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RB Leipzig zaubert gegen Hertha BSC im Olympiastadion - Dani Olmo überragt
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Publiziert 20/02/2022 um 19:11 GMT+1 Uhr
RB Leipzig hat sein Auswärtsspiel bei Hertha BSC am 23. Spieltag souverän mit 6:1 (1:0) gewonnen. Die Tore für die Sachsen erzielten Benjamin Henrichs (20.), Christopher Nkunku (64./67.), Dani Olmo (74.), Amadou Haidara (81.) und Youssouf Poulsen (88.). Den einzigen Treffer für die Alte Dame steuerte Stefan Jovetic kurz nach der Pause zum zwischenzeitlichen Ausgleich bei (48.).
Hertha gegen Leipzig
Fotocredit: Getty Images
Bei den Hausherren standen vor dem Duell gegen RB Leipzig große Sorgenfalten auf der Stirn. Chefcoach Tayfun Korkut war zum Improvisieren gezwungen, da gleich acht Spieler bei der Alten Dame vor der Partie positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Zusätzlich fehlten drei weitere Spieler aufgrund von Verletzungen. Die Gäste aus Sachsen tauschten nach dem 2:2 Remis unter der Woche gegen Real Sociedad insgesamt siebenmal, nur Peter Gulacsi, Josko Gvardiol, Mohamed Simakan sowie Christopher Nkunku wurden in der Startformation belassen.
RB startete mit viel Tempo in die Begegnung, Hertha verteidigte zunächst kompakt mit einem engmaschigen 4-3-3 System gegen den Ball. Die erste gute Möglichkeit im Spiel hatte Nordi Mukiele, nach einem schönen Zuspiel von Nkunku. Der Franzose setzte den Ball aber am langen Pfosten vorbei aus wenigen Metern (9.).
Im weiteren Verlauf erhöhten die Gäste stetig den Druck und belohnten sich schließlich durch Benjamin Henrichs mit dem Führungstreffer in der 20. Spielminute. Yussuf Poulsen hatte nach einem Steckpass von Dominik Szoboszlai die Kugel clever abgeschirmt im Strafraum und das Spielgerät dann links rüber gelegt, zum frei stehenden Henrichs. Aus kurzer Distanz konnte Alexander Schwolow den Schuss zunächst abwehren, ließ den Ball allerdings unglücklich abprallen, sodass Henrichs erneut zum Abschluss kam. Dessen zweiter Versuch wurde von Linus Gechter unhaltbar ins Tor abgefälscht.
In der 25. Minute hatte Marco Richter Glück, als er nach einem sehr harten Einsteigen gegen Willi Orban nur Gelb sah und von Schiedsrichter Patrick Ittrich nicht vom Feld gestellt wurde. Auf der anderen Seite hatte Gvardiol Glück in der 34. Minute, als er Richter auf dem Weg zum Tor umriss und ebenfalls nur Gelb sah. Dies war allerdings die korrekte Entscheidung, da Gvardiol nicht letzter Mann gewesen war. Mit einem für RB durchaus verdienten 1:0 ging es in die Halbzeitpause.
Nach Wiederanpfiff sollte die Kabinenansprache von Tayfun Korkut direkt Wirkung zeigen. Es dauerte nur drei Minuten, bis die Hertha den Ball im Mittelfeld eroberte und in Form von Stefan Jovetic durch die gesamte Leipziger Hälfte marschierte. Aus 20 Metern versuchte der Montegriner es einfach mal und erwischte die nötige Portion Spielglück. Sein Schuss wurde von Gvardiol noch leicht abgefälscht, so dass es für Gulacsi im Tor der Sachsen nichts zu halten gab (48.). In den folgenden Minuten hatte Jovetic zwei weitere hochkarätige Tormöglichkeiten, vergab allerdings beide.
In der 62. Minute trat dann der Bruch ein in das Spiel von Hertha BSC. Nkunku dribbelte über rechts auf das Berliner Tor zu und konnte dabei nur noch von Marc-Oliver Kempf unfair gestoppt werden. Die Folge: Platzverweis für den Herthaner sowie ein Strafstoß für RB. Nkunku ließ sich vom Punkt nicht bitten und verwandelte den Elfmeter eiskalt, ins linke untere Toreck (64.).
Die Alte Dame fiel nun mehr und mehr auseinander. Nur drei Minuten später schnürte Nkunku seinen persönlichen Doppelpack, nachdem Poulsen und der eingewechselte Dani Olmo den Franzosen toll in Szene gesetzt hatten. Nkunku musste den Ball lediglich ins leere Tore einschieben (67.).
