieren gezwungen sein wird.

Nagelsmann erklärt Hintergründe der Herz-OP von Coman

Hinzu kommt: Coman hat sich in seinen etwas mehr als sechs Bayern-Jahren immer wieder zurückgekämpft. In der Saison 2016/2017 fiel er mit einem Außenbandriss im Knie aus, im Jahr darauf setzte ihn ein Syndesmosebandriss monatelang außer Gefecht.
In der Spielzeit 2019/2020 musste Coman mit einer Kapselverletzung klarkommen. Hat er alles weggesteckt und sich seinen Platz im Kader neu erobert. Mehr noch: Am 23. August des vergangenen Jahres entschied Coman mit seinem Kopfballtor zum 1:0-Endstand das Champions-League-Finale gegen seinen Ex-Klub Paris Saint-Germain.
Es gibt keinen Grund, weshalb Coman nicht auch jetzt wieder den Weg zurückfinden sollte.

Comans Gehalt: Mega-Summen machen die Runde

Vertrackter könnte da schon die vertragliche Perspektive werden. Coman hat ein bis 30. Juni 2023 laufendes Arbeitspapier an der Säbener Straße. Medienberichten zufolge laufen schon seit Mitte des Jahres Verhandlungen über eine Verlängerung - und dabei soll das Gehalt des Offensivspielers zum Zankapfel zwischen den Parteien geworden sein.
Der FC Bayern ist demzufolge bereit, die Jahresbezüge bei einer Verlängerung um drei Jahre von geschätzt zwölf Millionen Euro um eine weitere Million zu erhöhen. Die Coman-Seite habe allerdings 17 Millionen gefordert, später war gar von 20 und sogar 24 Millionen die Rede.
Sicher, alles spekulative Summen - aber passiert ist in Sachen Vertrag nichts, eine Einigung über eine Verlängerung wurde nicht erzielt.
Vor Kurzem soll überdies das Beratermandat von Pini Zahavi ausgelaufen sein, der neben Coman auch schon im Auftrag von Robert Lewandowski und David Alaba mit den Bayern verhandelte. Dürfte dem Verein nicht unrecht sein, schließlich bezeichnete Uli Hoeneß den Spielerberater einst als "geldgierigen Piranha".

Coman: Es muss nicht zwingend Bayern sein

Der unverschuldete Ausfall durch die Operation und die starke Konkurrenz auf den Flügeln dürfte die Position von Coman am Verhandlungstisch schwächen.
Andererseits kokettierte der Nationalspieler vor wenigen Wochen schon selbst mit einem Abgang. Bleiben oder gehen? Was nun? "Ich habe das Glück noch jung zu sein, daher kann ich beides machen. Ich kann hier noch weitere Jahre bleiben und danach schauen, wie es woanders ist. Es ist also ein Zwischending", erklärte Coman im Interview mit Eurosport.
Womit der Ball wieder beim FC Bayern liegt, der sich überlegen muss, wie viel ihm die Dienste von Coman wert sind.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Real im Sinkflug - Alaba als Sinnbild

Coman erklärt Nummerntausch: "11 war früher meine Lieblingsnummer"

Bundesliga
Matthäus schießt gegen FCB-Profi: "Er ist kein Bayern-Spieler"
04/10/2021 AM 17:39
Fußball
Drei Dinge, die auffielen: Spektakel ja, Weltklasse naja
VOR 10 STUNDEN