Knüppeldick kam es dann in der 74. Minute. Lucas Tousart hatte sich die Kugel viel zu leicht abnehmen lassen in der eigenen Hälfte. Prompt bediente Amadou Haidara den eingewechselten André Silva, welcher mit seinem Abschluss links vor dem Tor zunächst an Schwolow scheiterte. Pech für die Hertha, dass der Abpraller vor den Füßen von Olmo landete. Dieser setzte das Spielgerät eiskalt unter die Querlatte, mit einem erbarmungslosen Schuss.
In der Schlussphase entwickelte sich die Partie endgültig zum Debakel für die Alte Dame. Erst wurde Haidara zu viel Platz gewährt vor dem eigenen Strafraum. Der Malier bestrafte dies mit einem präzisen Schuss aus 20 Metern in die linke untere Torecke zum 5:1 (81.). Danach brannte Santiago Ascacibar die Sicherung durch, als er Poulsen im Mittelfeld per Frustfoul umgrätschte und Rot sah (84.). Diese Rote Karte zog Schiedsrichter Patrick Ittrich allerdings nach Hinweis des VAR zurück und entschied sich um auf Gelb, Ascacibar durfte weiterspielen.
Den Schlusspunkt der Partie setzte Poulsen, nach einem herrlichen Pass von Olmo in die Schnittstelle. Poulsen blieb vor Schwolow im Kasten der Hertha eiskalt und überlupfte den Keeper frech, zum 6:1 Endstand (88.).
Die Stimmen:
Tayfun Korkut (Trainer Hertha BSC Berlin): "Man müsste das Spiel eigentlich in zwei Teile trennen. Einmal die Phase bis zur 62. Minute, bis zur roten Karte, die auch spielentscheidend war. Und der Rückstand dann natürlich auch. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir voll drin im Spiel, wir hätten sogar in Führung gehen können. Bis dahin ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten."
Marco Richter (Hertha BSC Berlin): "Wir haben selber auch gespürt, dass heute etwas drin ist. Wir gehen zwar mit dem 0:1 in die Halbzeit, aber das hat uns gar nicht geschockt. Wir wollten raus gehen, kämpfen, Gas geben. Das ist uns auch gut gelungen, bis zur Roten Karte. Dann geben wir das Spiel komplett aus der Hand."
Domenico Tedesco (Trainer RB Leipzig): "Das Spiel war nicht so leicht, wie es vom Ergebnis her aussieht. Wir müssen früher 2:0 führen, kriegen kurz nach der Halbzeit das 1:1. Hertha hätte in Führung gehen können. So ehrlich müssen wir sein. Dann haben wir aber nochmal angezogen. Das war schon top."
Benjamin Henrichs (RB Leipzig): "Die Qualität der Mannschaft ist hoch. Die eingewechselten Spieler haben enormen Impact gebracht. Wir sind eine Mannschaft, die sehr gut miteinander funktioniert. Es freut mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Ich fühle mich sehr gut."
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "Es war ein Spiel, in dem wir dominant waren. In der ersten Halbzeit waren wir etwas zu locker. Im zweiten Durchgang haben wir noch mal Gas gegeben und viele Tore gemacht."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Berliner Reaktion reicht nicht
Weil gleich acht Spieler der Hertha im Vorfeld positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, musste Tayfun Korkut all sein Können und Wissen zusammen nehmen, um noch eine schlagkräftige Elf auf den Rasen zu schicken. Es ging schließlich gegen Niemand geringeren, als Angstgegner RB Leipzig. Zu präsent war bei der Alten Dame noch die 0:6 Schmach aus dem Hinspiel in Leipzig, in der Hinrunde.
Hertha war dezimiert, kompensierte die personellen Ausfälle aber mit viel Herzblut und Kampf. Der erst 17-jährige Linus Gechter warf sich in der Innenverteidigung immer wieder in die Zweikämpfe. So überstand man auch eine druckvolle erste Hälfte der Leipziger. Zu Beginn des zweiten Durchganges belohnte sich die Hertha dann für ihren wenig glanzvollen, aber kampfstarken Auftritt, mit dem 1:1 Ausgleichstreffer durch Stefan Jovetic. Danach war man dem Führungstreffer sogar zweimal ganz nah. Weil Marc-Oliver Kempf dann aber nach einer gespielten Stunde den seit Wochen überragenden Christopher Nkunku nur unfair stoppen konnte und dafür Rot sah, trat der Bruch ein in das Spiel der Hauptstädter.
Die Spieler von Tayfun Korkut kämpften daraufhin, probierten viel. Sie liefen aber auch ins offene Messer, boten den Sachsen viel zu viele Räume an. Räume, die eine Mannschaft dieser Güteklasse eiskalt ausnutzt. So ruinierte eine desaströse letzte halbe Stunde schließlich eine Berliner Partie, die vorher rund sechzig Minuten offen gewesen war.
Die Statistik: 6
Das 6:1 bei Hertha BSC Berlin ist der höchste Auswärtssieg in der Bundesliga-Geschichte von RB Leipzig.
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